Jugend und Parlament

Laurens

06.06.2016

Im Gespräch mit Laurens Lohn, Teilnehmer bei “Jugend und Parlament”

Vom 4. bis 7. Juni fand im Bun­des­tag wie­der die Ver­an­stal­tung „Jugend und Par­la­ment“ statt. 315 Jugend­li­che aus dem gesam­ten Bun­des­ge­biet, die von Mit­glie­dern des Bun­des­ta­ges nomi­niert wur­den, stell­ten in einem Plan­spiel das par­la­men­ta­ri­sche Ver­fah­ren nach. Die Teil­neh­mer über­nah­men für vier Tage die Rol­len von Abge­ord­ne­ten und simu­lier­ten vier Geset­zes­in­itia­ti­ven. Ich habe mit Lau­rens Lohn (19), dem Ver­tre­ter aus mei­nem Wahl­kreis und Abitu­ri­ent an der Frei­en Wal­dorf­schu­le Guten­hal­de in Fil­der­stadt, über sei­ne Erwar­tun­gen und Ein­sich­ten gespro­chen.

Wie und was waren Dei­ne Erwar­tun­gen an JuP?

Ich dach­te, dass ich eine bes­se­re Ein­sicht in den Pro­zess der Gesetz­ge­bung bekom­me und wie alles so abläuft, denn natür­lich hat man Grund­wis­sen und kennt die Gebäu­de von außen, aber gleich­zei­tig weiß man nicht alles: Man stellt sich zum Bei­spiel vor, dass alles im Ple­num ent­steht – was nicht der Fall ist. Außer­dem woll­te ich sehen wie der All­tag des Abge­ord­ne­ten funk­tio­niert.

Haben sich Dei­ne Erwar­tun­gen erfüllt?

Auf jeden Fall. Auch inso­fern, dass ich gemerkt habe, wie viel „Macht“ die Regie­rungs­par­tei­en, beson­ders in einer Gro­ßen Koali­ti­on, haben. Und wie lang­wei­lig Frak­ti­ons­sit­zun­gen sei­en kön­nen. (lacht)

Ich war auch etwas über­rascht, dass die the­ma­ti­sche Arbeit vor allem in den klei­nen frak­ti­ons­in­ter­nen Arbeits­grup­pen statt­fin­det, die Vor­schlä­ge dann in den Aus­schüs­sen bera­ten wer­den und dann erst ins Ple­num kom­men. Und stän­dig wird ver­sucht, dass die Mei­nun­gen doch zusam­men­kom­men.

Gab es etwas, dass Dich über­rascht hat oder womit Du nicht gerech­net hast?

Ich dach­te, dass man noch tie­fer in das The­ma ein­steigt und mehr Zeit zum Dis­ku­tie­ren ist. Beson­ders in der Frak­ti­ons­sit­zung ist die Zeit oft zu knapp. Außer­dem hat­te ich mit mei­ner frem­den Iden­ti­tät Pro­ble­me – ich bin eher grün und jetzt bei der Christ­li­chen Volks­par­tei. Gewünscht hät­te ich mir, noch ein biss­chen tie­fer in die Abläu­fe ein­ge­weiht zu wer­den: Im Aus­schuss wuss­ten wir zum Bei­spiel nicht, ob wir einem Vor­schlag der Oppo­si­ti­on, der gut war, zustim­men dür­fen.

Hat sich Dein Blick auf Poli­tik und Ent­schei­dungs­pro­zes­se durch das Plan­spiel ver­än­dert?

Ich habe gemerkt, wie vie­le Auf­ga­ben man als Berufs­po­li­ti­ker hat und wie zeit­in­ten­siv das alles ist – so vie­le Bespre­chun­gen, Ter­mi­ne usw. Inter­es­sant war auch die­se „Par­la­ments­bla­se“. Da kann ich mir schon vor­stel­len, dass man­che Geset­ze von der Rea­li­tät etwas ent­fern­ter sind, wenn sie umge­setzt wer­den. Gleich­zei­tig habe ich schon gese­hen, dass Geset­ze machen eben nicht so ein­fach ist, da es durch die vie­len Gre­mi­um und Aus­schüs­se muss. Aber in einer par­la­men­ta­ri­schen Demo­kra­tie kommt am Ende immer der best­mög­li­che Kom­pro­miss raus.

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