Nein zur Hintertür für die Autobahnprivatisierung!

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02.06.2017 (Pres­se­er­klä­rung)

Auto­bahn­pri­va­ti­sie­rung nicht aus­ge­schlos­sen“

Zur heu­ti­gen Bun­des­tags­ab­stim­mung über die Grün­dung einer Bun­des­fern­stra­ßen­ge­sell­schaft und meh­re­re Grund­ge­setz­än­de­run­gen erklärt Mat­thi­as Gastel, MdB aus Fil­der­stadt und Mit­glied im Ver­kehrs­aus­schuss:

„Das von der Koali­ti­on beschlos­se­ne Gesetz zur Grün­dung einer Auto­bahn­ge­sell­schaft ent­hält nach wie vor Schlupf­lö­cher für Pri­va­ti­sie­run­gen. Mit ein­fa­cher Mehr­heit im Bun­des­tag kann die Stra­ßen­in­fra­struk­tur zu einem spä­te­ren Zeit­punkt zum Anla­ge­ob­jekt pri­va­ter Inves­to­ren gemacht wer­den. Auch die Auf­nah­me von über­teu­er­ten Kre­di­ten durch die Auto­bahn­ge­sell­schaft oder die Umwand­lung der Auto­bahn-GmbH in eine Akti­en­ge­sell­schaft kön­nen durch die Hin­ter­tür erfol­gen.

Wir Grü­ne im Bun­des­tag haben uns für den kom­plet­ten Aus­schluss von Öffent­lich-Pri­va­ten Part­ner­schaf­ten sowie ver­fas­sungs­recht­lich ver­an­ker­te Pri­va­ti­sie­rungs­schran­ken ein­ge­setzt. Beim Bau und der Ver­wal­tung von Fern­stra­ßen besteht zwei­fel­los Hand­lungs­be­darf und wir wol­len das inef­fi­zi­en­te Aus­ein­an­der­fal­len von Pla­nungs- und Finan­zie­rungs­ver­ant­wor­tung been­den. Wir Grü­ne wol­len die öffent­li­chen Stra­ßen aber nicht Ban­ken, Ver­si­che­run­gen und Bau­kon­zer­nen über­las­sen. Für eine effi­zi­en­te und öko­lo­gi­sche Ver­kehrs­po­li­tik brau­chen wir die demo­kra­ti­sche Kon­trol­le über unse­re Infra­struk­tur und kei­ne pri­va­te Ren­di­te­jagd. Die Koali­ti­on hat sich bedau­er­li­cher­wei­se gewei­gert, Pri­va­ti­sie­rungs­schran­ken im Grund­ge­setz fest­zu­schrei­ben und dadurch nicht alle Hin­ter­tü­ren für Pri­va­ti­sie­run­gen dau­er­haft und rechts­si­cher geschlos­sen.

Bei der Gemein­de­ver­kehrs­fi­nan­zie­rung hat die Koali­ti­on ohne Not eine erheb­li­che Unter­fi­nan­zie­rung für die kom­men­den Jah­re grund­ge­setz­lich fest­ge­schrie­ben. Die Mit­tel des Bun­des für kom­mu­na­le Nah­ver­kehrs­pro­jek­te wer­den bis 2025 auf dem Sta­tus quo ein­ge­fro­ren, obwohl das Pro­gramm seit 20 Jah­ren nicht auf­ge­stockt wur­de und dem Bedarf seit lan­gem nicht gerecht wird. Um die Daseins­vor­sor­ge sicher­zu­stel­len und den Ver­fall der Infra­struk­tur zu stop­pen, for­dern wir Grü­ne for­dern die Bun­des­mit­tel für den ÖPNV auf 1 Mil­li­ar­de Euro pro Jahr zu ver­drei­fa­chen.“

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Posi­ti­on der Bun­des­tags­frak­ti­on Bünd­nis 90/Die Grü­nen bzgl. Auto­bahn­ge­sell­schaft und Gemein­de­ver­kehrs­fi­nan­zie­rung kön­nen fol­gen­den Ände­rungs­an­trä­gen ent­nom­men wer­den, die von der Koali­ti­on abge­lehnt wur­den:

https://medien.gruene-bundestag.de/pgf/AendA_Art90_BFSG_F104-17.pdf

https://medien.gruene-bundestag.de/pgf/AendA_Artikel_125c_GG_F103-17.pdf