Offener Brief: Tickets zum DING-Tarif

19.01.2023

Der Donau-Iller-Nah­ver­kehrs­ver­bund (DING) koope­riert beim Fahr­kar­ten­ver­kauf nicht mit der Deut­schen Bahn (DB). Aus Sicht von Grü­nen-Abge­ord­ne­ten ist dies sehr zum Nach­teil der Fahr­gäs­te. Sie haben sich daher an DING gewandt.

Abgeordnete für einfacheres Ticketing

Sehr geehr­te (…),

die erfolg­rei­che Inbe­trieb­nah­me der Neu­bau­stre­cke Wend­lin­gen – Ulm hat für den Schie­nen­ver­kehr zwi­schen Stutt­gart und Ulm eine neue Aus­gangs­la­ge geschaf­fen. Dies betrifft neben den schnel­le­ren Fern­ver­kehrs­ver­bin­dun­gen ins­be­son­de­re auch den Nah­ver­kehr, der neben eben­falls ver­kürz­ten Rei­se­zei­ten auch erheb­lich vom neu­en Bahn­hof Mer­klin­gen pro­fi­tiert. Durch die­sen wird eine gan­ze Regi­on neu an das Schie­nen­netz ange­schlos­sen sowie mit den Metro­pol­re­gio­nen Stutt­gart und Ulm verknüpft.

Dies bedeu­tet für die Kund:innen des Donau-Iller-Nah­ver­kehrs­ver­bund (DING), in des­sen Tarif­be­reich der Bahn­hof Mer­klin­gen liegt, deut­li­che Ver­bes­se­run­gen im ÖPNV.

Für einen attrak­ti­ven ÖPNV ist aber nicht aus­schließ­lich die Qua­li­tät der Ver­bin­dun­gen maß­geb­lich, son­dern es sind vie­le Fak­to­ren aus­schlag­ge­bend. So ist bei­spiels­wei­se auch das unkom­pli­zier­te Buchen von güns­ti­gen Tickets sehr wich­tig, dies wur­de nicht zuletzt durch den gro­ßen Erfolg des Neun-Euro-Tickets bewiesen.

Lei­der ist es inner­halb des DING nicht mög­lich, Tickets über die DB-Online-Ver­triebs­we­ge zu kau­fen (z.B. DB-Navi­ga­tor), so etwa für die neue Stre­cke Mer­klin­gen – Ulm. Sei­tens der DB wur­de die Inte­gra­ti­on des Ticket­ver­kaufs bereits ange­sto­ßen. DING zeig­te hier lei­der kein Inter­es­se, obwohl mitt­ler­wei­le Ver­bund­ti­ckets einer Viel­zahl an Ver­kehrs­ver­bün­den in ganz Deutsch­land auch online über die DB erhält­lich sind. Auf Nach­fra­ge des Abge­ord­ne­ten Mat­thi­as Gast­el erneu­er­te die DB ihr Inter­es­se, auch DING-Tickets zu vertreiben.

Um das gewünsch­te Ticket für die Stre­cke zu bekom­men, muss ent­we­der am Auto­ma­ten gelöst, oder über den eige­nen Online­ver­trieb des DING gekauft wer­den, der aller­dings eine Regis­trie­rung erfordert.

Des Wei­te­ren sind die Tickets inner­halb des Ver­bun­des deut­lich teu­rer als über Ver­bund­gren­zen hin­weg. So kos­tet bei­spiels­wei­se die Stre­cke Mer­klin­gen-Ulm im DING 5,80 Euro, wäh­rend die län­ge­re Stre­cke von Mer­klin­gen nach Wend­lin­gen (wel­che über eine Ver­bund­gren­ze führt) nur 3,60 Euro kos­tet, da hier der lan­des­wei­te bwta­rif zur Gel­tung kommt.

Aus Sicht der Fahr­gäs­te sind sol­che Tarif­gren­zen nicht nach­zu­voll­zie­hen und nicht mehr zeit­ge­mäß. Für eine erfolg­rei­che Ver­kehrs­wen­de muss der Zugang zum ÖPNV so bar­rie­re­frei wie mög­lich geschal­tet sein, dazu zäh­len nicht zuletzt die ein­fa­che Ticket­bu­chung, wel­che auch ohne gro­ße Kennt­nis­se von Ver­kehrs­ver­bün­den und mög­li­chen Tarif­gren­zen mög­lich sein muss.

In oben erwähn­ter Ant­wort kün­dig­te die Deut­sche Bahn an, die aktu­el­len Ange­bots­ver­bes­se­run­gen im Nah­ver­kehr im Zusam­men­hang mit der Inbe­trieb­nah­me der Schnell­fahr­stre­cke Wend­lin­gen – Ulm zum Anlass neh­men, noch­mals auf die Geschäfts­füh­rung des DING zuzu­ge­hen. Ziel sei, so die DB, eine Auf­nah­me der DING-Tarif­an­ge­bo­te in unse­re Ver­triebs­sys­te­me zu erreichen.

Wir sind der Mei­nung, dass dies im Sin­ne der Tarif­ver­ein­fa­chung und damit im Inter­es­se der Fahr­gäs­te wäre. Daher bit­ten wir Sie, sich dem DB-Ver­triebs­sys­tem anzu­schlie­ßen und somit den Rei­sen­den einen ein­fa­che­ren Ticket­zu­gang zu ermöglichen.

Mit freund­li­chen Grüßen

Mat­thi­as Gast­el MdB

Mar­cel Emme­rich MdB

Micha­el Jou­kov MdL

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