Sicherheit an Bahnübergängen

schrankenloser Bahnübergang

07.03.2016

Gefühlt haben die Anzahl und die Schwe­re von Unfäl­len an Bahn­über­gän­gen zuge­nom­men. Eini­ge teil­wei­se spek­ta­ku­lä­re Unfäl­le sind vie­len von uns noch in Erin­ne­rung. Eine Klei­ne Anfra­ge von uns hat sich mit der Sicher­heit an Bahn­über­gän­gen beschäf­tigt.

Zunächst zu den Zah­len: Von bun­des­weit 17.500 Bahn­über­gän­gen sind 9.500 beschrankt (54 Pro­zent). Zahl­rei­che Fra­gen, so bei­spiels­wei­se die, wie vie­le Bahn­über­gän­ge durch höhen­freie Kreu­zun­gen ersetzt wur­den und an wie vie­len Bahn­über­gän­gen in den kom­men­den Jah­ren Maß­nah­men zur Erhö­hung der Sicher­heit vor­ge­se­hen sind, konn­te oder woll­te die Bun­des­re­gie­rung nicht beant­wor­ten. Und das, obwohl der Bund dafür jähr­lich rund 80 Mil­lio­nen Euro (nach dem Eisen­bahn­kreu­zungs­ge­setz) zur Ver­fü­gung stellt.

Ende der 1990er-Jah­re zeich­ne­te die Eisen­bahn­un­fall­un­ter­su­chungs­stel­le des Bun­des (EUB) im Jah­res­durch­schnitt noch 190 Unfäl­le an Bahn­über­gän­gen auf. In den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren waren es noch 172 pro Jahr. Bei den von der EUB abge­schlos­se­nen Unfall­un­ter­su­chun­gen war in 87,5 Pro­zent aller Unfäl­le das Ver­hal­ten der Stra­ßen­ver­kehrs­teil­neh­mer unfall­ur­säch­lich. In rund sie­ben Pro­zent der Fäl­le lag die Ver­ant­wor­tung bei Bahn­mit­ar­bei­ten­den in den Stell­wer­ken oder bei den Lok­füh­rern.

Ins­ge­samt beant­wor­te­te der Bund unse­re Fra­gen bes­ten­falls knapp – oder über­haupt nicht. Ent­täu­schend ist auch, dass es sei­tens des Bun­des kei­ner­lei Mit­tel dafür gibt, neue (digi­ta­le) Mög­lich­kei­ten zur Erhö­hung der Sicher­heit an Bahn­über­gän­gen zu erfor­schen.

Mein Fazit:

Das Hau­se Dob­rindt zeigt zu wenig Inter­es­se an einer Ver­bes­se­rung der Ver­kehrs­si­cher­heit an Bahn­über­gän­gen. Anders sind die dür­ren Ant­wor­ten bei der Besei­ti­gung von Gefah­ren­stel­len nicht zu erklä­ren. Dabei wäre jetzt mal höchs­te Eisen­bahn, mit dem neu­en Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan gezielt Bahn­über­gän­ge an Fern­ver­kehrs­stre­cken zu besei­ti­gen. Auch die tech­ni­sche Siche­rung der Bahn­über­gän­ge lässt zu wün­schen übrig. Noch immer ist fast die Hälf­te aller Bahn­über­gän­ge unbe­schrankt. War­um setzt der selbst­er­nann­te Digi­tal­mi­nis­ter Dob­rindt nicht auf digi­ta­le Tech­no­lo­gien, um die­se Gefah­ren­punk­te sicher aus­zu­ge­stal­ten? War­um legt Dob­rindt nicht ein­mal ein For­schungs­pro­gramm auf, um die Ver­kehrs­si­cher­heit zu erhö­hen?

 

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