Von Walschutz, Tiertransporten und Tierversuchen

Leerer Viehtransporter auf den Weg zum Hof03.12.2016

Tierschutzpolitischer Bericht aus Berlin

Die jüngs­ten tier­schutz­po­li­ti­schen Akti­vi­tä­ten der Grü­nen zie­len auf einen wirk­sa­men Schutz von Walen und Del­fi­nen, auf die Beschrän­kung von Tier­trans­por­ten und die Redu­zie­rung von Tier­ver­su­chen. In der heu­ti­gen Sit­zung der Lan­des­ar­beits­ge­mein­schaft Tier­schutz (LAG Tier­schutz) der Grü­nen in Baden-Würt­tem­berg durf­te ich dar­über berich­ten.

Im Jahr 2016 jäh­ren sich das Bestehen der Inter­na­tio­na­len Wal­fang­kom­mis­si­on zum 70. und das kom­mer­zi­el­le Wal­fang­mo­ra­to­ri­um zum 30. mal. Die Bilanz ist durch­wach­sen: Zwar wur­de vie­len Walen das Leben geret­tet. Aber wegen der „wis­sen­schaft­li­chen Nut­zung“ als recht­li­ches Schlupf­loch betrei­ben ver­schie­de­ne Län­der noch immer kom­mer­zi­el­len Wal­fang und vor allem Japan fragt Wal­fleisch in gro­ßen Men­gen nach. Dadurch sind eini­ge Arten in ihrem Fort­be­stand gefähr­det. Eini­ge Län­der jagen auch Del­fi­ne. Aber auch die wach­sen­de Zahl an Del­fi­na­ri­en ist kei­ne gute Ent­wick­lung, da kei­ne auch nur annä­hernd art­ge­rech­te Hal­tung der Tie­re mög­lich ist. In einem Antrag for­dern wir Grü­ne die Bun­des­re­gie­rung auf, sich für die kon­se­quen­te Umset­zung des Wal­fang­mo­ra­to­ri­ums und des Wal­fang­ver­bo­tes ein­zu­set­zen und ins­be­son­de­re auf Japan und Däne­mark ent­spre­chend ein­zu­wir­ken. Außer­dem soll der Tran­sit von Wal­fleisch durch deut­sche Häfen unter­bun­den wer­den.

Die Anzahl der Lang­stre­cken­trans­por­te leben­der Tie­re steigt an. Die in der EU zuläs­si­gen Vor­ga­ben im Hin­blick auf Platz und Zeit sind aus tier­schutz­po­li­ti­scher Sicht inak­zep­ta­bel. So steht einem 100 Kilo­gramm schwe­ren Schwein nur knapp ein hal­ber Qua­drat­me­ter zur Ver­fü­gung. Der Trans­port darf bis zu 24 Stun­den andau­ern – und das auch bei Käl­te und Hit­ze. Die Zunah­me lan­ger Trans­port­we­ge und ‑zei­ten ist auch dadurch bedingt, dass Deutsch­land immer stär­ker auf die Massen“produktion“ setzt, Über­schüs­se erzeugt und eine Export­stra­te­gie ver­folgt. Hin­zu kommt die Schlie­ßung regio­na­ler Schlacht­hö­fe. Wir for­dern in einem Antrag die Begren­zung der maxi­mal zuläs­si­gen Trans­port­zei­ten auf acht (inner­halb der EU) bzw. vier Stun­den (inner­halb Deutsch­lands) und die Stär­kung regio­na­ler Schlacht­struk­tu­ren (inklu­si­ve mobi­ler Schlach­tung).

Bei den Tier­ver­su­chen ist lei­der kei­ne durch­weg posi­ti­ve Ent­wick­lung fest­zu­stel­len. Alar­mie­rend ist der Anstieg der Ver­su­che an gen­tech­nisch ver­än­der­ten Tie­ren. Wir for­dern die bes­se­re För­de­rung von tier­ver­suchs­frei­en Alter­na­tiv­me­tho­den.

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