Thementag “Busse als Säule des öffentlichen Verkehrs”

Thementag Busse16.06.2016

Sich sel­ber eine Auf­ga­be zu stel­len und die­ser an ver­schie­de­nen Sta­tio­nen vor Ort nach­zu­ge­hen: Dies ist das Kon­zept mei­ner The­men­ta­ge. Das Mot­to mei­nes jüngs­ten The­men­ta­ges war „Bus­se als Säu­le des öffent­li­chen Ver­kehrs“.

Gemein­sam mit mei­nem Frak­ti­ons­kol­le­gen Ger­hard Schick habe ich das Werk der Evo­Bus GmbH in Mann­heim besich­tigt. Evo­Bus ist das größ­te euro­päi­sche Toch­ter­un­ter­neh­men der Daim­ler AG und ent­stand im Jahr 1995 durch den Zusam­men­schluss der Bus­spar­ten von Daim­ler und Setra/Kässbohrer. Im Werk Mann­heim wer­den von den 3.600 Beschäf­tig­ten die Roh­ka­ros­se­rien für Bus­se der Mar­ken Daim­ler und Setra für den Stadt‑, Über­land- und Rei­se­ver­kehr sowie Moto­ren für Nutz­fahr­zeu­ge pro­du­ziert. Außer­dem erfolgt die End­mon­ta­ge der Stadt­bus­se. EvoBusDie Lackie­rung sowie die End­mon­ta­ge für die Bus­se der Mar­ke Setra und die Über­land­bus­se erfolgt in Neu-Ulm. Die Trans­por­te zwi­schen bei­den Wer­ken wer­den mit der Bahn abge­wi­ckelt. Das Betriebs­ge­län­de ist etwa ein Qua­drat­ki­lo­me­ter groß und fast eine Welt für sich. Wir konn­ten uns die Pro­duk­ti­on anschau­en, die noch weit­ge­hend durch Hand­ar­beit erbracht wird. Gear­bei­tet wird im Zwei­schicht­be­trieb, wobei die Arbeits­zei­ten nach­fra­ge­ab­hän­gig schwan­ken. In den Hal­len ist es sehr laut, die meis­ten Beschäf­tig­ten tra­gen Gehör­schutz. In Sachen Elek­tro­mo­bi­li­tät ver­hält sich Daim­ler noch sehr zurück­hal­tend. Viel­mehr wird auf Was­ser­stoff und Hybrid gesetzt.

Bei mei­nem zwei­ten Ter­min war eigent­lich eine Pro­be­fahrt mit einem der neu­en E‑Busse in Ess­lin­gen vor­ge­se­hen. Lei­der war gera­de kei­ner der Bus­se im Ein­satz, so dass ich mich auf kur­ze Gesprä­che mit Bus­fah­rern beschrän­ken muss­te. Das Beson­de­re an den Bus­sen: Sie kön­nen sowohl unter der Fahr­lei­tung des O‑Busses als auch mit dem Strom aus der Bat­te­rie fah­ren. Damit sind die Bus­se fle­xi­bler ein­setz­bar als die Ober­lei­tungs­bus­se, die sonst in Ess­lin­gen fah­ren. Her­stel­ler der Bus­se mit ins­ge­samt 110 Plät­zen ist das pol­ni­sche Unter­neh­men Sola­ris.

SABMei­nen The­men­tag schloss ich am neu­en Bus­bahn­hof am Flug­ha­fen, der nun seit etwa sechs Wochen in Betrieb ist. Unter­ge­bracht ist der Bus­bahn­hof im Erd­ge­schoss eines neu errich­te­ten Park­hau­ses. Es hat etwa 35 Mil­lio­nen Euro gekos­tet, sechs Mil­lio­nen ent­fal­len davon auf den Bus­bahn­hof. Flug­ha­fen-Geschäfts­füh­rer Wal­ter Schoe­fer und Pro­jekt­lei­ter Rolf Wit­ze­mann führ­ten uns über das Gelän­de und in die Betriebs­zen­tra­le. Pro Tag wird der Flug­ha­fen-Bus­bahn­hof von 250 bis 300 Fern­bus­sen ange­fah­ren. In den Fahr­plä­nen fin­den sich 20 deut­sche und 50 wei­te­re euro­päi­sche Zie­le. Pro Bus­stopp zahlt das jewei­li­ge Unter­neh­men zwi­schen 4 und 9,50 Euro. Unter­neh­men wie Flix­bus (Markt­an­teil 70 Pro­zent), die den Bus­bahn­hof häu­fig ansteu­ern, zah­len den nied­ri­ge­ren Preis. Die Bus­fah­rer kön­nen gegen Gebühr Müll abge­ben. Eine Anla­ge zur Ent­lee­rung der Bord­toi­let­ten gibt es nicht. Dafür wird der­zeit kein Bedarf gese­hen, weil Stutt­gart meist nur für einen kur­zen Halt auf der Stre­cke genutzt wird. Die Zu- und Aus­fahrt ist durch Schran­ken gere­gelt. Für die Fahr­gäs­te gibt es einen War­te­saal mit Kiosk sowie zwei Fahr­kar­ten­schal­ter. Der Bus­bahn­hof wird rund um die Uhr von Bus­un­ter­neh­men ange­steu­ert, WC und Kar­ten­ver­kauf sind aber nachts geschlos­sen. Von der Betriebs­leit­zen­tra­le aus wer­den ankom­men­den Bus­sen die Hal­te­po­si­tio­nen zuge­wie­sen und die elek­tro­ni­schen Anzei­ge­ta­feln gesteu­ert. Ein unge­lös­tes Pro­blem ist, dass die war­ten­den Fahr­gäs­te nicht zuver­läs­sig über ver­spä­tet ankom­men­de Bus­se infor­miert wer­den kön­nen. Der­ar­ti­ge Infor­ma­tio­nen müs­sen von der Betriebs­zen­tra­le hän­disch ein­ge­ge­ben wer­den – wenn die Bus­fah­rer oder die Bus­un­ter­neh­men die Ver­spä­tun­gen mel­den. Hier besteht zwei­fels­los Hand­lungs­be­darf. Im Zeit­al­ter der Digi­ta­li­sie­rung soll­te sich eine Lösung fin­den las­sen.

 

 

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