Klimakrise: „Kleine Gase – Große Wirkung“

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David Nel­les (2. von links) und Chris­ti­an Ser­re (rechts) ver­fass­ten das Kli­ma­büch­lein “Klei­ne Gas­te – Gro­ße Wir­kung”. Mit dabei im Gespräch: Stadt­rä­tin­nen Regi­ne Anker­mann und Ste­pha­nie Glatt­haar aus Fried­richs­ha­fen.

18.02.2020

Gespräch mit jungen Buchautoren

David Nel­les und Chris­ti­an Ser­rer stu­die­ren in Fried­richs­ha­fen am Boden­see Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten. Sie woll­ten sich über die Kli­ma­kri­se infor­mie­ren. Was sie dabei ver­miss­ten, war „ein Buch, das anschau­lich, wis­sen­schaft­lich fun­diert und mit kur­zen Tex­ten“ erklärt, wie sich das Kli­ma ver­än­dert und was die begüns­ti­gen­den Ursa­chen dafür sind. Da sie kein sol­ches fan­den, schrie­ben sie es sel­ber und grün­de­ten eigens dafür einen Ver­lag. Damit wur­den sie unver­hofft zu Best­sel­ler-Autoren. Das Buch ver­kauf­te sich nach ihren Anga­ben bis­lang knapp 250.000 Mal und damit so oft wie kein ande­res Buch in Deutsch­land über das Kli­ma. In Fried­richs­ha­fen traf ich mich mit den bei­den jun­gen Her­ren. Beglei­tet wur­de ich unter ande­rem von zwei Stadt­rä­tin­nen.

Das Buch ist unter­teilt in die Kapi­tel „Das Kli­ma der Erde“, „die mög­li­chen Ursa­chen des Kli­ma­wan­dels“, die Kryo­sphä­re“, „die Ozea­ne“, „Wet­ter- und Kli­ma­ex­tre­me“, „die Öko­sys­te­me“ und „der Mensch“. Eine Gra­fik im Buch zeigt bei­spiels­wei­se auf, dass es seit etwa einer Mil­li­on Jah­re nicht mehr so warm war wie heu­te, der Tem­pe­ra­tur­an­stieg aber sehr schnell, näm­lich seit dem Ende des 19. Jahr­hun­derts zu beob­ach­ten ist. Auf die Son­nen­ak­ti­vi­tät, wie eini­ge Kli­ma­leug­ner behaup­ten, kann dies aber nicht zurück zu füh­ren sein. Denn seit den 1980er-Jah­ren (beginn der Indus­tria­li­sie­rung) nimmt die Son­nen­ak­ti­vi­tät wie­der ab, die Tem­pe­ra­tur steigt aber wei­ter. Viel­mehr muss ange­nom­men wer­den, dass die seit Beginn der Indus­tria­li­sie­rung gestie­ge­ne Kon­zen­tra­ti­on an Koh­le­stoff­di­oxid und wei­te­rer Treib­haus­ga­se in der Atmo­sphä­re, die die Kon­zen­tra­tio­nen in den letz­ten 8000.000 Jah­ren deut­lich über­tref­fen, ver­ant­wort­lich sind.

Auch die Fol­gen der Erd­er­wär­mung für den Men­schen wer­den beschrie­ben. „Die nega­ti­ven Fol­gen über­wie­gen“, urtei­len die jun­gen Autoren. Sie füh­ren Krank­hei­ten an, die sich schnel­ler und wei­ter aus­brei­ten und dass gera­de arme Men­schen von zuneh­men­den Wet­ter­ex­tre­men betrof­fen sind, was zu Flucht­be­we­gun­gen füh­ren kann. Ihr Fazit: „Es liegt in unse­rer Hand, wie sich das zukünf­ti­ge Kli­ma ent­wi­ckeln wird und damit auch, inwie­weit sich die Fol­gen der glo­ba­len Erwär­mung ver­schär­fen wer­den!“

Im Gespräch erzähl­ten die bei­den Nähe­res über die Ent­ste­hung ihres Buches: 1,5 Jah­re haben sie recher­chiert. 120 Wissenschaftler*innen haben sie zu Rate gezo­gen und viel­fach auch gegen­le­sen las­sen. Das Buch wird dem­nächst in meh­re­ren Fremd­spra­chen erschei­nen. Die jun­gen Män­ner haben wei­te­re Plä­ne: Ein Kino­film, der zum Jah­res­en­de fer­tig­ge­stellt sein soll, befin­det sich in der Mache. Außer­dem wer­den Erklär­fil­me für Social Media pro­du­ziert, um die gän­gi­gen Behaup­tun­gen von Kli­ma­leug­nern zu wider­le­gen. Außer­dem sind die Jung­au­to­ren seit dem Erschei­nen ihres Buches mehr­fach pro Woche zu Vor­trä­gen unter­wegs. Dazu wer­den sie häu­fig auch von Unter­neh­men ein­ge­la­den.

Ende die­ses Jah­res wol­len Nel­les und Ser­rer ihr Stu­di­um abschlie­ßen. Durch ihr Buch­pro­jekt und ihre zahl­rei­chen Vor­trä­ge hat sich ihr Abschluss bereits um ein Jahr ver­zö­gert. Was man dazu auf jeden Fall sagen kann: Sie haben die Zeit gut genutzt.