Hochrheinbahn: Ausbauplanungen auf Hochtouren

Im Jahr 2016 war ich für ein Video­dreh ent­lang der Hoch­rhein­stre­cke unter­wegs. – hier in Lauch­rin­gen, gele­gen zwi­schen Erzin­gen und Walds­hut. Dort ist die Bahn­stre­cke ein­glei­sig und nicht elek­tri­fi­ziert.

26.02.2020

2027 könnte die Strecke ausgebaut sein

Vor eini­gen Mona­ten hat­te ich zu einem Bahn­fo­rum für die öst­li­che Boden­see­re­gi­on nach Lin­dau gela­den. Nun ging es um die Gäu­bahn, die Boden­see­gür­tel­bahn (Radolf­zell – Fried­richs­ha­fen), die Seehas-Stre­cke – und eben die Hoch­rein­bahn, die Gegen­stand die­ses Bei­trags ist. Wir spra­chen sowohl über die Aus­bau­be­dar­fe an den ein­zel­nen Stre­cken wie auch über bes­se­re Betriebs­kon­zep­te. „Wir“, das waren rund 30 Per­so­nen, die in Sin­gen zusam­men kamen. Dar­un­ter waren Ver­tre­ter der Deut­schen Bahn (DB), der Schwei­zer Bun­des­bah­nen (SBB), der Initia­ti­ve Boden­see-S-Bahn, des Ver­kehrs­club Deutsch­land (VCD), von Pro Bahn und Kom­mu­nen sowie mei­nen Kol­le­gin­nen aus dem Land­tag, Nese Eri­kli (Kon­stanz) und Doro­thea Wehin­ger (Sin­gen).

Die Hoch­rhein­bahn (Sin­gen – Schaff­hau­sen – Basel) ist nicht durch­ge­hend elek­tri­fi­ziert und zwi­schen Erzin­gen und Walds­hut ein­glei­sig. Die Schweiz hat ihre „Haus­auf­ga­ben“ erle­digt und ihre Stre­cken­an­tei­le aus­ge­baut. Der Aus­bau der deut­schen Abschnit­te wur­de vom Land für den Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan ange­mel­det, aber vom Bund bedau­er­li­cher­wei­se nicht auf­ge­nom­men. Daher wur­den Land und Kom­mu­nen aktiv. Es geht um die Stre­cken­elek­tri­fi­zie­rung und die Erhö­hung der fahr­ba­ren Geschwin­dig­keit. Ziel ist, so war es in der Anmel­dung des Lan­des für den BVWP zu lesen, die „Ver­bes­se­rung der Ver­kehrs- und Betriebs­qua­li­tät zwi­schen den Ober­zen­tren Weil am Rhein/Lörrach und Kon­stanz bzw. Ravensburg/Friedrichshafen.“

Die Finan­zie­rungs­ver­ein­ba­rung wur­de bereits 2017 unter­schrie­ben. Aktu­ell führt die DB die Pla­nungs­leis­tun­gen zur Elek­tri­fi­zie­rung und Aus­bau der Hoch­rhein­bahn durch. Neben der Ober­lei­tung soll Tien­gen zum Kreu­zungs­bahn­hof aus­ge­baut wer­den und zwi­schen Basel und Walds­hut auch eini­ge zusätz­li­che Hal­te­punk­te gebaut wer­den. Zusätz­lich sol­len Bahn­steig­ver­län­ge­run­gen kom­men und alle auf eine Höhe von 55 cm gebracht wer­den. Die Plan­ge­neh­mi­gungs­un­ter­la­gen sol­len noch die­ses Jahr ein­ge­reicht wer­den, Fer­tig­stel­lung soll zwi­schen 2025 und 2027 sein. Nach dem Aus­bau sol­len die aktu­ell stünd­lich fah­ren­den IRE mit Bau­rei­he 612 durch elek­tri­sche Fahr­zeu­ge ersetzt wer­den und halb­stünd­lich fah­ren.

Der Ver­tre­ter der Deut­schen Bahn führ­te den aktu­el­len Sach­stand näher aus: Man befin­det sich bereits in der Pla­nungs­pha­se 3 und 4. Der nächs­te gro­ße Mei­len­stein wird die Ein­rei­chung der Plan­un­ter­la­gen für die Ein­lei­tung des Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­rens sein. Bau­grund­un­ter­su­chun­gen und ande­re bau­vor­be­rei­ten­de Maß­nah­men lau­fen bereits. Die Pla­nun­gen sind in vier Abschnit­te geglie­dert, von denen sich einer in der Schweiz befin­det. Wenn alles gut läuft könn­te 2025 der Bau begin­nen und 2027 die Fer­tig­stel­lung erfol­gen. Neben der Elek­tri­fi­zie­rung ist auch die Erhö­hung der Ein- und Aus­fahr­ge­schwin­dig­kei­ten in den Bahn­hö­fen Walds­hut und Erzin­gen vor­ge­se­hen.

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