Vier Jahre Bundesverkehrswegeplan 2030: „Ein Fossil“

02.12.2020

Wir müssen endlich weg vom Fokus auf Straßenbau

Vier Jah­re „Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan 2030“: Heu­te vor vier Jah­ren beschloss der Bun­des­tag die Aus­bau­ge­set­ze für Straßen‑, Schie­nen- und Wasserwege.

Mit dem Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan 2030 und den dar­aus abge­lei­te­ten Aus­bau­ge­set­zen hat die Gro­ße Koali­ti­on vor vier Jah­ren eine gro­ße Chan­ce ver­tan, die Ver­kehrs­in­fra­struk­tur­po­li­tik neu aus­zu­rich­ten. Kli­ma­wan­del und zuneh­men­der Flä­chen­fraß sind seit Jahr­zehn­ten drän­gen­de Pro­ble­me, die durch den unge­bremst fort­ge­setz­ten Fern­stra­ßen­bau wei­ter ver­schärft wer­den. Statt kon­se­quent die Stär­kung der umwelt­freund­li­chen Ver­kehrs­trä­ger Schie­ne und Was­ser­stra­ße in den Mit­tel­punkt der Inves­ti­ti­ons­po­li­tik des Bun­des zu rücken, hat Schwarz-Rot mit dem Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan 2030 wider bes­se­ren Wis­sens in ers­ter Linie ein Stra­ßen­bau­pro­gramm auf­ge­legt. Auf Fra­gen des Kli­ma­schut­zes, der Redu­zie­rung des Flä­chen­ver­brauchs oder zur Ver­kehrs­ver­la­ge­rung auf die umwelt­freund­li­chen Ver­kehrs­trä­ger gibt der Plan kei­ne Antworten.

Was schon 2016 klar war, zeigt sich jetzt ange­sichts der Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels immer deut­li­cher: Der Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan 2030 ist ein aus der Zeit gefal­le­nes Instru­ment, das für die Durch­set­zung der Ver­kehrs­wen­de völ­lig untaug­lich ist. Der Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan ist ein Fos­sil der Infra­struk­tur­pla­nung, mit dem wir unmög­lich die Zukunft des Ver­kehrs gestal­ten können.

Die nächs­te Bun­des­re­gie­rung muss sich daher umge­hend an die Aus­ar­bei­tung einer zukunfts­taug­li­chen Infra­struk­tur­pla­nung machen. Die Ein­hal­tung der Kli­ma­schutz­zie­le und die Redu­zie­rung des Flä­chen­ver­brauchs sind dabei grund­le­gen­de Rah­men­be­din­gun­gen, die ein­zu­hal­ten sind. Mit dem jet­zi­gen Plan steu­ern wir jeden Tag wei­ter in die fal­sche Rich­tung und ver­spie­len die Zukunft.

Wir müs­sen weg­kom­men von der fata­len Logik der Bun­des­ver­kehrs­we­ge­pla­nung, die auf immer mehr Stra­ßen­aus- und Neu­bau hin­aus­läuft. Wir brau­chen eine Infra­struk­tur­pla­nung, die eine nach­hal­ti­ge Mobi­li­tät und Logis­tik für Men­schen und Wirt­schaft för­dert und die Ein­hal­tung der Kli­ma­zie­le nicht behin­dert, son­dern unterstützt.

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