Im Zentrum der Politik – Einblicke eines Praktikanten in die Oppositionsarbeit eines Abgeordneten

Mein Name ist Niklas und dies ist mein Bericht über mein drei­mo­na­ti­ges Prak­ti­kum im Büro von Mat­thi­as Gastel. Nach mei­nem Eras­mus-Semes­ter in Slo­we­ni­en hieß es für mich unge­wöhn­li­cher­wei­se nicht: zurück nach Kon­stanz, mei­ner Stu­di­en­stadt, in der ich Poli­tik- und Ver­wal­tungs­wis­sen­schaft stu­die­re. Statt­des­sen war erneut Kof­fer­pa­cken ange­sagt – dies­mal ging es mit dem ICE-Sprin­ter in die Haupt­stadt Ber­lin. Denn ich hat­te die Mög­lich­keit, ein Prak­ti­kum bei einem Grü­nen-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten zu absol­vie­ren: bei Mat­thi­as Gastel.

Der ers­te Ein­druck war unfass­bar fas­zi­nie­rend. Ich stei­ge an der U‑Bahn-Sta­ti­on „Bun­des­tag“ aus, lau­fe am Reichs­tags­ge­bäu­de und den umlie­gen­den Bun­des­tags­ge­bäu­den vor­bei, sehe die vie­len Büros, Sit­zungs­räu­me und Sicher­heits­kon­trol­len – und schnell wird deut­lich, dass hier poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen getrof­fen wer­den, die Aus­wir­kun­gen auf ganz Deutsch­land haben. Dabei ist es auch völ­lig nor­mal, dass hier und da bekann­te Gesich­ter aus dem Fern­se­hen an einem vor­bei­lau­fen – schließ­lich sind auch sie nur Men­schen.

Als ordent­li­ches Mit­glied im Aus­schuss für Ver­kehr sowie im Aus­schuss für Tou­ris­mus liegt die Exper­ti­se von Mat­thi­as und dem gesam­ten Büro vor allem im Bereich der Bahn­po­li­tik – egal ob Per­so­nen­ver­kehr, Stra­ßen- oder Schie­nen­gü­ter­ver­kehr, Schie­nen­in­fra­struk­tur oder vie­le wei­te­re The­men­fel­der. Als Poli­tik­stu­dent hat­te ich natür­lich bereits Berüh­rungs­punk­te mit der Bahn: Ich bin in mei­nem Leben schon eini­ge Male mehr oder weni­ger zufrie­den mit der Bahn gefah­ren und vom Deutsch­land­takt hat­te ich eben­falls schon gehört. Die inhalt­li­che Tie­fe und Kom­ple­xi­tät des The­men­be­reichs haben mich den­noch über­rascht. Mit jedem Tag wuchs jedoch mei­ne the­ma­ti­sche Ver­traut­heit, und ich konn­te mir zuneh­mend mehr Auf­ga­ben­be­rei­che zutrau­en.

Im Ver­lauf mei­nes Prak­ti­kums durf­te ich ver­schie­dens­te Auf­ga­ben über­neh­men. Dazu gehör­te es bei­spiels­wei­se, Mat­thi­as zu unter­schied­li­chen Ter­mi­nen wie Arbeitsgruppen‑, Fach­be­reichs- oder Aus­schuss­sit­zun­gen zu beglei­ten oder bei Ver­an­stal­tun­gen als Foto­graf zu unter­stüt­zen. Gleich­zei­tig arbei­te­te ich im Büro an Klei­nen Anfra­gen an die Bun­des­re­gie­rung mit. Dabei wur­de mir schnell klar: Als Oppo­si­ti­on lehnt man sich kei­nes­wegs ent­spannt zurück. Viel­mehr ver­sucht man ste­tig, eige­ne Ideen und Kon­zep­te ein­zu­brin­gen, um das Land vor­an­zu­brin­gen und gleich­zei­tig die Bun­des­re­gie­rung kri­tisch zu kon­trol­lie­ren.

