Pünktlichkeit in den deutschen S‑Bahn-Netzen

08.08.2020

Mischverkehre sorgen für Verspätungen

Die Pünkt­lich­keit auf den S‑Bahn-Net­zen in Deutsch­land vari­iert sehr stark in einem Bereich zwi­schen 92,1 Pro­zent und 99,2 Pro­zent pünkt­li­cher Züge. Pünkt­lich­keit bedeu­tet hier­bei in der Regel, dass die betref­fen­den Züge weni­ger als 5:59 Minu­ten Ver­spä­tung gegen­über dem vor­ge­se­he­nen Fahr­plan haben. Ein wesent­li­cher Indi­ka­tor für die Pünkt­lich­keit der S‑Bahnen ist auch die Abhän­gig­keit der S‑Bahn-Züge von ande­ren Zügen auf der Stre­cke wie etwa Fern­ver­kehrs- und Güter­ver­kehrs­zü­gen. So wei­sen mit der S‑Bahn Ber­lin und der S‑Bahn Ros­tock zwei S‑Bahn-Sys­te­me die höchs­ten Pünkt­lich­keits­wer­te auf, die ent­we­der kom­plett als eige­nes Netz geführt wer­den (Ber­lin) oder wenig Misch­ver­kehr mit Fern- und Güter­ver­kehrs­zü­gen (Ros­tock) auf­wei­sen.

Pünkt­lich­keits­wer­te der ein­zel­nen S‑Bahn-Net­ze:

Ber­lin:                             98,0%

Bre­men:                           94,5%

Dres­den:                          97,2%

Ham­burg:                        96,6%

Han­no­ver                        93,3%

Mit­tel­deutsch­land:          96,8%

Mag­de­burg:                     95,6%

Mün­chen:                        93,1%

Nürn­berg:                        96,7%

Rhein-Main:                    92,4%

Rhein-Neckar:                 92,1%

Rhein-Ruhr und Köln:     93,6%

Ros­tock:                          99,2%

Stutt­gart:                         95,3%

Ran­king 1: S‑Bahn-Sys­te­me mit (weit­ge­hend) eige­nem Netz:

  1. Ber­lin: 98,0%
  2. Ham­burg: 96,6%

Ran­king 2: S‑Bahn-Sys­te­me mit Misch­ver­kehr mit Fern- und Güter­ver­kehr:

  1. Ros­tock: 99,2%
  2. Dres­den: 97,2%
  3. Mit­tel­deutsch­land: 96,8%
  4. Nürn­berg: 96,7%
  5. Mag­de­burg: 95,6%
  6. Stutt­gart: 95,3%
  7. Bre­men: 94,5%
  8. Rhein-Ruhr und Köln: 93,6%
  9. Han­no­ver 93,3%
  10. Mün­chen: 93,1%
  11. Rhein-Main: 92,4%
  12. Rhein-Neckar: 92,1%

Fazit und Schluss­fol­ge­rung: Die Pünkt­lich­keits­wer­te sind ten­den­zi­ell in jenen Städ­ten gut, in denen die S‑Bahn nicht ihr Gleis mit zahl­rei­chen Fern- und Güter­ver­kehrs­zü­gen tei­len muss. Wir müs­sen den Aus­bau des Schie­nen­ver­kehrs deut­lich ent­schie­de­ner als bis­her vor­an­trei­ben. Ent­schei­dend ist dabei, dass wir vor allem in den hoch­be­las­te­ten Bal­lungs­räu­men die Misch­ver­keh­re ent­zer­ren. Es soll­te mög­lich sein, die gro­ßen Kno­ten im Schie­nen­netz mit ziel­ge­rich­te­ten Aus­bau­maß­nah­men zu ent­las­ten. So kön­nen die Pünkt­lich­keits­wer­te der S‑Bahnen ver­bes­sert wer­den.

Für Stutt­gart ist fest­zu­hal­ten: Es ist gut, dass die unsäg­li­chen Stutt­gart 21-Plä­ne, die auf der S‑Bahn-Stre­cke zum Flug­ha­fen einen neu­en Misch­ver­kehr durch Fern- und Regio­nal­zü­ge der Gäu­bahn vor­sa­hen, vom Tisch sein dürf­ten. Die bis­he­ri­gen Plä­ne hät­ten mit größ­ter Wahr­schein­lich­keit zu mas­si­ven Tras­sen­kon­flik­ten und mehr Ver­spä­tun­gen geführt.

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