Mobilität entscheidet für junge Menschen über Zugang zu Bildung, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe.1 Eine aktuelle Studie der ADAC Stiftung in Zusammenarbeit mit dem SINUS-Institut und der Universität Duisburg-Essen zeigt, welche Wünsche und Erwartungen die Gen Z (16- bis 27-Jährige) an Mobilität hat, und welche Herausforderungen sich daraus ergeben.
Die Ergebnisse machen deutlich: Mobilität ist vor allem für junge Menschen das funktionale Instrument. Schnelligkeit, Verlässlichkeit, Bezahlbarkeit, sowie Flexibilität sind die Entscheidungsfaktoren in der Auswahl des Verkehrsverhaltens der Gen Z. Umweltfreundlichkeit spielt dagegen eine deutlich geringere Rolle. Nur etwa 12 Prozent der Befragten nennen sie als entscheidungsrelevantes Kriterium bei der Wahl der Mobilitätsform.
Nebenbei ist der Führerschein, und damit der individuelle Personenverkehr, ein attraktives Mittel der Mobilität. Rund 85 Prozent der 16- bis 27-Jährigen besitzen ihn, oder planen ihn zu erwerben. Studien prognostizieren jedoch auch, dass sich diese Bedeutung perspektivisch verändern könnte. Eine Studie des Beratungsunternehmens McKinsey zeigt, dass künftig nur noch etwa ein Drittel der Gen Z dauerhaft mit dem eigenen Auto mobil sein möchte.2
Im Gegensatz zum Auto gewinnt vor allem der öffentliche Verkehr an Bedeutung. Laut der ADAC Stiftung wünschen sich rund 40 Prozent der jungen Menschen einen modernen und gut ausgebauten ÖPNV. Ein leistungsfähiger öffentlicher Verkehr überlässt dem oder der Einzelnen die Entscheidung über Mobilität und ermöglicht gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe. Dies ganz unabhängig vom Einkommen oder Wohnort. Mobilität ist damit einer der zentralen Fragen in Sachen öffentlicher Daseinsvorsorge.
Demgegenüber äußern sich junge Menschen eher ambivalent in Bezug auf die Nachhaltigkeit. Mehr als die Hälfte der Befragten erkennt die Auswirkungen des derzeitigen Mobilitätsverhaltens auf Klima und Umwelt. Aber eben auch fast jede Zweite Person äußert Sorgen über mögliche Kostensteigerungen durch den Wandel zu nachhaltiger Mobilität. Insgesamt geben 41 Prozent an, bei ihrer Mobilität schon jetzt auf Nachhaltigkeit zu achten.
Dieselbe Studie zeigt zudem Unterschiede zwischen den sozialen Milieus. Während sich einige Teile der Bevölkerung für nachhaltige Mobilität einsetzen, steht für andere junge Menschen zunächst die praktische Nutzbarkeit und Zugang im Vordergrund. Für sie sind vor allem Erreichbarkeit, Verlässlichkeit und Kosten entscheidend. Die Schwierigkeit der Mobilitätspolitik ist es, diese unterschiedlichen Ausgangslagen zu berücksichtigen und Angebote zu schaffen, die für alle jungen Menschen funktionieren.
Eine zukunftsfähige Mobilitätspolitik muss daher auf zwei Ziele ausgerichtet sein: Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit. Mobilität ist daher mehr als nur Fortbewegung, sie ist die Voraussetzung für gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe.
Dieser Beitrag entstand unter Mithilfe des Praktikanten Niklas Luik
Verwendete Quellen: ADAC Stiftung – Mobilität junger Menschen – Policy Paper 2025 (https://stiftung.adac.de/wp-content/uploads/2025/11/ADAC_Stiftung_Policy-Paper_Mobilitaet_Junger_Menschen_2025.pdf)
1Staatklar – Junge Mobilität: Weniger Auto, mehr ÖPNV (https://www.staatklar.org/artikel/junge-mobilitaet-weniger-auto-mehr-oepnv.html)
2 McKinsey – Europe’s Gen Z and the future of mobility – Artikel 2023 (https://www.mckinsey.com/industries/automotive-and-assembly/our-insights/europes-gen-z-and-the-future-of-mobility)
