Tierschutz bei der Nutztierhaltung und ‑schlachtung

13.05.2017

Geis­ter­net­ze als Gefahr für Oze­an­be­woh­ner

Hier gebe ich einen klei­nen Über­blick über die aktu­el­len tier­schutz­po­li­ti­schen Akti­vi­tä­ten der Bun­des­tags­frak­ti­on Bünd­nis 90/DIE GRÜNEN. Die­se habe ich in der letz­ten Sit­zung der Lan­des­ar­beits­ge­mein­schaft (LAG) Tier­schutz­po­li­tik der Grü­nen in Baden-Würt­tem­berg vor­ge­stellt.

Tier­schutz bei der Hal­tung und der Schlach­tung von Nutz­tie­ren

Der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Anfra­ge unse­rer Frak­ti­on sind eini­ge wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen zu ent­neh­men: Brü­terei­en in Deutsch­land ver­zich­ten dem­nach inzwi­schen auf das Kür­zen der Schnä­bel. Nichts geän­dert hat sich dar­an, dass Jahr für Jahr rund 44 bis 48 Mil­lio­nen männ­li­che Küken getö­tet wer­den, weil sie sich für die Mast nicht eig­nen. Bei ent­spre­chen­den Mast­ver­su­chen han­delt es sich nach wie vor um eine Markt­ni­sche. Übri­gens wer­den in Deutsch­land noch immer Lege­hen­nen in Käfi­gen gehal­ten (10 Pro­zent des Gesamt­be­stan­des). Ursäch­lich sind lan­ge Über­gangs­fris­ten, die bis Ende 2028 rei­chen.

Am meis­ten set­zen übri­gens die zustän­di­gen Lan­des­mi­nis­ter von Nie­der­sach­sen und NRW in Bewe­gung – sagt Green­peace (Quel­le: Green­peace-Maga­zin 03.17).

„Tier­schutz bei der Tötung von Nutz­tie­ren“ ist eine Klei­ne Anfra­ge über­schrie­ben, in der wir uns bei der Bun­des­re­gie­rung dar­über erkun­di­gen, was ihr über schwe­re Tier­schutz­ver­stö­ße bei der Anlie­fe­rung von Tie­ren und wäh­rend des Schlacht­pro­zes­ses bekannt ist. Wir fra­gen nach der Ent­wick­lung der Anzahl von Schlach­tun­gen in Deutsch­land, der Zahl der Schlacht­stät­ten und den amt­li­chen Kon­trol­len zur Über­wa­chung der Ein­hal­tung der Tier­schutz­be­stim­mun­gen. Wei­te­re Fra­gen bezie­hen sich auf die Schlach­tung träch­ti­ger Nutz­tie­re, Fehl­be­täu­bun­gen und die Schlach­tung auf der Wei­de, um Lebend­tier­trans­por­te zu ver­mei­den. Eine Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung liegt noch nicht vor.

Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung stop­pen

Im März hat der Bun­des­rat eine gesetz­li­che Initia­ti­ve zur Ver­rin­ge­rung von Lebens­mit­tel­ver­lus­ten in Deutsch­land gefor­dert. Bekannt­lich wer­den rie­si­ge Men­gen an Lebens­mit­teln durch die Ern­te­ver­fah­ren auf den Fel­dern, die Ver­ar­bei­tung, im Groß- und Ein­zel­han­del sowie in der Gas­tro­no­mie und pri­va­ten Haus­hal­ten ver­schwen­det. Das Umwelt­bun­des­amt wies dar­auf hin, dass vor allem Lebens­mit­tel­ver­lus­te von tie­ri­schen Pro­duk­ten mit hohen Umwelt­aus­wir­kun­gen ver­bun­den sind. In mei­nem Regio­nal­bü­ro hat­te ich mit Aus­stel­lun­gen bereits auf die­se The­ma­tik auf­merk­sam gemacht und infor­miert. In der Klei­nen Anfra­ge „Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung stop­pen“ erkun­di­gen wir uns bei der Bun­des­re­gie­rung mit vie­len dif­fe­ren­zier­ten Fra­gen danach, wel­che Kon­se­quen­zen sie aus dem Bun­des­rats-Beschluss zieht. Die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung steht aus.

Bie­nen­gif­ti­ge Insek­ti­zi­de voll­stän­dig ver­bie­ten – Bestäu­ber, ande­re Tie­re und Umwelt wirk­sam schüt­zen

Neo­ni­ko­ti­noi­de sind Insek­ti­zid­wirk­stof­fe, die zur Bekämp­fung von Insek­ten und bei der Saat­gut­be­hand­lung ein­ge­setzt wer­den. Die Wirk­stof­fe beein­träch­ti­gen bei Honig- und Wild­bie­nen das Ori­en­tie­rungs- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­mö­gen und ver­schlech­tern außer­dem deren Fort­pflan­zungs­fä­hig­keit. Die Grup­pe hoch­wirk­sa­mer Insek­ti­zi­de wird für den in vie­len Regio­nen deut­li­chen Rück­gang an Insek­ten mit­ver­ant­wort­lich gemacht. Die EU hat den Ein­satz der Wirk­stof­fe vor eini­gen Jah­ren ein­ge­schränkt. Eine Reduk­ti­on der ein­ge­setz­ten Men­ge ist in Deutsch­land jedoch nicht erkenn­bar. Die EU schlägt ein Ver­bot ein­zel­ner Wirk­stof­fe im Frei­land vor. Mit unse­rem Antrag unter­stüt­zen wir dies aus­drück­lich.

Todes­fal­le Geis­ter­net­ze – Arten­viel­falt im Meer wir­kungs­voll schüt­zen

Bis zu zehn Pro­zent der Kunst­stoff­pro­duk­ti­on lan­det nach einer Stu­die des Umwelt­bun­des­am­tes in den Mee­ren. Sei es durch die „Müll­ent­sor­gung“ von Schif­fen oder durch Ein­trä­ge aus den Flüs­sen. Oder aber, weil Fischer ihre Net­ze ver­lie­ren oder defek­te Net­ze auf die „bil­ligs­te“ Art ent­sor­gen. Seit 40 Jah­ren bestehen Fischer­net­ze aus Kunst­stoff. Plas­tik, das im Meer lan­det, zer­setzt sich durch das Salz und die Bewe­gung all­mäh­lich in kleins­te Par­ti­kel, die von Mee­res­le­be­we­sen mit der Nah­rung auf­ge­nom­men wird. Ein ande­res Risi­ko, das von den ver­lo­re­nen oder ent­sorg­ten Fischer­net­zen aus­geht, liegt dar­in, dass sich Tie­re wie Schild­krö­ten oder Schweins­wa­le sich dar­in ver­fan­gen. Die Net­ze fischen also wei­ter, und das häu­fig über vie­le Jah­re hin­weg. Man spricht dann von „Geis­ter­net­zen“. In einem Antrag for­dern wir die Unter­stüt­zung nach­hal­ti­ger Fische­rei­mo­del­le und die Ver­stär­kung der Erfor­schung sol­cher Model­le. Außer­dem wol­len wir die Ber­gung ver­lo­ren gegan­ge­ner Fisch­fang­ge­rä­te und deren Mar­kie­rung ver­bes­sern, so dass deren Her­kunft geklärt wer­den kann.

 

 

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