In 2015 mehr als jeder vierte Zug unpünktlich

Verspätung

08.01.2016

DB veröffentlicht Pünktlichkeitswerte für 2015: Jeder vierte Zug im Fernverkehr verspätet

Die neu ver­öf­fent­lich­ten Pünkt­lich­keits­zah­len der DB für das Jahr 2015 sind ver­nich­tend. Die DB ent­fernt sich immer wei­ter von ihrem eigens gesetz­ten Ziel, pünkt­li­che­re Züge zu fah­ren. Jeder vier­te Zug im Fern­ver­kehr ist ver­spä­tet. Mit 74,4 Pro­zent ist die DB von ihrer Pünkt­lich­keits­ziel­mar­ke von 80 Pro­zent wei­ter ent­fernt denn je. Gan­ze zwei Pro­zent­punk­te lie­gen die Wer­te im Jahr 2015 unter denen des Vor­jah­res. So droht die Bahn für ihre Kun­den immer unzu­ver­läs­si­ger zu wer­den. Und das nach­dem die Bahn erst im Dezem­ber in ihrem neu­en Kon­zept „Zukunft Bahn“ sogar eine Ziel­mar­ke von 85 Pro­zent für den Fern­ver­kehr aus­ge­ru­fen hat. Es muss drin­gend gehan­delt wer­den. Die Deut­sche Bahn, aber auch der Bund als Eigen­tü­mer des Kon­zerns und der Infra­struk­tur ste­hen den Fahr­gäs­ten gegen­über in der Pflicht. Die DB muss­te in den letz­ten Jah­ren Straf­zah­lun­gen für Qua­li­täts­de­fi­zi­te und Zug­aus­fäl­le in mitt­le­rer drei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he bezah­len. Die­ses Geld wäre in Leis­tungs­ver­bes­se­run­gen sinn­vol­ler inves­tiert.

Die DB muss ihre inter­nen Betriebs- und Bau­ab­läu­fe in den Griff bekom­men, um kon­se­quent Ver­spä­tungs­mi­nu­ten zu ver­mei­den. Nur 70% aller Zug­fahr­ten fin­den unter vol­ler Ver­füg­bar­keit aller Netz- und Fahr­zeug­kom­po­nen­ten statt. Daher muss die War­tung der Züge ver­bes­sert und die Behe­bung von Stö­run­gen erheb­lich beschleu­nigt wer­den. Die von der DB ange­kün­dig­ten mobi­len Ein­satz­trupps sind ein rich­ti­ger Ansatz, den es schnell umzu­set­zen gilt. Ein erheb­li­cher Opti­mie­rungs­be­darf besteht auch bei der Orga­ni­sa­ti­on von Bau­ab­läu­fen. Die Bun­des­netz­agen­tur weist schon lan­ge auf die Defi­zi­te hin. Ver­bes­sert hat sich aber lei­der nichts. Not­wen­dig ist bei­spiels­wei­se die Bil­dung von Netz­ab­schnit­ten und bes­se­re Abstim­mung von Bau­maß­nah­men zwi­schen DB Netz und DB Sta­ti­on & Ser­vice. Die Anzahl von Wei­chen­stö­run­gen muss ver­stärkt prä­ven­tiv, auch unter Ein­satz der digi­ta­len Mög­lich­kei­ten, ver­rin­gert wer­den. Stell­wer­ke gilt es zu moder­ni­sie­ren. Die Leit­tech­nik ETCS muss aus­ge­baut wer­den. Davon ver­spricht sich selbst die Deut­sche Bahn eine Kapa­zi­täts­stei­ge­rung im Netz um fünf bis zehn Pro­zent. Und auch bei der Pfle­ge der Vege­ta­ti­on ent­lang der Schie­nen­tras­sen besteht Hand­lungs­be­darf. Durch umge­stürz­te Bäu­me kommt es im Netz der Deut­schen Bahn durch­schnitt­lich alle 10 bis 18 Tage zu Vor­fäl­len mit Per­so­nen­scha­den oder grö­ße­rem Sach­scha­den. Hin­zu kom­men vie­le klei­ne­re Beein­träch­ti­gun­gen.

Die Bahn kann ihre Vor­zü­ge gegen­über ande­ren Ver­kehrs­mit­teln nur dann aus­spie­len, wenn sie sich zu einem pünkt­li­chen Ver­kehrs­mit­tel ent­wi­ckelt, das für ihre Fahr­gäs­te viel mehr Anschlüs­se sicher­stellt als bis­her. Dazu muss die Bahn ihre Anstren­gun­gen deut­lich inten­si­vie­ren. Und der Bund muss sei­ne Ver­ant­wor­tung für das Sys­tem Schie­ne end­lich gerecht wer­den, aus­rei­chend Mit­tel für not­wen­di­ge Inves­ti­tio­nen in die Infra­struk­tur bereit­stel­len und dem bun­des­ei­ge­nen Bahn­kon­zern kla­re ver­kehr­li­che und öko­lo­gi­sche Ziel­vor­ga­ben machen.

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