Was die DB allmorgendlich so alles aufs Gleis setzt

Zug im Bhf. 1

 

 

11.03.2015

Es ist unglaub­lich, was die Deut­sche Bahn AG all­mor­gend­lich zu Betriebs­be­ginn an rol­len­dem Mate­ri­al aufs Gleis setzt. Der inter­ne „Betriebs­an­lauf Fern­ver­kehr“ des Bahn­kon­zerns gibt dazu jeden Mor­gen eine Übersicht.

 

 

 

Ein Bei­spiel aus dem Febru­ar: 9 ICE wer­den mit feh­len­den Wagen, 3 mit Wagen ohne funk­tio­nie­ren­der Hei­zung, 7 mit feh­len­dem oder defek­tem Spei­se­wa­gen und 11 mit defek­tem roll­stuhl­ge­rech­tem WC in Betrieb genom­men. Drei ICE fal­len gleich ganz aus. Nicht bes­ser sieht es bei den IC-Zügen aus: 25 gehen mit feh­len­den Wagen auf Rei­se, 11 haben kei­nen oder kei­nen funk­tio­nie­ren­den Spei­se­wa­gen dabei und 13 IC wei­sen defek­te Behin­der­ten-WC auf. Der Blick in die bahn­in­ter­nen Unter­la­gen an einem will­kür­lich aus­ge­wähl­ten Tag im März gibt ein ähn­li­ches Bild ab. Es wird deut­lich: Die DB ver­fügt über zu viel altes, stör­an­fäl­li­ges Wagen­ma­te­ri­al und Repa­ra­tu­ren las­sen zu lan­ge auf sich war­ten. Ersatz­zü­ge ste­hen nicht in aus­rei­chen­der Anzahl zur Ver­fü­gung. Viel zu lan­ge hat der Kon­zern mit den drin­gend not­wen­di­gen Neu­be­stel­lun­gen gewar­tet. Unter Meh­dorn war Spa­ren ange­sagt, kos­te was es wol­le. Die Bilan­zen muss­ten für den ange­streb­ten Bör­sen­gang glän­zen. Damals unter­las­se­ne Inves­ti­tio­nen wir­ken sich bis heu­te aus. Zumal die DB immer wie­der Züge aus ihrem Fuhr­park­be­stand ver­kauft hat, anstatt sie als Reser­ve bereit zu hal­ten. Lan­ge Lie­fer­fris­ten der Bahn­in­dus­trie und Pro­ble­me bei den Zug­zu­las­sun­gen ver­schär­fen das Pro­blem. Die Bun­des­tags­frak­ti­on Bünd­nis 90/DIE GRÜNEN hat vor weni­gen Tagen eine Klei­ne Anfra­ge ein­ge­reicht, mit der Aus­künf­te über den aktu­el­len Stand an Zug­be­stel­lun­gen, Aus­stat­tungs­merk­ma­len und Lie­fer­ter­mi­nen ein­ge­for­dert wer­den. Die Initia­ti­ve lässt sich abru­fen unter http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/041/1804132.pdf. Wie die DB aller­dings die neu­en Züge, die 8–10 Mil­li­ar­den Euro kos­ten sol­len, finan­zie­ren möch­te ist offen. Der Kon­zern hat kürz­lich berich­tet, dass er mit sei­nen rück­läu­fi­gen Gewinn­erwar­tun­gen noch nicht ein­mal die Zin­sen für die not­wen­di­gen Inves­ti­tio­nen in neue Züge finan­zie­ren kann.

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