Schutz vor Motorradlärm verbessern

14.03.2018

Für ein Aus für die Krachmacher

Die Tage wer­den wär­mer und län­ger, da tau­chen sie wie­der auf: Die­je­ni­gen, die sich über­wie­gend abends und an Wochen­en­den in schö­nen Land­schaf­ten mit ihren Motor­rä­dern in die Kur­ven legen und zwi­schen den Kur­ven mehr oder weni­ger laut röh­rend beschleu­ni­gen.

Doch nicht alle haben Spaß an die­sen Aus­fahr­ten. Denn zur glei­chen Zeit ist eine Viel­zahl Nah­erho­lungs­su­chen­der unter­wegs, um zu Fuß oder mit den Fahr­rä­dern die Natur zu erkun­den. Ande­re wol­len sich in ihren Gär­ten oder auf ihren Bal­ko­nen erho­len. Da kön­nen ins­be­son­de­re die Motor­rad­fah­rer, die zu schnell, mit lau­tem Zube­hör­aus­puff oder mit Aus­puff­klap­pen unter­wegs sind, die Freu­de mas­siv trü­ben und den Erho­lungs­ef­fekt gefähr­den.

Bis zum 31.12.2016 wur­den Motor­rä­der aus­schließ­lich bei einer Geschwin­dig­keit von 50 Stun­den­ki­lo­me­tern auf die Ein­hal­tung der Lärm­vor­ga­ben gemes­sen. Seit­her sind für neue Typ­zu­las­sun­gen in Deutsch­land zusätz­li­che Mes­sun­gen im Geschwin­dig­keits­be­reich von 20 bis 80 Stun­den­ki­lo­me­ter ver­pflich­tend. Gemes­sen wird aller­dings über­wie­gend durch die Her­stel­ler. Das Kraft­fahrt­bun­des­amt (KBA) kann (muss aber nicht!) die Ein­hal­tung der Wer­te über­prü­fen. Ich habe die Bun­des­re­gie­rung gefragt, ob und wenn ja mit wel­chen Ergeb­nis­sen das KBA die Her­stel­ler­an­ga­ben durch eige­ne Kon­troll­mes­sun­gen über­prüft hat. Ant­wort: „Das KBA führt der­zeit eine CoP-Prü­fung (Kon­for­mi­täts­prü­fung, d. Verf.) durch, die noch nicht abge­schlos­sen ist, so dass noch kein Ergeb­nis vor­liegt.“

Fazit:

Über ein Jahr nach der Ein­füh­rung der ver­schärf­ten Lärm­vor­ga­ben ist nicht bekannt, ob die­se tat­säch­lich ein­ge­hal­ten wer­den. Das spricht nicht für einen ernst­haf­ten Wil­len, die Belas­tun­gen vie­ler Men­schen durch über­lau­te Motor­rä­der zu sen­ken. Auf Kra­wall getrimm­te Motor­rä­der sind – eben­so wie Autos, die mit „Sound­tas­te“ für zuschalt­ba­ren „impo­san­ten Motor­sound“ von Her­stel­lern bewor­ben wer­den – nicht zu akzep­tie­ren. Der Frei­zeit­spaß eini­ger weni­ger darf nicht auf Kos­ten einer grö­ße­ren Anzahl von Men­schen gehen, die in der Natur oder zu Hau­se ihre Ruhe genie­ßen wol­len.

Die Bun­des­re­gie­rung muss dafür sor­gen, dass Motor­rä­der, die in Deutsch­land unter­wegs sind, die Vor­ga­ben für den Lärm­schutz ein­hal­ten. Dar­über hin­aus muss sie sich dafür ein­set­zen, dass die Lärm­schutz­be­stim­mun­gen auf euro­päi­scher Ebe­ne deut­lich ver­schärft (bei­spiels­wei­se auf Geschwin­dig­keits­be­rei­che von über 80 Stun­den­ki­lo­me­ter aus­ge­dehnt wer­den) und Mani­pu­la­tio­nen an den Aus­puff­an­la­gen erschwert wer­den.

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Kommentare zu “Schutz vor Motorradlärm verbessern

  1. Christopher Kornmann Reply

    Und wie­der geht’s gegen alle und so etwas von einem Mit­glied des Bun­des­ta­ges. Klap­pen Aus­puff­an­la­gen wer­den wie­der all­ge­mein gese­hen und wie­der wur­de sich nicht mit der Tech­nik befasst. Schlech­te Recher­che und kei­ne Fak­ten.

    Fra­gen wir doch mal die Zah­len ab?

    Um wie vie­le Haus­hal­te geht’s denn hier die so schlimm beläs­tigt wer­den.

    Um wie vie­le Motor­rä­der geht’s denn hier im Ver­gleich. 4,7 Mil­lio­nen Motor­rä­der sind aktu­ell in Deutsch­land zuge­las­sen.

    Sie stel­len die Situa­ti­on in ihrem Arti­kel aber so dar, als gebe es mehr Men­schen in Deutsch­land die Lärm beläs­tigt sind als es Motor­rä­der gibt.

    Also von wie vie­len Per­so­nen reden Sie bit­te. Neh­men wir zum Bei­spiel den Face­book Auf­tritt von Motorradlärm.de dort sind es 310 Per­so­nen die der Sei­te fol­gen. Wo sind denn dann all die ande­ren so schlimm Leit geplag­ten Men­schen.

    Aus einer Mücke einen Ele­fan­ten machen, weil es gera­de so schön im Trend ist auf die­ser Schie­ne mit­zu­fah­ren.

    Sie soll­ten sich schä­men so etwas öffent­lich zu machen.

