Für Breisgau-S-Bahn Infrastruktur ausbauen

Seit kur­zem ist die Stre­cke von Brei­sach über Frei­burg und Neu­stadt (Foto) bis Donau­eschin­gen durch­ge­hend elek­trif­ziert. Sie ist jedoch wei­ter­hin weit­ge­hend ein­glei­sig. Plä­ne, zwei­glei­si­ge Stre­cken­ab­schnit­te zu bau­en, waren vor Jah­ren an den hohen Kos­ten und der Unwirt­schaft­lich­keit geschei­tert. Die Rah­men­be­din­gun­gen haben sich jedoch geän­dert (erwie­se­ne betrieb­li­che Unzu­ver­läs­sig­keit mit ein­glei­si­ger Stre­cke, bun­des­weit gestie­ge­ne Fahr­gast­zah­len im Fern- und Regio­nal­ver­kehr , ver­kehrs- und kli­ma­schutz­po­li­ti­sche Zie­le, deut­lich ver­bes­ser­te För­der­be­din­gun­gen durch den Bund etc.). Daher soll­te ein par­ti­el­ler Aus­bau erneut geprüft wer­den.

07.02.2020

Brief an den Lan­des­ver­kehrs­mi­nis­ter

Leistungsfähigere Strecke für stabilen Bahnverkehr

Sehr geehr­ter Herr Minis­ter Her­mann,

das Ver­kehrs­auf­kom­men auf den Stre­cken im Groß­raum Frei­burg steigt ste­tig. Mit dem Aus­bau und der Elek­tri­fi­zie­rung der im Pro­jekt „Breis­gau-S-Bahn 2020“ ent­hal­te­nen Höl­len­tal­bahn und Brei­sa­cher Bahn sind bereits wich­ti­ge Schrit­te in Rich­tung einer zukunfts­fä­hi­gen Eisen­bahn­in­fra­struk­tur gegan­gen wor­den. Die Fahr­gäs­te soll­ten von schnel­le­ren Ver­bin­dun­gen, einem dich­te­ren Ange­bot, bar­rie­re­frei­en Bahn­hö­fen und durch­ge­hen­den Ver­bin­dun­gen pro­fi­tie­ren.

Lei­der haben sich bereits in den ers­ten Betriebs­wo­chen Pro­ble­ma­ti­ken auf den zum Fahr­plan­wech­sel eröff­ne­ten Stre­cken der „Breis­gau-S-Bahn 2020“ auf­ge­tan.

Das Betriebs­kon­zept für die Stre­cke ist auf­grund ein­glei­si­ger Stre­cken­ab­schnit­te und dem soge­nann­ten Flü­gel­kon­zept äußerst anspruchs­voll. Täg­lich wer­den 120 Flü­ge­lungs- und Kupp­lungs­ma­nö­ver durch­ge­führt, die Fahr­zeu­ge sol­len dabei in Titi­see und Got­ten­heim geteilt bezie­hungs­wei­se zusam­men­ge­führt wer­den.

Die durch­ge­bun­den S‑Bahn Ver­keh­re von Brei­sach über Frei­burg und Titi­see bis Donau­eschin­gen und Vil­lin­gen sind in die­sem Abschnitt sehr anfäl­lig für Stö­run­gen und Ver­spä­tun­gen. Dies liegt mit­un­ter auch an den feh­len­den Begeg­nungs­mög­lich­kei­ten (Dop­pel­spur­ab­schnit­te, Kreu­zungs­bahn­hö­fe) ent­lang der Höl­len­tal­bahn und der Brei­sa­cher Bahn. Die­se könn­ten das Betriebs­kon­zept deut­lich ver­ein­fa­chen und das Fahrt­an­ge­bot zuver­läs­si­ger gestal­ten.

Der nächs­te logi­sche Aus­bau­schritt ist der par­ti­ell zwei­glei­si­ge Aus­bau der Stre­cke. Einer­seits ermög­licht dies ein rea­lis­ti­sches und prak­ti­ka­bles Betriebs­kon­zept mit robus­ten Umläu­fen, ande­rer­seits eröff­nen neue Begeg­nungs­mög­lich­kei­ten ent­lang der Stre­cke die Mög­lich­keit zusätz­lich attrak­ti­ve und umstei­ge­freie Bahn­ver­bin­dun­gen im West-Ost Kor­ri­dor Frei­burg – Rott­weil (-Stutt­gart) bzw. – Ulm – Mün­chen anzu­bie­ten, vor allem nach der Elek­tri­fi­zie­rung der Donau­tal­bahn gemäß Elek­tri­fi­zie­rungs­plan des Lan­des.

Auf­grund der vor­ge­brach­ten Pro­ble­ma­ti­ken und Chan­cen bit­te ich Sie, den par­ti­ell zwei­glei­si­gen Aus­bau der Brei­sa­cher Bahn und Höl­len­tal­bahn im gesam­ten Fahrt­ver­lauf zu prü­fen. Einem posi­ti­ven Prüf­ergeb­nis soll­te die rasche Auf­nah­me von Pla­nun­gen fol­gen.

 

Mit freund­li­chen Grü­ßen

Mat­thi­as Gast­el, MdB

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