Neuer Schnellbus für Stuttgart

26.10.2018

X1 im Praxistest

Stutt­gart erstickt im Ver­kehr und lei­det unter zu hohen Schad­stoff­wer­ten in der Luft. Zugleicht sind öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel wie die Stadt­bah­nen oft­mals über­füllt. Abhil­fe schaf­fen soll der seit weni­gen Tagen von Mon­tag bis Frei­tag im Fünf-Minu­ten-Takt fah­ren­de Schnell­bus „X1“.

Heu­te um die spä­te Vor­mit­tags­zeit habe ich das neue Ange­bot, das Bad Cann­statt mit dem Haupt­bahn­hof ver­bin­det, getes­tet. Die ers­te Fahrt begann mit acht Fahr­gäs­ten. Gleich nach der Abfahrt stand der Bus im Stau, bis er auf Höhe der Neckar­brü­cke die ers­te Bus­spur erreich­te. Etwas spä­ter traf der Bus auf die extra für den X1 ange­leg­te, 860 Meter lan­ge Bus­spur. An der eigens für die neue Bus­li­nie ein­ge­rich­te­ten Hal­te­stel­le „Doro­the­en­stra­ße“ stie­gen (auch bei den nach­fol­gen­den Fahr­ten) meh­re­re Fahr­gäs­te aus (ein). Zustie­ge ent­lang der Stre­cke waren die Aus­nah­me. Nach 22 Minu­ten erreich­te der Bus den Haupt­bahn­hof.

Beginn der 860 Meter lan­gen Bus­spur in Fahrt­rich­tung zum Haupt­bahn­hof.

Auf die zwei­te Fahrt muss­te ich am Haupt­bahn­hof über 20 Minu­ten war­ten. So lan­ge kam kein Bus, was ange­sichts der sehr dich­ten Tak­tung unge­wöhn­lich ist. Am Bus­steig ent­wi­ckel­ten sich leb­haf­te Dis­kus­sio­nen zwi­schen den war­ten­den Fahr­gäs­ten. Eini­ge schimpf­ten. Eine Frau berich­te­te, dass sie das neue Ange­bot schon mehr­fach genutzt habe und begeis­tert sei. Der schließ­lich ankom­men­de Bus war dann sehr voll. Die Fahrt ver­lief zügig und ohne nen­nens­wer­te Stau­un­gen, obwohl die lan­ge Bus­spur aus­schließ­lich den Bus­sen in die Gegen­rich­tung zur Ver­fü­gung stand.

Ich unter­nahm noch eine drit­te Fahrt. Dies­mal star­te­ten zwei Schnell­bus­se gleich­zei­tig. Sie benö­tig­ten viel Zeit, um auf der Kreu­zung des Cann­stat­ter Wil­helms­plat­zes die Fahrt­rich­tung zurück an den Haupt­bahn­hof ein­zu­schla­gen. Dann ging es flott vor­an. Die Ein­fä­de­lung am Ende der lan­gen Bus­spur kos­te­te etwas Zeit, der Bus­fah­rer fluch­te. Der eine Bus über­hol­te an einer Hal­te­stel­le den ande­ren. Die Bus­be­vor­rech­ti­gun­gen an den Ampeln auf der „Theo“ funk­tio­nier­ten per­fekt. Die Fahrt dau­er­te dies­mal nur 15 Minu­ten.

Fazit: Der Bus ist eine gute Idee und das Fahr­gast­po­ten­ti­al hier­für dürf­te vor­han­den sein. Die Bevor­rech­ti­gung an Ampeln und durch weitere/längere Bus­spu­ren könn­te jedoch kon­se­quen­ter sein. Wich­tig ist auch die (vor­ge­se­he­ne) Umstel­lung auf Elek­tro­bus­se.

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