Unterwegs in Sachen Lastenräder: Immer wichtiger für die städtische Mobilität

image23.04.2015

 

Grü­ne Ver­kehrs­po­li­ti­ke­rIn­nen besu­chen Ber­li­ner Car­go-Bike-Sze­ne. Sowohl Pri­vat­per­so­nen als auch Logis­tik­un­ter­neh­men sehen Las­ten­rä­der zuneh­mend als Alter­na­ti­ve zum Auto. Ihr vol­les Poten­ti­al haben die Las­ten­rä­der aber noch längst nicht erreicht.

 

 

 

 

Die Ver­kehrs­po­li­ti­ker der grü­nen Bun­des­tags­frak­ti­on besuch­ten Ber­li­ner Her­stel­ler und Nut­zer von Las­ten­rä­dern. Dabei tausch­ten sie sich über aktu­el­le Ent­wick­lun­gen und Poten­tia­le von Car­go-Bikes aus. Auf dem Pro­gramm stand zunächst ein Ter­min beim Her­stel­ler Pedal­power in Ber­lin-Rum­mels­burg. Pedal­power gehört zu den weni­gen Rad­her­stel­lern in Deutsch­land, die ihre (E-) Las­ten­rä­der kom­plett selbst fer­ti­gen und ver­trei­ben. Dann ging es wei­ter zum Kurier­dienst­leis­ter Mes­sen­ger in Ber­lin-Schö­ne­berg. Dabei han­delt es sich um ein Logis­tik­un­ter­neh­men, das für sei­ne Kurier­diens­te neben E‑Autos auch 27 Las­ten­rä­der im Ein­satz hat.

 

Las­ten­rä­der könn­ten in Groß­städ­ten mehr als 50% aller Waren trans­por­tie­ren

Bei den Gesprä­chen zeig­te sich, wie viel­fäl­tig die Ein­satz­mög­lich­kei­ten von Las­ten­rä­dern sind. Vom Wochen­end­ein­kauf über die Kin­der­mit­nah­me bis hin zum gewerb­li­chen Trans­port von bis zu 300 kg schwe­ren Ladun­gen, ist mit Las­ten­rä­dern nahe­zu alles mög­lich. Gemein haben die ver­schie­de­nen Nut­zungs­for­men, dass das Las­ten­rad in der Regel das Auto ersetzt.

Im Stadt­ver­kehr lie­gen die Vor­tei­le von Las­ten­rä­dern im Ver­gleich zum PKW auf der Hand: Weni­ger Platz- und Ener­gie­ver­brauch, kei­ne Fein­staub- und Lärm­emis­sio­nen, gerin­ge­re Anschaf­fungs­kos­ten sowie der bes­se­re Zugang zu schwer erreich­ba­ren Orten (z. B. Hin­ter­hö­fe). Da die Distan­zen im städ­ti­schen Ver­kehr in der Regel sehr kurz sind, könn­te in Groß­städ­ten sogar mehr als die Hälf­te aller Güter­trans­por­te mit dem Las­ten­rad erle­digt wer­den. Dies wür­de das Hal­ten und Ent­la­den des Auto­lie­fer­ver­kehrs in der „zwei­ten Rei­he“ oder auf dem Fahr­rad­strei­fen, das alle Ver­kehrs­teil­neh­mer behin­dert, erheb­lich redu­zie­ren.

Zen­tra­le Umschlag­kno­ten für den städ­ti­schen Güter­trans­port errich­ten

In der Pra­xis haben die Las­ten­rä­der ihre Poten­tia­le bei wei­tem noch nicht aus­ge­schöpft. Dies liegt unter ande­rem an der unzu­rei­chen­den Rad­in­fra­struk­tur in vie­len Städ­ten und dem Feh­len von zen­tral­ge­le­ge­nen Güter­um­ver­tei­lungs­punk­ten. Hin­zu kom­men offe­ne Fra­gen bei der Nor­mung von Las­ten­rä­dern und der Ent­sor­gung alter Akkus.

Wir Grü­ne set­zen uns für lebens­wer­te Städ­te und einen effi­zi­en­ten und umwelt­ver­träg­li­chen städ­ti­schen Ver­kehr ein. Hier­für ist der umfas­sen­de Aus­bau der Rad­in­fra­struk­tur essen­ti­ell. Die Rad­we­ge müs­sen an die zuneh­men­de Ver­brei­tung der grö­ße­ren Las­ten­rä­der und schnel­le­ren Pedel­ecs ange­passt wer­den. Zudem unter­stüt­zen wir die Ein­rich­tung zen­tra­ler Umschlag­kno­ten für den städ­ti­schen Güter­trans­port, von denen die Waren per Las­ten­rad klein­räu­mig wei­ter­ver­teilt wer­den kön­nen. Schließ­lich soll­ten Fah­rer von Kurier­diens­ten Anrei­ze erhal­ten, E‑Lastenräder anstatt Autos zu nut­zen.

 

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