Radverkehr kommt kaum vom Fleck

17.03.2021

Städte im Ländle beim Fahrradklima-Test

Beim Fahr­rad­kli­ma­test 2020 des ADFC haben sich rund 230.000 Rad­fah­ren­de betei­ligt, indem sie ihre Stadt nach ver­schie­de­nen Aspek­ten der Fahr­rad­freund­lich­keit bewer­tet haben. So kamen Bewer­tun­gen von 1.024 Städ­ten und Gemein­den zustan­de. Das sind so vie­le wie nie zuvor.

Unter den 26 Groß­städ­ten mit 200.000 bis 500.000 Einwohner*innen befin­den sich die drei aus Baden-Würt­tem­berg unter den ers­ten sechs. Karls­ru­he belegt gar den ers­ten Platz, Frei­burg den drit­ten und Mann­heim den sechs­ten. Wie alle Din­ge im Leben sind auch die­se Plät­ze rela­tiv – und nicht rund­weg gut. Am Bei­spiel von Karls­ru­he bedeu­tet dies: Gute Noten für die Infra­struk­tur im Rad­ver­kehrs­netz, das ein zügi­ges Vor­an­kom­men ermög­licht. Kri­ti­siert wird aber bei­spiels­wei­se, dass Rad­we­ge zu oft zuge­parkt sind und zu vie­le Fahr­rä­der gestoh­len wer­den. Stutt­gart gehört zu den 14 größ­ten Städ­ten bun­des­weit und belegt, wie bereits vor zwei Jah­ren, den 11. Rang. Die auf­ge­zeig­ten Män­gel wei­sen meist Ähn­lich­kei­ten zu denen ande­rer Städ­te auf.

Land­kreis Esslingen

Fünf der gro­ßen Kreis­städ­te im Land­kreis befin­den sich unter den 416 bewer­te­ten Städ­ten ver­gleich­ba­rer Grö­ßen­ord­nung. Fil­der­stadt beleg­te mit Platz 19 ein­mal mehr den vor­ders­ten Platz im Land­kreis. Kirch­heim unter Teck kam auf Platz 84, Lein­fel­den-Ech­ter­din­gen auf 96, Ost­fil­dern auf 208 und Nür­tin­gen auf 284. Ess­lin­gen ran­giert auf Rang 81 der ins­ge­samt 110 Städ­te mit bis zu 100.000 Einwohner*innen. Häu­fig wur­den ungüns­ti­ge Ampel­schal­tun­gen für Rad­fah­ren­de, eine feh­len­de eige­ne Infra­struk­tur oder zu schma­le Wege für den Rad­ver­kehr kri­ti­siert. Ein wei­te­rer häu­fig vor­ge­brach­ter Kri­tik­punkt waren zuge­park­te Rad­we­ge. Posi­tiv emp­fun­den wur­de viel­fach die gute Erreich­bar­keit der Stadt­zen­tren bzw. Orts­mit­ten mit dem Fahrrad.

Mei­ne Bewertung:

Auch wenn sich lang­sam etwas für den Rad­ver­kehr ver­bes­sert, geht es noch viel zu lang­sam und meist auch nicht mit der erfor­der­li­chen Ent­schlos­sen­heit vor­an. Wer Kli­ma­schutz ernst neh­men möch­te muss den Rad­ver­kehr wirk­sam för­dern. Wer den Rad­ver­kehr wirk­sam för­dern möch­te, muss eine siche­re Infra­struk­tur schaf­fen – auch, wenn mal eini­ge Stell­plät­ze oder Abbie­ge­strei­fen dafür ent­fal­len müs­sen. Hier ist auch der Bund gefragt. Er muss den Kom­mu­nen mehr Spiel­raum in Sachen Tem­po 30 gewäh­ren. Das erhöht die Sicher­heit im Ver­kehrs­raum. Nur dort, wo sich Men­schen sicher füh­len, nut­zen sie das Fahr­rad ver­mehrt. Eine höhe­re Rad­nut­zung wie­der­um erhöht die Lebens­qua­li­tät in den Städ­ten. Es lohnt sich also, mehr für den Rad­ver­kehr zu machen.

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