In Bio-Gärtnereien für Gemüse und Schnittblumen

Kürz­lich besuch­te ich zwei Bio-Gärt­ne­rei­en in der Orten­au. Die eine ist auf Gemü­se­bau spe­zia­li­siert, die ande­re auf Schnitt­blu­men.

Auf 34 Hekt­ar, sechs davon unter Tun­nel, wer­den 35 Gemü­se­ar­ten ange­baut. Dar­un­ter befin­den sich Papri­ka, Gur­ken, Auber­gi­nen, Spi­nat und Acker­sa­lat. Ange­baut wer­den zudem Kräu­ter und seit fünf Jah­ren auch Melo­nen. Da sind wir schnell beim The­ma die­ses Som­mers: Noch vor eini­gen Jah­ren fehl­te es den Melo­nen in unse­rer Regi­on an Wär­me. In Spa­ni­en hin­ge­gen fehlt es an Was­ser. Letz­te­res war bei uns zwar auch Man­gel­wa­re, der Betrieb kann jedoch auf Was­ser aus meh­re­ren Brun­nen zugrei­fen und künst­lich wäs­sern. Der Kli­ma­wan­del macht bei uns hin­ge­gen den Mais­an­bau immer schwie­ri­ger, aber den Anbau von Hir­se ein­fa­cher.

Vor­tei­le des Gemü­se­an­baus unter Foli­en: Die direk­te Son­nen­ein­strah­lung wird ver­rin­gert, Schäd­lin­ge kön­nen bes­ser abge­hal­ten bzw. durch geziel­ten Ein­satz von Nütz­lin­gen (Schweb­flie­gen, Mau­er­bie­ne) bekämpft wer­den und die Bewäs­se­rung kann effi­zi­en­ter durch­ge­führt wer­den (Tröpf­chen­be­wäs­se­rung). Die Ern­te kann bis Mit­te Novem­ber gestreckt wer­den, ohne dass geheizt wer­den muss. Als Dün­ger wer­den unter ande­rem Horn­spä­ne und Kom­post ein­ge­setzt.

Im Rah­men der Frucht­fol­ge wer­den in 12 Jah­ren 12 Gemü­se­ar­ten ange­baut.

Die eini­ge hun­dert Meter ent­fernt lie­gen­de Gärt­ne­rei für Schnitt­blu­men baut nahe­zu aus­schließ­lich in Gewächs­häu­sern an. Es sind vie­le Par­al­le­len bei Schäd­lings­be­kämp­fung und Dün­gung zu hören und sehen gewe­sen. Aller­dings gibt es nur sehr weni­ge sol­cher Gärt­ne­rei­en, wes­halb man durch­aus – auch ange­sichts vie­ler büro­kra­ti­scher Hür­den – von Pio­nier­ar­beit spre­chen kann.

So waren in den Gesprä­chen auch vie­le Aspek­te ver­gleich­bar: Die Büro­kra­tie, die Vor­ga­ben sei­tens der Anbau- und Zer­ti­fi­zie­rungs­ver­bän­de, die regio­na­le Ver­mark­tung und das Ver­brau­cher­ver­hal­ten.