Beson­ders inter­es­sant war für mich zum einen die Mög­lich­keit, an Sit­zun­gen und Dis­kus­sio­nen teil­zu­neh­men bezie­hungs­wei­se die­se zu beob­ach­ten. So konn­te ich Debat­ten im Ple­nar­saal sowie in Aus­schüs­sen ver­fol­gen und erhielt einen direk­ten Ein­druck davon, wie poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen im Bun­des­tag in öffent­li­chen und nicht-öffent­li­chen Sit­zun­gen statt­fin­den. Zum ande­ren war auch die Mit­ar­beit an all­täg­li­chen par­la­men­ta­ri­schen Pro­zes­sen äußerst span­nend. Ob das Vor­be­rei­ten von Klei­nen Anfra­gen an die Bun­des­re­gie­rung, die Mit­ar­beit an Ent­schlie­ßungs­an­trä­gen im Bereich Tou­ris­mus oder das Orga­ni­sie­ren von Online-Fach­ge­sprä­chen – jedes Mal gab es neue Erfah­run­gen zu sam­meln.

Rück­bli­ckend hat mir das Prak­ti­kum unfass­bar gut gefal­len. Die Zusam­men­ar­beit mit dem Team und Mat­thi­as, das Ken­nen­ler­nen par­la­men­ta­ri­scher Arbeits- und Vor­ge­hens­wei­sen sowie das Gefühl, aktiv an Oppo­si­ti­ons­ar­beit mit­wir­ken zu dür­fen, waren wirk­lich ein­zig­ar­ti­ge Erfah­run­gen. Ich konn­te von mir und für mich viel ler­nen, unter ande­rem wie wich­tig Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Koope­ra­ti­ons­kom­pe­tenz, gutes Zeit­ma­nage­ment, Resi­li­enz und Kon­zen­tra­ti­on ist. Beson­ders deut­lich wur­de mir, wie viel Orga­ni­sa­ti­on, Vor­be­rei­tung und Team­ar­beit hin­ter poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen steckt. Außer­dem hat das Prak­ti­kum mein Inter­es­se an Poli­tik wei­ter ver­stärkt und mir erneut gezeigt, wie wich­tig demo­kra­ti­sche Pro­zes­se für unse­re Gesell­schaft sind.

Ein beson­de­rer Dank gilt vor allem dem gesam­ten Team für die herz­li­che Auf­nah­me, die Unter­stüt­zung im Arbeits­all­tag und die vie­len span­nen­den Ein­bli­cke in die par­la­men­ta­ri­sche Arbeit. Beson­ders bedan­ken möch­te ich mich hier bei Tobi­as, Vik­to­ria, Jonas, Carl und Dani­el, die sich stets Zeit für Fra­gen genom­men haben und das Prak­ti­kum zu einer außer­ge­wöhn­lich wert­vol­len Erfah­rung gemacht haben. Ihr habt mir die nöti­ge Selbst­stän­dig­keit gege­ben und mir dadurch viel Selbst­ver­trau­en in mei­ner Arbeit gege­ben. Zudem einen beson­de­ren Dank an Moni­ka für die Unter­stüt­zung und den Aus­tausch im Wahl­kreis.

Außer­dem möch­te ich mich natür­lich bei Mat­thi­as bedan­ken. Vie­len Dank für die­se ein­zig­ar­ti­ge Mög­lich­keit die­ses Prak­ti­kum bei dir zu absol­vie­ren. Es waren drei wirk­lich span­nen­de und lehr­rei­che Mona­te, aus denen ich unfass­bar viel für mei­nen spä­te­ren Wer­de­gang mit­neh­men kann.

Wenn ihr mehr über Ver­kehrs­po­li­tik und die Auf­ga­ben von Mat­thi­as ler­nen wollt, dann klickt auf fol­gen­den Link: https://www.matthias-gastel.de/verkehr/

Text: Niklas Luik, Prak­ti­kant von März bis Mai im Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­bü­ro