Mithilfe in der Vesperkirche

24.02.2019

Gespräche über Armut

Heu­te habe ich in der Ves­per­kir­che in Nür­tin­gen bei der Geträn­ke­ver­tei­lung gehol­fen und vie­le Gesprä­che geführt. Über 250 Gäs­te kom­men täg­lich zum Mit­tag­essen, heu­te waren es sogar über 400 – weil sie bedürf­tig sind und/oder Unter­hal­tung suchen. Vie­le nut­zen auch die Ange­bo­te an sozia­ler, recht­li­cher oder medi­zi­ni­scher Bera­tung. Ich konn­te mit Dia­ko­nin Bär­bel Grei­ler-Unrath (rechts im Bild), Stadt­rä­tin und Hel­fe­rin Regi­na Glück sowie mit eini­gen Gäs­ten über Armut, Bedürf­tig­keit und Ein­sam­keit in Deutsch­land spre­chen. Die Anzahl derer, die die­ses Ange­bot annimmt, steigt seit Jah­ren. Ins­be­son­de­re kom­men mehr allein­ste­hen­de älte­re Men­schen – ein Zei­chen für zuneh­men­de Armut (im Alter) und Ein­sam­keit.

Die­se Gele­gen­heit, ver­tief­te gesell­schaft­li­che Ein­bli­cke zu gewin­nen, nut­ze ich jedes Jahr ger­ne. Mein Dank gilt an die Haupt- und die vie­len Ehren­amt­li­chen, die die­ses Ange­bot ermög­li­chen!

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Kommentare zu “Mithilfe in der Vesperkirche

  1. Anteilnehmer Reply

    Vie­le war­ten schon hoff­nungs­schwan­ger auf das Neue BTHG, wer­den sich dann mehr Teil­ha­be statt Aus­gren­zung ein­stel­len ?
    Augen ver­schlie­ßen und Men­schen Mit­leid aus­spre­chen bewirkt doch irr­sin­nig wenig

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Ich ver­ste­he zwar den Zusam­men­hang zu mei­nem Bei­trag nicht, Ant­wort zum BTHG wird aber fol­gen.

      • Matthias Gastel
        Matthias Gastel Reply

        Lie­ber “Anteil­neh­mer”. Ihr Kom­men­tar ist etwas arg knapp gehal­ten um zu ver­ste­hen, wor­auf Sie hin­aus wol­len. Aber ich ver­su­che es mal mit einer Ant­wort zum BTHG:
        Das Bun­des­teil­ha­be­ge­setz (BTHG) soll­te das größ­te behin­der­ten­po­li­ti­sche Pro­jekt der gro­ßen Koali­ti­on in der letz­ten Wahl­pe­ri­ode wer­den. Es wird die­sem Anspruch bes­ten­falls teil­wei­se gerecht und springt zu kurz. Immer­hin ist es durch den mas­si­ven Druck behin­der­ter Men­schen und ihrer Ver­bän­de, der Wohl­fahrts­ver­bän­de sowie von Grü­nen in Bund und Län­dern gelun­gen, die ursprüng­lich vor­ge­se­he­nen Ver­schlech­te­run­gen zu ver­hin­dern oder zumin­dest stark abzu­mil­dern. Dabei bräuch­te das Teil­ha­be­recht nach wie vor einen Para­dig­men­wech­sel: Hin zum Grund­prin­zip der Inklu­si­on und der ver­läss­li­chen und dau­er­haf­ten Ver­ant­wor­tung des Bun­des. Für uns steht fest, dass sich Teil­ha­be­leis­tun­gen nicht mehr an sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Maß­stä­ben, son­dern am men­schen­recht­lich gebo­te­nen Ziel der vol­len und gleich­be­rech­tig­ten Teil­ha­be ori­en­tie­ren müs­sen. Dar­auf arbei­ten wir seit Jah­ren in par­la­men­ta­ri­schen Anträ­gen und Anfra­gen hin und wer­den das auch wei­ter tun. Wir wer­den uns dafür ein­set­zen, dass das Bun­des­teil­ha­be­ge­setz bald wei­ter ent­wi­ckelt wird. Dies soll­te in der gera­de begon­ne­nen Wahl­pe­ri­ode gesche­hen, am bes­ten, bevor die Vor­schrif­ten zur Ein­glie­de­rungs­hil­fe 2020 wirk­sam wer­den.
        Bei der Wei­ter­ent­wick­lung des Bun­des­teil­ha­be­ge­set­zes sind uns fol­gen­de Punk­te beson­ders wich­tig:
        Alle Men­schen mit Behin­de­run­gen, die auf Teil­ha­be­leis­tun­gen ange­wie­sen sind, müs­sen – unab­hän­gig von Art und Umfang des Unter­stüt­zungs­be­darfs – ein unein­ge­schränk­tes Wunsch- und Wahl­recht bei der Leis­tungs­ge­stal­tung haben.
        Die Leis­tun­gen müs­sen sich am Bedarf der behin­der­ten Men­schen ori­en­tie­ren und nicht dar­an, wo die Leis­tung erbracht wird (Per­so­nen­zen­trie­rung).
        Die Reform muss Alter­na­ti­ven zu den heu­ti­gen (teil-)stationären Ein­rich­tun­gen (z.B. Wohn­hei­men) stär­ken.
        Jedem behin­der­ten Men­schen müs­sen Wege zur Teil­ha­be am Arbeits­le­ben offen ste­hen. Gleich­zei­tig darf gesell­schaft­li­che Teil­ha­be nicht auf das Arbeits­le­ben beschränkt wer­den, viel­mehr müs­sen Leis­tun­gen zur sozia­len Teil­ha­be den glei­chen Stel­len­wert haben wie Leis­tun­gen zur Teil­ha­be am Arbeits­le­ben.
        Es muss ein bun­des­weit ein­heit­li­ches und nach­voll­zieh­ba­res Ver­fah­ren zur Bedarfs­er­mitt­lung geben.
        Leis­tun­gen zur Teil­ha­be müs­sen unab­hän­gig von Ein­kom­men und Ver­mö­gen erbracht wer­den
        Fach­leis­tun­gen (z.B. Assis­tenz) und exis­tenz­si­chern­de Leis­tun­gen zum Lebens­un­ter­halt müs­sen kon­se­quent von­ein­an­der getrennt wer­den.
        Wir haben einen umfas­sen­den Antrag unter der Druck­sa­chen­num­mer gestellt, der von den Regie­rungs­frak­tio­nen lei­der abge­lehnt wur­de.

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