S‑Bahn nach Sielmingen und Neuhausen: Bund muss endlich Finanzierungssicherheit schaffen!

S-Bahn wohin (eigenes Foto)

 

Pres­se­er­klä­rung, über­ar­bei­tet am 02.12.2014

Im Jahr 2019 läuft das Gemein­de­ver­kehrs­fi­nan­zie­rungs­ge­setz (GVFG) aus. Auf Grund­la­ge die­ses Bun­des­ge­set­zes wer­den vie­le regio­na­le Ver­kehrs­pro­jek­te finan­zi­ell unter­stützt. Ohne das Geld des Bun­des, mit dem über die Hälf­te der zuschuss­fä­hi­gen Kos­ten gedeckt wer­den, wären Län­der und Kom­mu­nen mit der Finan­zie­rung über­for­dert. Dies gilt auch für den Bau der S‑Bahn von Fil­der­stadt nach Neu­hau­sen. Lei­der gibt es bis heu­te kei­ne Finan­zie­rungs­grund­la­ge für die Zeit ab 2020. Wenn nicht in Kür­ze eine Nach­fol­ge­re­ge­lung für das GVFG gefun­den wird, droht eine Hän­ge­par­tie bei der Pla­nung neu­er Schie­nen­we­ge für S- und Stadt­bah­nen und schließ­lich das Aus vie­ler Pro­jek­te. „Durch das Aus­lau­fen des Geset­zes haben die Län­der und Kom­mu­nen kei­ne Pla­nungs­si­cher­heit mehr, so dass vie­le Pro­jek­te am sei­de­nen Faden hän­gen“, sagt der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Mat­thi­as Gast­el aus Fil­der­stadt. Er ver­tritt die Grü­nen im Bun­des­tags-Ver­kehrs­aus­schuss und ist deren bahn­po­li­ti­scher Spre­cher.

Besorgt um die Zukunfts­chan­cen zahl­rei­cher Schie­nen­pro­jek­te im Land hat sich Mat­thi­as Gast­el an die Bun­des­re­gie­rung gewandt. Er hat gefragt, wann die Bun­des­län­der mit einer Finan­zie­rungs­ge­wiss­heit für Vor­ha­ben wie die Ver­län­ge­rung der S‑Bahn von Fil­der­stadt nach Neu­hau­sen, die Breis­gau S‑Bahn, die Her­mann-Hes­se-Bahn nach Calw, die Regio­nal­stadt­bahn Reut­lin­gen-Tübin­gen und das Mobi­li­täts­netz Hei­del­berg rech­nen kön­nen. Die Bun­des­re­gie­rung teil­te dem grü­nen Bahn­po­li­ti­ker ledig­lich mit, dass eine Anschluss­fi­nan­zie­rung erreicht wer­den sol­le. Auf die Fra­ge nach dem Zeit­plan für die Neu­re­ge­lung gab die Bun­des­re­gie­rung aber kei­ne Ant­wort. „Es sieht so aus, als habe das Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um kei­ne Zeit für drin­gen­de Auf­ga­ben, weil es seit bald einem Jahr nur mit ihrer unsin­ni­gen PKW-Maut beschäf­tigt ist“, kri­ti­siert Mat­thi­as Gast­el. „Wir brau­chen aber auf jeden Fall Inves­ti­tio­nen in die Schie­ne, um mehr Fahr­gäs­te zu gewin­nen und die Stra­ßen zu ent­las­ten. Es ist ver­ant­wor­tungs­los, dass die Bun­des­re­gie­rung nicht zeit­nah ein ent­spre­chen­des Gesetz zur Finan­zie­rung erar­bei­tet. Denn es gibt es vie­le sinn­vol­le und not­wen­di­ge Pro­jek­te des Schie­nen­nah­ver­kehrs, wel­che in den nächs­ten Jah­ren rea­li­siert wer­den soll­ten“, so Gast­el. „Eines davon ist die Ver­län­ge­rung der S‑Bahn von Fil­der­stadt nach Neu­hau­sen.“

Ursprüng­lich soll­te die S‑Bahn bereits 2019 fer­tig gestellt sein. Jetzt ist aller­dings abseh­bar, dass sich die Bau­zeit ver­zö­gert und die S‑Bahn vor­aus­sicht­lich erst 2021 in Betrieb genom­men wer­den kann. Ohne Zuschuss vom Bund ist das Bahn­pro­jekt, auf das die durch Ver­kehr hoch belas­te­ten Fil­der ange­wie­sen sind, akut gefähr­det. „So weit darf es nicht kom­men“, so Mat­thi­as Gast­el, „Daher wer­den wir Grü­nen im Bun­des­tag die Bun­des­re­gie­rung wei­ter drän­gen, schnell für Finan­zie­rungs­si­cher­heit zu sor­gen.“

 

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Kommentare zu “S‑Bahn nach Sielmingen und Neuhausen: Bund muss endlich Finanzierungssicherheit schaffen!

  1. Robert Merz Reply

    Die S‑Bahn gehört NICHT nach Neu­hau­sen, son­dern über Bon­lan­den, Aich­tal-Aich, Kir­chen­tel­l­ins­furt nach Tübin­gen / Reut­lin­gen und über Neckar­tail­fin­gen nach Nür­tin­gen / Met­zin­gen ver­län­gert. Dazu die S1 oder ein RE/RB von Stutt­gart über Her­ren­berg und die elek­tri­fi­zier­te Ammer­tal­bahn nach Tübin­gen.

    Neu­hau­sen kann von Ost­fil­dern-Kreuz­brun­nen her genau auf der Tras­se der ehe­ma­li­gen END viel bil­li­ger an das Stadt­bahn­netz ange­bun­den wer­den. Befah­ren von der U8, dann braucht man kei­ne neu­en teu­ren S‑Bahn-Züge und hat noch einen bes­se­ren Takt. Und ist genau­so schnell in S‑Mitte, wie mit der S‑Bahn.

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehr­ter Herr Merz,
      dan­ke für Ihren Kom­men­tar. Eine sol­che wie von Ihnen vor­ge­schla­ge­ne Tras­sen­füh­rung wur­de vor vie­len Jah­ren bereits unter­sucht. Ergeb­nis: Unwirt­schaft­lich. Nach mei­ner Erin­ne­rung hat­te dies damit zu tun, dass zwi­schen den Fil­dern und Reut­lin­gen eine lan­ge Stre­cke mit nur gerin­gem Fahr­gast­po­ten­ti­al gebaut wer­den müss­te. Nach Neu­hau­sen hin­ge­gen ergab sich ein posi­ti­ver Nut­zen-Kos­ten-Fak­tor. Die­ser ist Vor­aus­set­zung dafür, dass ein Schie­nen­aus­bau geför­dert wer­den darf. Des­we­gen muss der Aus­bau der S‑Bahn von Bern­hau­sen über Siel­min­gen nach Neu­hau­sen vor­an­ge­trie­ben wer­den. Und zwar schnell, denn nach 2019 gibt es aus heu­ti­ger Sicht kei­ne För­de­rung mehr durch den Bund.
      Mit freund­li­chen Grü­ßen
      Mat­thi­as Gast­el

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