Schöne Eisenbahnwelt im Kleinen

27.08.2020

Werksbesuch bei Märklin in Göppingen

Dies­mal war Eisen­bahn im Klei­nen ange­sagt: Ich war bei Märk­lin am Stamm­sitz in Göp­pin­gen. Dort habe ich mir die Pro­duk­ti­on ange­schaut und mit Ver­tre­tern des zwi­schen­zeit­lich stark gebeu­tel­ten Unter­neh­mens gespro­chen.

161 Jah­re reicht die Geschich­te des tra­di­ti­ons­rei­chen Unter­neh­mens zurück. Märk­lin ent­wi­ckel­te sich von einer klei­nen Fabrik für Blech­spiel­wa­ren wie Spiel­zeug­kin­der­wa­gen und Minia­tur­kut­schen zum über­all bekann­ten und füh­ren­den Her­stel­ler von Modell­ei­sen­bah­nen. Der Kund­schaft wird die Mög­lich­keit gebo­ten, bestehen­de Anla­gen und Samm­lun­gen über vie­le Jah­re mit getreu nach­ge­bil­de­ten Loko­mo­ti­ven und Wagen zu erwei­tern und sys­te­ma­tisch aus­zu­bau­en. Wäh­rend zu Beginn des Unter­neh­mens, das von der Frau des früh ver­stor­be­nen Unter­neh­mens­grün­ders maß­geb­lich geprägt wor­den war, ein brei­tes Sor­ti­ment an Spiel­wa­ren gefer­tigt wur­de, kon­zen­triert sich das Ange­bot heu­te auf “elek­tri­schen Eisen­bah­nen” in unter­schied­li­chen Bau­grö­ßen, die sich (bezo­gen auf die Kern­mar­ke „Märk­lin“) im Maß­stab von 1:32 bis zu 1:220 bewe­gen. Neben der Haus­mar­ke „Märk­lin“ wer­den auch „Trix“ und „LGB“, die seit eini­gen Jah­ren zu Märk­lin gehö­ren, pro­du­ziert und ver­trie­ben.

Am Stand­ort in Göp­pin­gen befin­den sich neben der Ver­wal­tung auch die Ent­wick­lung sowie der Zink­druck­guß, die Dre­he­rei, die Gal­va­nik, die Farb­ge­bung und teil­wei­se die End­mon­ta­ge. In Ungarn erfol­gen die Gleis­fer­ti­gung aller Bau­grö­ßen sowie die Her­stel­lung von Wagen, Loks und Pro­duk­te der Mar­ke LGB und von Tei­len der „Märklin“-Züge.

Nach­dem das Unter­neh­men vor knapp 10 Jah­ren sehr schwie­ri­ge Zei­ten durch­leb­te, sogar einen Insol­venz­an­trag stel­len muss­te und schließ­lich von einem neu­en Inves­tor auf­ge­kauft wor­den war, geht es wie­der wirt­schaft­lich auf­wärts. Dazu hat­te bei­getra­gen, dass spe­zi­el­le Ange­bo­te für klei­ne­re Kin­der geschaf­fen wur­den (so ein erfolg­rei­ches „Jim Knopf-Kin­der­set“) und dass statt in teu­re Kata­lo­ge und Maga­zi­ne in Social Media inves­tiert wird. Aller­dings müs­sen die Beschäf­tig­ten noch immer Ein­kom­mens­ein­bu­ßen hin­neh­men und mehr Wochen­stun­den arbei­ten. Dafür gibt es eine Beschäf­ti­gungs­si­che­rung für wei­te­re sechs Jah­re.

Aktu­ell arbei­ten rund 1.200 Men­schen für das Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men und erwirt­schaf­ten einen Umsatz von 120 Mil­lio­nen Euro.

In der Hoch­pha­se der Coro­na-Pan­de­mie stan­den bei­de Wer­ke, in Göp­pin­gen wie in Ungarn, für eini­ge Wochen weit­ge­hend still. Die Auf­trags­la­ge ist jedoch gut und das Unter­neh­men müht sich, Pro­duk­ti­ons­rück­stän­de auf­zu­ar­bei­ten.

Nach der Füh­rung durch die Pro­duk­ti­on konn­ten wir, ich war mit dem Göp­pin­ger Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Alex Mai­er unter­wegs, noch die im kom­plet­ten Neu­auf­bau befind­li­che Aus­stel­lung besich­ti­gen. Die­se wird vor­aus­sicht­lich Ende Okto­ber eröff­net. Es wird sich für Freun­din­nen und Freun­de der Minia­tur­ei­sen­bah­nen loh­nen, sich die­se anzu­schau­en …

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