Neue Straßenbahnen statt noch mehr neue Straßen

PRESSEMITTEILUNG

Berlin/Stuttgart, 17.01.2017

Von der CDU ange­zet­tel­ter Streit um Umge­hungs­stra­ßen – MdB Gast­el (Grü­ne) pocht auf Ein­hal­tung des Koali­ti­ons­ver­tra­ges

Ange­sichts der aktu­el­len Dif­fe­ren­zen zwi­schen Grü­nen und CDU um Nach­for­de­run­gen von der CDU-Sei­te in Höhe von rund 18 Mil­lio­nen Euro für den Bau von Umge­hungs­stra­ßen im Lan­des­haus­halt 2017 schal­tet sich Mat­thi­as Gast­el (Grü­ne), baden-würt­tem­ber­gi­scher Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter im Aus­schuss für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur, in die Debat­te ein. Gast­el, der maß­geb­lich den Mobi­li­täts­be­reich im Koali­ti­ons­ver­trag von Grün-Schwarz mit­ver­han­del­te, pocht auf die Ver­ein­ba­run­gen im Koali­ti­ons­ver­trag und unter­streicht die Not­wen­dig­keit zur Mit­fi­nan­zie­rung moder­ner Stadt­bahn- und Stra­ßen­bahn­fahr­zeu­ge in Baden-Würt­tem­berg.

„Grü­ne und CDU haben sich dar­auf geei­nigt, die Mit­tel zwi­schen Stra­ße und Schie­ne aus­kömm­lich und aus­ge­wo­gen zu ver­tei­len. Und mit dem Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan wur­den für den Stra­ßen­bau in Baden-Würt­tem­berg nahe­zu alle Pro­jek­ten ent­spre­chend der Vor­stel­lun­gen der Lan­des­re­gie­rung berück­sich­tigt. Bei der Schie­ne hat der Bund hin­ge­gen bis auf die Gäu­bahn sämt­li­che Anmel­dun­gen des Lan­des abge­bü­gelt. Wes­halb die CDU nun mit wei­te­ren mil­lio­nen­schwe­ren Wunsch­lis­ten für Umge­hungs­stra­ßen ankommt, ist mir völ­lig schlei­er­haft und sach­lich nicht zu begrün­den. Da bricht mal wie­der die alte Lie­be zum Asphalt durch“, erklärt Mat­thi­as Gast­el in einer ers­ten Bewer­tung zu den Wün­schen von der CDU-Sei­te zum Lan­des­haus­halt.

„Noch immer war­ten vie­le kom­mu­na­le Ver­kehrs­un­ter­neh­men im Land auf eine aus­kömm­li­che Mit­fi­nan­zie­rung moder­ner Schie­nen­fahr­zeu­ge. Der Koali­ti­ons­ver­trag sagt klar und deut­lich, dass die Prio­ri­tät zunächst ein­mal auf Ersatz­be­schaf­fun­gen liegt, bevor wir völ­lig neue Bau­stel­len auf­ma­chen. Ein Pos­ten von 25 Mil­lio­nen Euro für die Mit­fi­nan­zie­rung moder­ner Stra­ßen­bah­nen und Stadt­bah­nen wäre ange­sichts der Situa­ti­on der kom­mu­na­len Ver­kehrs­un­ter­neh­men der bes­se­re Weg. Nicht zuletzt auf Grund der Fein­staub- und Stick­oxid­pro­ble­me in eini­gen Städ­ten wäre hier das Geld sinn­vol­ler ange­legt“, so Gast­el abschlie­ßend.

Nach­trag:

Die Koali­ti­on hat sich geei­nigt. Die Eini­gung sieht vor, dass zusätz­li­che 80 Mil­lio­nen Euro Inves­ti­tio­nen in den Schie­nen­nah­ver­kehr, in die Sanie­rung und dazu­ge­hö­ri­ge Pla­nung von Stra­ßen sowie in die Sanie­rung von lan­des­ei­ge­nen Gebäu­den gehen. 20 Mil­lio­nen Euro aus Sanie­rungs­mit­teln  wer­den für die För­de­rung der Kom­mu­nen für Ersatz­be­schaf­fun­gen von Schie­nen­fahr­zeu­gen im Lan­des­haus­halt 2017 zur Ver­fü­gung gestellt. Wei­te­re 40 Mil­lio­nen Euro sol­len im Dop­pel­haus­halt 2018/19 davor vor­ge­se­hen wer­den. 30 Mil­lio­nen Euro mehr flie­ßen in 2017 in die Sanie­rung von Stra­ßen ein­schließ­lich der dazugehö­ri­gen Pla­nung.

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Ein Kommentar zu “Neue Straßenbahnen statt noch mehr neue Straßen

  1. Werner Klingbiel Reply

    Ich bin auch der Mei­nung dass Elek­tro­mo­bi­li­tät in Form von Stra­ßen­bah­nen auch unter vie­len Grü­nen zu kurz kommt, ins­be­son­drre mei­ne ich damit Ham­burg aber auch Schles­wig Hollstein. In Ham­burg ver­hin­dern die Grü­nen unter ihrem Ober­va­ter Scholz (SPD) die Wie­der­ein­füh­rung der Stra­ßen­bahn mit den abstru­ses­ten Begrün­dun­gen, in Kiel und Lübeck geht es auch nicht wei­ter.
    In MV sind die Grü­nen nicht zuletzt an der Süd­bahn geschei­tert.
    Soll­te nicht die Grü­nen bun­des­weit, wie sie es jaz. B mit der Stadt­bahn Tübin­gen-Reut­lin­gen tun end­lich bun­des­weit auf einen ein­heit­li­chen Stan­dard kom­men.
    Ulm ist ein gutes Bei­spiel, dass nicht nur Groß­be­trie­be aus­ge­baut wer­den kön­nen, wobei Ham­burg die bun­des­weit größ­te Stadt ohne Stra­ßen­bahn ist und das mit grü­ner Regie­rungs­be­tei­li­gung. Wenn man Zie­le nicht umset­zen kann, darf man nicht regie­ren.
    Ich fin­de es gut, dass Würt­tem­berg von Baden end­lich lernt und hof­fe für das Stadt­bahn­netz um Tübin­gen, dass es end­lich wirk­lich auch für Bür­ger merk­bar umge­setzt wird.

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