Neubaustrecke München-Berlin ohne Güterverkehr

22.02.2019

Auch NBS Wendlingen-Ulm ohne Güterverkehr?

Man kann schon von vor­sätz­li­cher Täu­schung spre­chen: Wie Pro­jekt­kri­ti­ker befürch­tet hat­ten, fährt auf der mil­li­ar­den­teu­ren Neu­bau­stre­cke zwi­schen Mün­chen und Ber­lin kein Güter­ver­kehr. In der Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nung wur­den die­se Züge aber ein­kal­ku­liert.

Von 70 Güter­zü­gen pro Rich­tung und Tag war man aus­ge­gan­gen. Mehr als ein Jahr nach der durch­ge­hen­den Eröff­nung der Stre­cke wur­de aber noch kein ein­zi­ger davon gesich­tet. Dies muss­te die Bun­des­re­gie­rung auf unse­re Anfra­ge hin ein­räu­men. Ein Grund: Die Tras­se ist mit einer Stei­gung von bis zu 20 Pro­mil­le zu steil. Ohne Güter­zü­ge dürf­te die Wirt­schaft­lich­keit der 10 Mil­li­ar­den Euro teu­ren Stre­cke dahin sein.

Die Neu­bau­stre­cke zwi­schen Wend­lin­gen und Ulm, die sich der­zeit im Bau befin­det, weist sogar eine Stei­gung von bis zu 35 Pro­mil­le auf – mehr als die bestehen­de Stre­cke durchs Fil­s­tal und über die Geis­lin­ger Stei­ge. Für die Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nung wur­den einst 40 Güter­zü­ge ein­kal­ku­liert und spä­ter auf 16 her­un­ter­kor­ri­giert. Ist das rea­lis­tisch? Wer­den dort über­haupt ein­mal Güter­zü­ge fah­ren kön­nen? Ich habe dies im Ver­kehrs­aus­schuss und mit­tels einer Anfra­ge an die Bun­des­re­gie­rung the­ma­ti­siert. Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung: Wir gehen davon aus. Begrün­det wird der Opti­mis­mus nicht.

Fazit: Die teu­ren Neu­bau­stre­cken wur­den mit fik­ti­ven Güter­zü­gen schön­ge­rech­net. Wären sie kon­se­quent allei­ne für den Per­so­nen­ver­kehr kon­zi­piert wor­den, hät­ten sie kos­ten­güns­ti­ger rea­li­siert wer­den kön­nen.

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