Irrwitzig: Bund will ETCS-Versuch für S‑Bahn nicht fördern

30.03.2017 (Pres­se­er­klä­rung)

Irr­wit­zi­ge För­der­po­li­tik des Bun­des im Nah­ver­kehr – Grü­ne: „Dob­rindt för­dert Beton statt Tech­no­lo­gie!“

Die Ableh­nung des För­der­an­tra­ges des Unter­neh­mens Tha­les für die Erpro­bung des ETCS-Leit­sys­tems (European Train Con­trol Sys­tem) bei der S‑Bahn Stutt­gart sorgt für Ver­blüf­fung bei den Grü­nen im Bun­des­tag. Wie jüngst bekannt wur­de hat das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um das ETCS-Test­feld zwi­schen Ren­nin­gen und Weil der Stadt (Linie S6) abge­lehnt. Zu den Grün­den des Ableh­nungs­be­schei­des woll­te sich das Minis­te­ri­um unter Alex­an­der Dob­rindt (CSU) nicht äußern. Mit dem ETCS-Test­feld soll­te unter ande­rem erprobt wer­den, ob und wie stark die Kapa­zi­tät auf hoch­be­las­te­ten Bahn­stre­cken wie dem Stutt­gar­ter Stamm­stre­cken­tun­nel (Haupt­bahn­hof – Schwab­stra­ße) erhöht und damit der ver­spä­tungs­an­fäl­li­ge S‑Bahn-Betrieb sta­bi­li­siert wer­den kann.

Mat­thi­as Gast­el (Grü­ne), Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter aus Fil­der­stadt und Mit­glied im Ver­kehrs­aus­schuss des Bun­des­ta­ges, ist über die För­der­lo­gik im Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um ver­blüfft: „Einer­seits för­dert Minis­ter Dob­rindt mil­li­ar­den­schwe­re Tun­nel­pro­jek­te wie den kom­plet­ten Neu­bau eines zwei­ten S‑Bahn-Tun­nels in Mün­chen, für die Ver­bes­se­rung der Pünkt­lich­keit in den bestehen­den S‑Bahn-Tun­neln ist jedoch kein Geld übrig. Anstatt mit ver­gleichs­wei­se gerin­gem Mit­tel­ein­satz den Ein­satz von intel­li­gen­ten Tech­no­lo­gi­en zu erpro­ben, för­dert Minis­ter Dob­rindt lau­fend neue Beton­pro­jek­te aus dem letz­ten Jahr­tau­send. Von der ETCS-Erpro­bung bei der S‑Bahn Stutt­gart hät­ten auch ande­re stark belas­te­te S‑Bahnen wie in Ham­burg, Ber­lin, Frank­furt oder Mün­chen pro­fi­tie­ren kön­nen. Statt­des­sen wird unter Ver­kehrs­mi­nis­ter Dob­rindt die Bahn auf das Auf­stell­gleis gescho­ben.“

„Mir ist völ­lig schlei­er­haft, ob das Dob­rindt-Minis­te­ri­um noch das Gebot des wirt­schaft­li­chen Mit­tel­ein­sat­zes im Blick hat oder ledig­lich die Inter­es­sen der Bau­wirt­schaft ver­folgt. Schon das Durch­drü­cken von vor Ort umstrit­te­nen oder ein­hel­lig abge­lehn­ten Stra­ßen­pro­jek­ten im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan legt nahe, dass sich der Ver­kehrs­mi­nis­ter sich mehr als Beton­mi­nis­ter ver­steht als ein Minis­ter für moder­ne Mobi­li­tät“, so Grü­nen-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter Gast­el abschlie­ßend.

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