Klimakrise zunehmend wichtiges Thema

Die Gra­fik durf­te ich mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der c acatec/IfD Allens­bach der Stu­die “Mobi­li­tät und Kli­ma­schutz” v. 06. Mai 2019 ent­neh­men.

28.05.2019

Studie: Begrenzte Handlungsbereitschaft

Eine Befra­gung durch das Insti­tut für Demo­sko­pie zum The­ma „Mobi­li­tät und Kli­ma­schutz“ brach­te eini­ge sehr inter­es­san­te Ergeb­nis­se zuta­ge.

Die­se Ergeb­nis­se der Befra­gung von 1.301 Per­so­nen ab 16 Jah­ren zei­gen einen deut­li­chen Bedeu­tungs­zu­wachs des Kli­ma­schut­zes. Mach­ten sich im Janu­ar 2017 noch 37 Pro­zent der Befrag­ten Sor­gen über den Kli­ma­wan­del, so stieg die­ser Wert über 49 Pro­zent (Dezem­ber 2017) und 51 Pro­zent (in 2018) auf nun­mehr 61 Pro­zent. 51 Pro­zent sind der Mei­nung, dass zu wenig für den Kli­ma­schutz getan wird („Eher zu viel“: 15%). Als wich­tigs­te Maß­nah­men wer­den genannt: Regel­wäl­der schüt­zen und auf­fors­ten (73 Pro­zent), öffent­li­chen Nah­ver­kehr aus­bau­en (70 Pro­zent), schad­stoff­freie Antriebs­sys­te­me für Lkw und Autos (68 Pro­zent), Güter­ver­kehr auf Schie­ne und Was­ser­we­ge ver­la­gern (68 Pro­zent). Auf­fäl­lig ist, dass die Maß­nah­men, die für vie­le der Befrag­ten Ein­schrän­kun­gen bedeu­ten wür­den, sel­te­ner genannt wer­den: Weni­ger Auto fah­ren (47 Pro­zent), Flug­ver­kehr ein­schrän­ken (44 Pro­zent) und Tem­po­li­mit auf Auto­bah­nen (40 Pro­zent). Inso­fern ist es nur fol­ge­rich­tig, dass eine Mehr­heit (54 Pro­zent) davon aus­geht, im Ver­kehrs­sek­tor las­se sich die Kli­ma­be­las­tung nur „etwas“ redu­zie­ren und nur eine knap­pe rela­ti­ve Mehr­heit von 46 Pro­zent ein „grund­sätz­li­ches Umden­ken“ im Ver­kehr für not­wen­dig hält, wäh­rend 43 Pro­zent der befrag­ten „Kor­rek­tu­ren in ein­zel­nen Berei­chen“ für aus­rei­chend hält.

Die größ­ten Pro­ble­me wie­der­um sehen die Befrag­ten durch „zu vie­le Staus“ (82 Pro­zent), über­las­te­te Innen­städ­te (77 Pro­zent). Mit grö­ße­ren Abstän­den fol­gen die Luft­ver­schmut­zung (64 Pro­zent) und die Lärm­be­las­tung (62 Pro­zent). Kon­kre­te Maß­nah­men fin­den viel­fach kei­ne son­der­lich gro­ße Unter­stüt­zung. So wün­schen sich nur 34 Pro­zent Autos mit E‑Antrieb und je 25 Pro­zent auto­freie Innen­städ­te sowie eine ver­mehr­te gemein­schaft­li­che Auto­nut­zung. Deut­li­che Zustim­mungs­wer­te fin­den wie­der­um nur der Aus­bau des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs und außer­dem „intel­li­gen­te Ampel­schal­tun­gen“. Dazu passt ein­mal mehr, dass 47 Pro­zent der Befrag­ten glau­ben, man kön­ne die Umwelt­be­las­tung allei­ne durch „umwelt­freund­li­che Antriebs­ar­ten und Ver­kehrs­mit­tel“ deut­lich redu­zie­ren und nur 37 Pro­zent davon aus­ge­hen, die Men­schen müss­ten sich ein­schrän­ken. Im Ergeb­nis heißt dies: Das Bewusst­sein dafür, dass sich etwas ändern muss, ist sehr hoch. Die Bereit­schaft, Ände­run­gen bei sich sel­ber vor­zu­neh­men, ist gerin­ger. Das unter­strei­chen auch die Aus­sa­gen dar­über, was für die eige­ne Mobi­li­tät beson­ders wich­tig ist. Weit vor­ne lan­det die „Fle­xi­bi­li­tät und Unab­hän­gig­keit“ (82 Pro­zent). „Ver­läss­lich­keit und Plan­bar­keit“, „Sicher­heit“ sowie „Schnel­lig­keit“ fol­gen (71 bis 66 Pro­zent). Die Kos­ten der Mobi­li­tät spie­len schon kei­ne her­aus­ra­gend gro­ße Rol­le mehr (54 Pro­zent) und die „Umwelt­freund­lich­keit“ ran­giert noch wei­ter hin­ten (30 Pro­zent). „Dass ich neben­bei etwas machen kann, z. B. arbei­ten oder lesen“ – ein typi­scher Vor­teil öffent­li­cher Ver­kehrs­mit­tel – lan­det mit nur 11 Pro­zent weit hin­ten in der Prio­ri­tä­ten­lis­te.

Die Fra­gen nach der Nut­zungs­fre­quenz ber­gen kei­ne Über­ra­schun­gen. Das Auto nut­zen 53 Pro­zent der Befrag­ten täg­lich oder gar mehr­fach täg­lich („Es ist am bequems­ten, das Auto zu benut­zen“ sagen 54 aller Befrag­ten und 58 Pro­zent der Berufs­tä­ti­gen). 17 Pro­zent nut­zen das Fahr­rad und 16 Pro­zent den öffent­li­chen Nah­ver­kehr min­des­tens ein­mal täg­lich. Der Stel­len­wert des Autos auf dem Land ist wesent­lich aus­ge­präg­ter als in den Städ­ten (63 zu 38 Pro­zent). Beim Fahr­rad ist die Ten­denz umge­kehrt (13 zu 20 Pro­zent), eben­so beim öffent­li­chen Nah­ver­kehr (7 zu 23 Pro­zent).

Auch bei den Ant­wor­ten auf die Fra­gen zum E‑Auto ist über­wie­gend Alt­be­kann­tes zu ver­neh­men. Für 60 Pro­zent der Befrag­ten käme ein sol­ches nicht in Fra­ge, für 21 Pro­zent durch­aus und fast jeder Fünf­te ist noch unent­schlos­sen. Die am häu­figs­ten genann­ten Vor­be­hal­te sind die Anschaf­fungs­kos­ten (74 Pro­zent), die Reich­wei­te (66 Pro­zent) und der Man­gel an Lade­stel­len (60 Pro­zent) sowie die zu lan­ge Lade­dau­er (54 Pro­zent).

 

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