Pünktlichkeit der deutschen S‑Bahnen

09.02.2020

In Bad Cann­statt wur­de ver­sucht, mit­tels “leuch­ten­der Bahn­steig­kan­ten” die Aus- und Ein­stei­ge­vor­gän­ge bes­ser zu steu­ern und die S‑Bahnen pünkt­li­cher zu machen. Bei einem Lokal­ter­min auf dem Bahn­steig wur­de die Tech­nik und der Gedan­ke dahin­ter von DB-Ver­tre­tern erläu­tert.

Stuttgart auf mittlerem Platz

Die S‑Bahn in der Regi­on Stutt­gart belegt bei der Sechs-Minu­ten-Pünkt­lich­keit im Jahr 2019 – wie schon in den Vor­jah­ren – den mitt­le­ren Platz unter den fünf S‑Bahn-Net­zen. Bes­ser schnit­ten Ber­lin mit einem eige­nen S‑Bahn-Netz und Ham­burg ab.

Häu­fi­ger unpünkt­lich waren die S‑Bahnen in Mün­chen und Frank­furt. Dass in Stutt­gart selbst inner­halb einer Tole­ranz von 5:59 Minu­ten noch immer knapp jeder zwan­zigs­te Zug zu spät unter­wegs war ist höchst unbe­frie­di­gend. Wenn man drei Minu­ten zum Maß­stab für Pünkt­lich­keit macht sieht es deut­lich schlech­ter aus. Die S‑Bahn fährt in Stutt­gart weit hin­ter ihren eige­nen Pünkt­lich­keits­zie­len her. Seit 2018 geht es mit der Pünkt­lich­keit abwärts und es besteht kaum Hoff­nung, dass es so schnell bes­ser wird.

Die Ursa­chen sind schnell benannt: Gestie­ge­ne Fahr­gast­zah­len und dadurch län­ger gewor­de­ne Fahr­gast­wech­sel­zei­ten in den Sta­tio­nen, der Misch­ver­kehr in den Außen­äs­ten und Stö­run­gen an Fahr­zeu­gen und Infra­struk­tur. In den letz­ten 10 Jah­ren nahm die Anzahl der Fahr­gäs­te um 30 Pro­zent zu und der Ver­band Regi­on Stutt­gart als Auf­ga­ben­trä­ger für die S‑Bahn reagier­te dar­auf mit zusätz­li­chen Fahrt­an­ge­bo­ten. Das ist nicht zu bean­stan­den, wenn man mehr Fahr­gäs­ten die Mit­fahrt ermög­li­chen und neue Fahr­gäs­te gewin­nen will. Aber dann muss man auch mehr Enga­ge­ment zei­gen, um die Pünkt­lich­keit zu hal­ten bzw. zu ver­bes­sern. Allei­ne auf das neue Zug­steue­rungs­sys­tem ETCS zu set­zen ist zu wenig. Denn die­ses ist kei­ne Wun­der­tech­nik.

Not­wen­di­ge Maß­nah­men für die Ver­bes­se­rung der Pünkt­lich­keit der S‑Bahn:

  1. Bes­se­re War­tung von Infra­struk­tur und Fahr­zeu­gen
  2. Ver­kür­zung der Fahr­gast­wech­sel­zei­ten durch Umset­zung von Ide­en für den schnel­le­ren Aus- und Ein­stieg an den Sta­tio­nen ent­lang der Stamm­stre­cke (eine der Ide­en ist, jeweils jede zwei­te Türe für den Aus- bzw. den Ein­stieg vor­zu­se­hen)
  3. Aus­bau der Infra­struk­tur:  Ein­glei­si­ge Abschnit­te auf der Gäu‑, Murr- und Rems­bahn zwei­glei­sig aus­bau­en, um weni­ger Ver­spä­tun­gen durch Regio­nal- und Fern­zü­ge in den Bahn­kno­ten Stutt­gart ein­zu­tra­gen; nörd­li­che Zulauf­stre­cke zum Haupt­bahn­hof bei Zuffen­hau­sen aus­bau­en; den zukünf­ti­gen Haupt­bahn­hof von Stutt­gart 21 durch zusätz­li­che Kopf­bahn­hofs­glei­se ergän­zen, um einer Über­las­tungs­si­tua­ti­on am Haupt­bahn­hof ent­ge­gen­zu­wir­ken

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