Radtour durch die Fahrrad-Landeshauptstadt Freiburg

Vauban19.04.2015

Foto: Der Frei­bur­ger Vor­zei­ge­stadt­teil Vauban

 

Kürz­lich war ich in Frei­burg, um mich über die Geheim­nis­se des dor­ti­gen fahr­rad­po­li­ti­schen Erfol­ges zu infor­mie­ren. Die Frei­bur­ge­rin­nen und Frei­bur­ger legen 28 Pro­zent ihre täg­li­chen Wege mit dem Rad zurück. Das ist Spit­ze im Länd­le.

Zunächst traf ich mich mit Ver­tre­tern des ört­li­chen ADFC und grü­ner Stadt­rä­te, um bei einem Essen über die Stär­ken und Schwä­chen (ja, auch die gibt es in Frei­burg) zu spre­chen. Posi­tiv her­vor­ge­ho­ben wur­de, dass Frei­burg ein gutes Rad­ver­kehrs­kon­zept habe, das unter Ein­bin­dung des ADFC ent­wi­ckelt wur­de. Damit soll der Rad­ver­kehrs­an­teil auf über 30 Pro­zent erhöht und die Unfall­zah­len gesenkt wer­den. Das Kon­zept umfasst das gesam­te Stadt­ge­biet, setzt im Kern jedoch auf drei Pilot­rou­ten. Auf die­sen Stre­cken soll der Rad­ver­kehr auf brei­ten Wegen – dem Kraft­ver­kehr gegen­über weit­ge­hend bevor­rech­tigt – schnell und sicher vor­an­kom­men. Die­se Rou­ten füh­ren auch in die Regi­on hin­aus. Weil die Brei­te der Wege dafür nicht aus­reicht, han­delt es sich jedoch for­mal um kei­ne Rad­schnell­we­ge. Die Flä­che wer­de dar­über hin­aus, so die Kri­tik des Clubs, nicht aus­rei­chend berück­sich­tigt. Es wer­de zu wenig Geld ein­ge­setzt, um das Kon­zept über­all umzu­set­zen. Es feh­le an Abstell­an­la­gen, vie­le Ampeln sei­en nicht fahr­rad­freund­lich geschal­tet und die Fahr­rad­mit­nah­me in Bus­sen und Stra­ßen­bah­nen sei gänz­lich aus­ge­schlos­sen.

Nach dem Gespräch schwan­gen wir uns auf die Räder. Ich hat­te mir ein Rad an der Rad­sta­ti­on aus­ge­lie­hen. Die­se befin­det sich zwar neben dem Haupt­bahn­hof, ist dort aber lei­der nicht aus­ge­schil­dert. Die DB sei seit Jah­ren nicht bereit, die Beschil­de­rung ent­spre­chend zu ändern, ant­wor­te­te mir ein Mit­ar­bei­ter der Rad­sta­ti­on. Ich wer­de daher einen Brief an die DB schrei­ben Aber das ist eine ande­re Sache …

Zur etwa 15 Kilo­me­ter lan­gen Rad­tour stieß der städ­ti­sche Rad­ver­kehrs­be­auf­trag­te hin­zu. Wir fuh­ren zunächst eine der Vor­ran­g­rou­ten ab. Dabei wur­de schnell deut­lich, dass die Stadt hier­für viel Geld in die Hand genom­men hat. So wur­de bei­spiels­wei­se ein Durch­lass unter einer auf einem Damm geführ­ten Bahn­li­nie fer­tig­ge­stellt (Durch­stich Müh­len­weg, Kos­ten 740.000 Euro). Der bis­he­ri­ge Umweg für den Rad- und Fuß­ver­kehr ist damit ent­fal­len. Ein wei­te­rer Durch­stich an einer ande­ren Stel­le ist noch im Bau. An eini­gen Stel­len sind die Wege noch zu eng und teil­wei­se sind Kon­flikt­po­ten­tia­le mit Fuß­gän­gern noch nicht aus­rei­chend auf­ge­löst.

Inter­es­sant war der Abschnitt durch den Vor­zei­ge-Stadt­teil Vauban. Er wur­de „auto­arm“ geplant. Eini­ge Wohn­be­rei­che ver­fü­gen über kei­ne Stell­plät­ze. Dafür ist Vauban gut mit der Stra­ßen­bahn und durch Rad­we­ge­ver­bin­dun­gen ange­bun­den. Und es gibt zahl­rei­che Ange­bo­te der Nah­ver­sor­gung, die ver­kehrs­ver­mei­dend wir­ken.

Ins­ge­samt kann Rad­fah­ren in Frei­burg Spaß machen. Und häu­fig ist man mit dem Rad – auf kür­zes­tem Weg und vor­bei am Stau – auch schnel­ler als mit dem Auto am Ziel. Eine Lieb­lings­stre­cke habe ich in Frei­burg aus­ge­macht: Beson­ders schön lässt es sich ent­lang der Drei­sam radeln.

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