    Vie­len Dank und einen schö­nen Abend noch!

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehr­ter Herr Korn­mann,
      selbst­ver­ständ­lich gibt es kei­ne Zah­len über Betrof­fen­hei­ten. Woher soll­ten die­se auch kom­men, wer soll nach wel­cher Metho­dik zäh­len? Aus Zuschrif­ten und eige­ner Erfah­rung weiß ich aber, dass es sich um ein reel­les Pro­blem han­delt. Dafür wur­de ich gewählt: Um mich der Pro­ble­me anzu­neh­men. Dass dies nicht jedem gefällt und vor allem den­je­ni­gen nicht, die das “laut” mit dem Motor­rad zu fah­ren als ihre Frei­heit ver­ste­hen und es dafür hin­neh­men, dass ande­re beläs­tigt wer­den, ist mir sehr wohl bewusst. Ich fin­de es rück­sichts­los. Das wer­de ich immer wie­der sagen und Maß­nah­men dage­gen ein­for­dern.
      Mit freund­li­chen Grü­ßen
      Mat­thi­as Gast­el

  2. Christopher Kornmann Reply

    Wenn sich jede klei­ne Min­der­heit in Deutsch­land orga­ni­siert weil es heut­zu­ta­ge per soci­al media mög­lich und nicht kom­pli­ziert ist. Gehen sie dem­nächst auch gegen Rad­fah­rer, schlech­te Auto­fah­rer, Fein­staub des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs und einem Hau­fen ande­rer Din­ge vor.

    Ich kann Ihnen nur alles Gute für ihre Hexen­jagt wün­schen.

    Ich fin­de es scha­de dass sie so etwas über­haupt öffent­lich ver­tre­ten.

    Könn­ten Sie sich dann auf dem Weg gleich bei Ihrem Lager der Lärm Opfer dafür ein­set­zen dass die Ter­ror Anschlä­ge auf Biker auf­hö­ren.

    Öl in Kur­ven

    Gespann­te Dräh­te über die Fahr­bahn

    Angrif­fe mit Stö­cken

    Angrif­fe mit Mist­ga­beln

    Men­schen die auf die Fahr­bahn sprin­gen

    Und was den opfern sonst noch alles ein­fällt um uns zu ver­let­zen oder gar unse­re Leben zu gefähr­den.

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Das Niveau die­ses Kom­men­tars bestärkt mich, mich wei­ter­hin für mein Ziel eines “lei­se­ren” Motor­rad­ver­kehrs ein­zu­set­zen. Denn offen­bar gibt es kei­ne stich­hal­ti­gen Argu­men­te dage­gen.

  3. Nagel Reply

    Sehr geschätz­ter Herr Gast­el

    Als Motor­rad­fah­rer ( 59 J.) sehe ich Vie­les ähn­lich wie Sie.
    Wenn ich Sonn­tag­mor­gens mit mei­ner ( seri­en­mä­ßi­gen) Har­ley David­son unter­wegs bin so ist das die Fahr­wei­se die mir noch nie Groll ande­rer Men­schen ent­ge­gen setz­te.

    Ich fah­re im 5. Gang mit 50 km/h durch Ort­schaf­ten und ver­mei­de dadurch hohe Dreh­zah­len die unnö­tig sind.
    Wes­sen Geis­tes Kind der Fah­rer ist wis­sen Gäs­te von Aus­flugs­lo­ka­len bereits, wie der Motor­rad­fah­rer ankommt oder wie­der weg­fährt.
    Nur so kam ich schon zig-fach mit vie­len alten Herr­schaf­ten ins Ged­präch die mir dann aus ihren Motor­rad­zei­ten berich­te­ten.
    Anfein­dun­gen ken­ne ich also nicht.
    Aller­dings ver­mei­de ich Tou­ren in den Schwarz­wald ‑wel­che bei uns in Baden-Baden-vor der Haus­tür liegt weil es mir zu gefähr­lich ist.
    Obwohl es schon bes­ser wur­de so sind mir doch noch Zuviels „ Organ­spen­der“ unter­wegs die mit hohen Dreh­zah­len hoch­don­nern.
    .
    Dabei fie­len mir vie­le Schwei­zer mit „Renn­ma­schi­nen“ auf die dort alles tun was sie zuhau­se nicht dür­fen.…
    Ich den­ke dass es sehr auf die Fahr­wei­se ankommt und wie sich der Ein­zel­ne auf sei­ner Maschi­ne benimmt.
    Es muss ja auf der Ter­ras­se nicht schon das Kaf­fee­ge­schirr anfan­gen zu klap­pern obwohl das Motor­rad noch gar­nicht zu sehen ist.…

    Es geht also nur Mit­ein­an­der

    Es ist ein schö­nes Hob­by und ich ver­ste­he auch Ihre Sei­te.
    Klap­pen­sus­puff und Ähn­li­ches waren für mich und mei­ne Freun­de noch nie ein The­ma.

    In die­sem Sin­ne hof­fe ich dass Sie und Ihre Mit­strei­ter erken­nen dass es auch noch ande­re Motorrs­d­fah­rer gibt.
    Bes­te Grü­ße
    P.Nagel

    • Matthias Gastel
      Matthias Gastel Reply

      Sehr geehr­ter Herr Nagel,
      dan­ke für Ihren sehr sach­li­chen Kom­men­tar und dass Sie auf­zei­gen, dass und wie ver­ant­wor­tungs­be­wusst mit dem The­ma “Motor­rad” umge­gan­gen wer­den kann. Ich wün­sche mir, dass dies Schu­le macht.
      Mit freund­li­chen Grü­ßen
      Mat­thi­as Gast­el

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