Fossile Energieträger wie Erdöl und Erdgas prägen bis heute unsere Energieversorgung. Die Förderung, ihr Transport und ihre Verbrennung verursachen massive Schäden für Umwelt, Klima und Gesellschaft. Gleichzeitig schaffen sie geopolitische Abhängigkeiten und tragen immer wieder zu Konflikten bei. Angesichts dieser Probleme wird deutlich: Der schrittweise Ausstieg aus fossilen Energien und der Ausbau erneuerbarer Energien sind zentrale Aufgaben unserer Zeit.
Die Verschmutzung unserer Meere durch Öl ist kein seltenes Unglück, sondern ein dauerhaftes Problem. Darauf weist auch der NABU hin: Meeressäuger, Jungfische und Reptilien reagieren besonders empfindlich auf diese Belastung. Sichtbar wird das Ausmaß meist erst bei großen Katastrophen wie der Deepwater Horizon Ölkatastrophe. Aus der Bohrinsel im Golf von Mexiko strömte im Jahr 2010 87 Tage eine große Menge Öl ins Meer.[1] Doch die eigentliche Dimension bleibt oft verborgen. Über weite Strecken wird das Erdöl mit Tankern und durch Pipelines bewegt. Ein System, das anfällig für Lecks, Unfälle und illegale Entsorgung ist. Jeder Zwischenfall kann ganze Küsten und empfindliche Ökosysteme langfristig schädigen. Diese Risiken sind kein Ausrutscher, denn Tag für Tag gelangen erhebliche Mengen Öl in unsere Gewässer. Allein in die Nordsee sind es jährlich rund 6.000 Tonnen.1
Ein grundlegendes Problem fossiler Energien liegt in ihrer Nutzung selbst: Wer Erdöl, Erdgas oder Kohle verbrennt, heizt die Klimakrise weiter an. Dabei entstehen große Mengen CO₂ , das für steigende Temperaturen, Extremwetter und den Anstieg der Meeresspiegel verantwortlich ist.2 Gleichzeitig belasten Schadstoffe wie Stickoxide und Feinstaub unsere Luft und gefährden die Gesundheit vieler Menschen. Besonders ineffizient ist dabei der Einsatz fossiler Energien im Verkehr.3
Doch fossile Energien sind nicht nur ein Umweltproblem – sie machen uns auch politisch abhängig. Über Jahre hinweg war Europa in hohem Maße auf Energieimporte angewiesen, insbesondere aus Russland. Zeitweise stammten über die Hälfte der Gasimporte aus Russland. Diese Abhängigkeit wurde in Krisenzeiten zu einem echten Risiko für Wirtschaft und Versorgungssicherheit. 4
Hinzu kommt eine geopolitische Dimension, die die Lage weiter verschärft. Sanktionen und unsichere Handelswege führen dazu, dass immer häufiger auf intransparente Strukturen zurückgegriffen wird. Ein Beispiel ist die sogenannte russische Schattenflotte: Tanker, die unter wechselnden Flaggen unterwegs sind und gezielt Kontrollen umgehen. Der Fall des Rohöltankers Eventin, der mit rund 100.000 Tonnen Öl manövrierunfähig in der Ostsee trieb und seit einem Jahr vor Rügen liegt, zeigt, wie konkret diese Gefahr ist.5 Solche Situationen machen deutlich: Solange wir an fossilen Abhängigkeiten festhalten, nehmen wir Umweltzerstörung und Sicherheitsrisiken bewusst in Kauf.
Dass es auch anders geht, hat die Politik bereits gezeigt: Durch entschlossenes Handeln der Grünen mit dem damaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck konnte die Abhängigkeit von russischen Energieimporten in kurzer Zeit deutlich reduziert werden. Gleichzeitig wurde klar: Eine sichere Energieversorgung der Zukunft gelingt nur mit mehr Energieeffizienz und einem schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien .
Doch der eingeschlagene Weg ist kein Selbstläufer. Wenn der Ausbau erneuerbarer Energien gebremst wird, drohen neue Abhängigkeiten. Aktuelle Konflikte und Spannungen auf den globalen Energiemärkten zeigen immer wieder, wie anfällig das fossile System ist: Steigende Preise, unsichere Lieferketten und geopolitische Eskalationen gehen oft Hand in Hand.6
Die Alternative dazu ist der konsequente Ausbau erneuerbarer Energien. Energie aus Wind, Sonne oder Wasser sind nicht endlich, verursacht im Betrieb kaum Treibhausgasemissionen und reduziert die Abhängigkeit von Energieimporten. Gleichzeitig sind erneuerbare Energien in vielen Regionen bereits heute die günstigste Form der Stromerzeugung. Sie bieten die Chance, Energieversorgung nachhaltiger, sicherer und langfristig kostengünstiger zu gestalten.
Der Weg dorthin ist jedoch ein Prozess. Fossile Energieträger werden nicht von heute auf morgen verschwinden. Doch durch eine konsequente Energiewende, den Ausbau erneuerbarer Energien und eine Verkehrswende hin zu effizienteren und emissionsarmen Technologien kann ihre Bedeutung schrittweise reduziert werden.
Der Ausstieg aus fossilen Energien ist daher nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch eine Chance: Für mehr Klimaschutz, mehr Versorgungssicherheit und eine nachhaltigere wirtschaftliche Entwicklung.
Hinweise:
Dieser Beitrag entstand unter Mitwirkung eines Praktikanten.
Die Grafik hatte ich am 22. Februar und damit vor dem Krieg im Iran erstmals veröffentlicht.
Quellen
1 https://www.deutschlandfunk.de/deepwater-horizon-unglueck-2010-der-groesste-oelunfall-der-100.html
1 NABU e.V. – tödliche Gefahr für die Meere: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/lebensraum-meer/gefahren/oel-im-meer.html
2 IPCC AR6 Synthesis Report: https://www.ipcc.ch/report/sixth-assessment-report-cycle/
3 Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI – Elektromobilität: https://www.isi.fraunhofer.de/de/themen/elektromobilitaet.html
4 Deutscher Bundestag, Kurzmeldungen: Habeck: Energieversorgung im Sommer und Herbst gesichert, 25.02.2022: https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-882316 // Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Pressemitteilung: Habeck legt zweiten Fortschrittsbericht Energiesicherheit vor, 01.05.2022: https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2022/05/20220501-habeck-legt-zweiten-fortschrittsbericht-energiesicherheit-vor.html
5 Tagesschau: Öltanker Eventin – Warten auf die Katastrophe, 11.11.2025: https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/eventin-ruegen-schattenflotte-russland-100.html
