GroKo versagt beim Tierschutz

Neu­es aus dem Tier­schutz

Im Sep­tem­ber durf­te ich bei der LAG Tier­schutz­po­li­tik über das Neus­te aus Ber­lin berich­ten. Dabei ging es um die Ankün­di­gun­gen der Bun­des­re­gie­rung für einen ver­bes­ser­ten Tier­schutz in den Stäl­len, um eine Bun­des­tags­in­itia­ti­ve zum Wild­tier­ver­bot in Zir­kus­sen und eine wei­te­re Initia­ti­ve zur Ver­mei­dung von Ver­kehrs­un­fäl­len mit Wild­tie­ren.

Fol­gen­lo­se Ankün­di­gun­gen von Minis­ter Schmidt

Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Schmidt möch­te den Tier­schutz zu sei­nem The­ma machen. Dafür hat er einen 10-Punk­te-Plan vor­ge­legt. Er möch­te bei­spiels­wei­se das Kupie­ren von Schwei­ne­schwän­zen sowie das Kür­zen der Schnä­bel von Lege­hen­nen ein­ge­stellt haben. Aller­dings soll all dies frei­wil­lig erfol­gen. Doch mit frei­wil­li­gen Tier­schutz­maß­nah­men wur­den bis­lang kei­ne guten Erfah­run­gen gemacht. So wer­den jun­ge Puten­kü­ken des „fal­schen Geschlech­tes“ noch immer zu hun­dert­tau­sen­den lebend geschred­dert, obwohl es eine frei­wil­li­ge Ver­ein­ba­rung gibt, mit der dies ver­mie­den wer­den soll­te. Wer Tier­schutz ernst nimmt muss Ver­bind­lich­keit schaf­fen. Alles ande­re ist für den Tier­schutz ver­lo­re­ne Zeit.

Hal­tung von Wild­tie­ren im Zir­kus

In den letz­ten Jah­ren haben EU-Staa­ten wie Bel­gi­en und Öster­reich die Wild­tier­hal­tung in Zir­kus­sen ver­bo­ten. Im Deut­schen Bun­des­tag gab es hier­für bis­lang noch kei­ne Mehr­heit – wohl aber im Bun­des­rat, der die Hal­tung von Ele­fan­ten, Affen und Bären im Zir­kus grund­sätz­lich unter­sa­gen woll­te. In einer aktu­el­len Klei­nen Anfra­ge möch­te die Bun­des­tags­frak­ti­on der GRÜNEN wis­sen, ob und wann die Bun­des­re­gie­rung kon­kre­te Vor­schlä­ge für ein Ver­bot bzw. Ein­schrän­kun­gen für die Hal­tung wild­le­ben­der Tier­ar­ten in fah­ren­den Zir­kus­sen vor­le­gen wird.

Ver­mei­dung von Ver­kehrs­un­fäl­len mit Wild­tie­ren

Aus einer der letz­ten Sit­zun­gen der LAG Tier­schutz­po­li­tik habe ich die Anre­gung mit­ge­nom­men, nach der Wirk­sam­keit ver­schie­de­ner Metho­den zur Ver­hin­de­rung von Wild­tier­un­fäl­len und deren Umset­zung zu fra­gen. Die­se Anre­gung habe ich ger­ne auf­ge­grif­fen und gemein­sam mit Frak­ti­ons­kol­le­gIn­nen eine Klei­ne Anfra­ge an die Bun­des­re­gie­rung gerich­tet. Es wur­de deut­lich, dass die Anzahl von Wild­tier­un­fäl­len in den letz­ten Jah­ren deut­lich zuge­nom­men hat. Dabei wer­den in den amt­li­chen Sta­tis­ti­ken aus­schließ­lich die Unfäl­le mit ver­letz­ten Men­schen oder hohen Sach­schä­den erfasst. Für ein­zel­ne, sel­ten gewor­de­ne Tier­ar­ten stellt die Zer­schnei­dung der Land­schaf­ten ein Pro­blem für den Erhalt der Popu­la­ti­on dar. Für eini­ge ande­re Tier­ar­ten lau­ert im Stra­ßen­ver­kehr die häu­figs­te Todes­ur­sa­che. Laut Bun­des­re­gie­rung gibt es nur zwei Mög­lich­kei­ten, Wild­tier­un­fäl­le wis­sen­schaft­lich nach­weis­bar wirk­sam zu ver­mei­den: Wild­warn­an­la­gen und Grün­brü­cken. Haar­säck­lein, Warn­re­flek­to­ren oder Duft­zäu­ne sind dem­nach nicht oder wegen des Gewöh­nungs­ef­fek­tes nicht auf Dau­er wirk­sam. Wild­warn­an­la­gen funk­tio­nie­ren mit Zäu­nen ent­lang von Stra­ßen. An den Wild­tier­que­rungs­stel­len wer­den Auto­fah­rer durch elek­tro­ni­sche Anzei­gen am Fahr­bahn­rand gewarnt, wenn sich ein Tier nähert und die Fahr­bahn que­ren möch­te. Bei­de Maß­nah­men sind teu­er. Da es dafür kei­nen eige­nen Etat gibt, ste­hen die­se Maß­nah­men in direk­ter Kon­kur­renz zu Stra­ßen­baumit­teln. Die Bun­des­tags­frak­ti­on BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzt sich bereits seit län­ge­rem für einen geson­der­ten Etat zur Ver­mei­dung von Wild­tier­un­fäl­len ein.

 

 

 

 

 

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