Grüne mit Antrag pro Nachtzug

02.06.2017

Dem Nacht­zug eine Zukunft!

Die Deut­sche Bahn ist nach und nach und schließ­lich voll­stän­dig aus dem Nacht­zug­ver­kehr mit Schlaf- und Lie­ge­wa­gen aus­ge­stie­gen. Und das nicht etwa, weil die Nach­fra­ge zu gering gewe­sen wäre. Viel­mehr ist es dem Bahn­kon­zern nicht gelun­gen, die­se Ange­bo­te wirt­schaft­lich zu orga­ni­sie­ren. Die Lei­den­schaft, die­sen Ver­kehr zum Erfolg zu füh­ren, war aller­dings lei­der nicht erkenn­bar. Weder wur­de in die ver­al­te­te Fahr­zeug­flot­te inves­tiert, noch wur­de das Mar­ke­ting ver­bes­sert und auch neue, nach­fra­ge­star­ke Ver­bin­dun­gen wur­den nicht in Angriff genom­men. Dem Rück­zug der DB ste­hen wach­sen­de Mobi­li­täts­be­dürf­nis­se der Men­schen im natio­na­len und inter­na­tio­na­len Ver­kehr gegen­über. Die hier­aus im Nacht­sprung resul­tie­ren­de Beschrän­kung der Mobi­li­täts­an­ge­bo­te weit­ge­hend auf Ange­bo­te des Flug­ver­kehrs ist nicht nach­hal­tig. Inzwi­schen exis­tiert in Deutsch­land nur noch ein rudi­men­tä­res Ange­bot an ent­spre­chen­den lang­lau­fen­den Nacht­zu­g­li­ni­en inner­halb Deutsch­lands. Dass es zumin­dest die­ses noch gibt, haben wir den Öster­rei­chi­schen Bun­des­bah­nen (ÖBB) zu ver­dan­ken, die einen Teil des Restan­ge­bo­tes der DB über­nom­men hat. Ergänzt wird die­ses Ange­bot durch ein­zel­ne ICE- und Inter­ci­ty-Züge der Deut­schen Bahn zwi­schen natio­na­len Desti­na­tio­nen, wel­che in kein zusam­men­hän­gen­des euro­päi­sches Nacht­zug­netz ein­ge­bun­den sind. Inter­na­tio­na­le Zie­le in den Nach­bar­staa­ten Deutsch­lands sind nur noch ver­ein­zelt in ange­mes­se­ner Zeit im Nacht­sprung erreich­bar. Für die­se kon­zen­triert sich das Mobi­li­täts­an­ge­bot nun­mehr auf Ange­bo­te der Flug­ge­sell­schaf­ten und Fern­bus­an­bie­ter.

Aktu­ell lie­gen drei Anträ­ge im Bun­des­tag vor: Die Regie­rungs­frak­tio­nen beschrän­ken sich gemein­sam weit­ge­hend dar­auf, die Ein­stel­lung der Nacht­ver­keh­re durch die DB nach­träg­lich zu recht­fer­ti­gen. Die Lin­ke möch­te das Rad zurück dre­hen, was ange­sichts der bereits durch die DB ver­äu­ßer­ten Fahr­zeu­ge und die Über­nah­me durch die ÖBB unrea­lis­tisch ist. Unser Antrag weist hin­ge­gen in die Zukunft: Wir wol­len bei­spiels­wei­se, dass sich der Bund auf euro­päi­scher Ebe­ne für die Ent­wick­lung eines Nacht­zug­net­zes ein­setzt, wel­ches die Nut­zung von Hoch­ge­schwin­dig­keits­stre­cken umfasst. Dann kön­nen über die Nacht län­ge­re Distan­zen zurück­ge­legt wer­den. Für vie­le Rei­sen­de wäre das eine gute Alter­na­ti­ve zum Flug­zeug. Dafür braucht es eine ein­heit­li­che Buchungs­platt­form für alle Ange­bo­te des Schie­nen­per­so­nen­fern­ver­kehrs und Nacht­zug­ver­kehrs.

Hier geht es zu unse­rem Antrag: http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/125/1812560.pdf

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Kommentare zu “Grüne mit Antrag pro Nachtzug

  1. Brede Reply

    Ich bin sehr ent­täuscht und unzu­frie­den über das Ange­bot der DB. Mei­ne 40 Jah­re im Tag und Nacht­ver­kehr haben mich beein­druckt. Unse­re Nach­bar­län­der zei­gen uns, das es auf der Schie­ne mit einer gerin­gen Füh­rungs­ebe­ne gut funk­tio­nie­ren kann.

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehr­ter Herr Bre­de,
      über die Ein­stel­lung des klas­si­schen Nacht­zug­ver­kehrs mit Schlaf- und Lie­ge­wa­gen kann und muss man ent­täuscht sein. Es ist aber nicht alles schlecht. So stel­le ich fest, dass die Züge der DB im Fern­ver­kehr zuneh­mend pünkt­li­cher wer­den.
      Mit freund­li­chen Grü­ßen
      Mat­thi­as Gast­el

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