Konjunkturprogramm für Bahnhöfe

02.06.2020 (Pres­se­er­klä­rung)

Schnell wirksam, anhaltend belebend und ökologisch sinnvoll

Vor dem heu­ti­gen Koali­ti­ons­gip­fel for­dert Mat­thi­as Gast­el, Spre­cher für Bahn­po­li­tik der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on, ein „Kon­junk­tur­pro­gramm Per­so­nen­bahn­hö­fe“:

„Ein ver­nünf­ti­ges Kon­junk­tur­pro­gramm muss schnell wirk­sam wer­den, anhal­tend bele­bend wir­ken und deut­li­che öko­lo­gi­sche Impul­se set­zen. Eine sinn­vol­le Idee, die unbe­dingt ange­packt wer­den soll­te, ist ein Pro­gramm für die Erneue­rung von Per­so­nen­bahn­hö­fen. Bahn­hö­fe müs­sen wie­der die Visi­ten­kar­te einer Stadt und des öffent­li­chen Ver­kehrs wer­den. Das Pro­gramm soll­te Maß­nah­men ent­hal­ten, die vom ört­li­chen Hand­werk umge­setzt wer­den kön­nen. Dar­un­ter fal­len die Erneue­rung von Boden­be­lä­gen, Fas­sa­den­sa­nie­run­gen oder auch die Auf­wer­tung von Grün­flä­chen. Davon pro­fi­tie­ren vor allem mitt­le­re und klei­ne Sta­tio­nen, bei denen der Inves­ti­ti­ons­stau am größ­ten ist. Außer­dem soll­ten altes Sitz­mo­bi­li­ar erneu­ert, Rei­sen­den­in­for­ma­tio­nen aus­ge­baut, berüh­rungs­freie Zugän­ge zu den Bahn­hö­fen geschaf­fen und Des­in­fek­ti­ons­säu­len instal­liert wer­den. Vie­les davon kann noch in die­sem Jahr begon­nen wer­den. Das hilft dem Hand­werk und ver­bes­sert die Auf­ent­halts­qua­li­tät sowie den Gesund­heits­schutz der Rei­sen­den.
Zügig ange­gan­gen wer­den soll­ten dar­über hin­aus deut­lich höhe­re Inves­ti­tio­nen in die Bar­rie­re­frei­heit wie die Erhö­hung von Bahn­stei­gen, den Ein­bau von Auf­zü­gen und das Schaf­fen von Blin­den­leit­sys­te­men. In Fach­krei­sen wird geschätzt, dass mit einem der­ar­tig breit ange­leg­ten Pro­gramm knapp eine Mil­li­ar­de Euro schnell ver­baut wer­den kann.“

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Kommentare zu “Konjunkturprogramm für Bahnhöfe

  1. Bernd Kittendorf Reply

    Sehr geehr­ter Herr Gast­el,

    die Ver­kehrs­sta­tio­nen auf­hüb­schen und dazu Bar­rie­re­frei­heit her­stel­len, das ist eine wirk­lich gute Idee. Ob da auch die DB-Chef­eta­ge mit­spie­len wird? Wenn es an den Umbau von Bahn­stei­gen (wel­che Höhe?) und den Ein­bau von (fast immer zu klei­nen) Auf­zü­gen geht, muß die Kapa­zi­tät für die Pla­nung da sein. Eine Stei­ge­rung von (gefühlt) fast nichts auf rich­tig viel dürf­te – sogar bei gutem Wil­len – nicht ein­fach umsetz­bar sein. Selbst für Maß­nah­men, die kei­ne voll­stän­di­gen Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren brau­chen (feh­len­de tak­ti­le Leit­strei­fen und Beschrif­tun­gen an Hand­läu­fen nach­rüs­ten) macht Pla­nung und Durch­füh­rung bis hin zur Abnah­me Auf­wand. Außer­dem: gera­de bei Bar­rie­re­frei­heit führt gut gemeint sei­tens der Geld­ge­ber nicht auto­ma­tisch zu gut gemacht auf Arbeits­ebe­ne. Ver­bes­sert und doch nicht wirk­lich gut, das gibt es nur zu oft.

    Ansons­ten gibt es auch im ÖPNV in Städ­ten und auf dem Land reich­lich Nach­hol­be­darf hin­sicht­lich bar­rie­re­frei­er (und auf­ge­hübsch­ter) Hal­te­stel­len und Stra­ßen­bahn- und Bus­stei­ge. Die Kom­mu­nen und Ver­kehrs­be­trie­be sehen bekannt­lich seit Jah­ren in den Nah­ver­kehrs­plä­nen die Stel­le, an der man irgend­wel­che Grün­de hin­schreibt, damit man die gesetz­lich vor­ge­ge­be­ne Bar­rie­re­frei­heit abwen­den kann, für die man ohne­hin kein Geld übrig hat. Prio­ri­tät hat die Ver­bes­se­rung bei der Bar­rie­re­frei­heit erkenn­bar bei vie­len Ver­ant­wort­li­chen nicht, in man­chem Gespräch ist mir auf­ge­fal­len, daß nicht mal erkannt wird, wor­um es dabei und bei der Inklu­si­on geht.

    Irgend­wie ist es schon ein wenig trau­rig, daß das was gut und rich­tig ist und als sol­ches von Genera­tio­nen vor­her getra­gen wur­de (Bahn­hö­fe als Visi­ten­kar­ten von Städ­ten und Gemein­den) nun allen­falls mit einem Kon­junk­tur­pro­gramm für finan­zier­bar gehal­ten wird. Trotz­dem: Ver­kehrs­sta­tio­nen auf­hüb­schen und dazu Bar­rie­re­frei­heit her­stel­len, das ist eine wirk­lich gute Idee.

    Mit freund­li­chen Grü­ßen
    Bernd Kit­ten­dorf

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Lei­der sieht es im Moment nicht so aus, als ob das Pro­gramm aus­rei­chend finan­ziert wer­den soll.

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