Wie ÖV-Leistungen verdoppeln?

22.02.2019

Studie weist Wege auf

Mit wel­chen Stell­he­beln lässt sich die Beför­de­rungs­leis­tung des Öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs (ÖPNV) ver­dop­peln? Die­ser Fra­ge ging eine Stu­die im Auf­trag der Bun­des­tags­frak­ti­on Bünd­nis 90/Die Grü­nen nach.

Die Gut­ach­ter mach­ten deut­lich, dass in vier Stoß­rich­tun­gen gear­bei­tet wer­den müs­se: Ange­bots­aus­wei­tung, Qua­li­täts­ver­bes­se­rung, ein­fa­che und attrak­ti­ve Tarif­ge­stal­tung sowie för­der­li­che Rah­men­be­din­gun­gen inner­halb des Ver­kehrs­sek­tors. Die Aus­wei­tung der Ange­bots­ka­pa­zi­tä­ten gilt als die wich­tigs­te. Hier­bei stel­len die Haupt­ver­kehrs­zei­ten eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung dar. In der Stu­die wird dar­auf ver­wie­sen, dass die durch­schnitt­li­che Aus­las­tung im deut­schen ÖPNV bei gera­de ein­mal 20 Pro­zent liegt und es – von punk­tu­el­len Kapa­zi­täts­pro­ble­men abge­se­hen – noch erheb­li­che Kapa­zi­täts­re­ser­ven ins­be­son­de­re an Wochen­en­den, in den Schul­fe­ri­en und außer­halb der Haupt­ver­kehrs­zei­ten gibt. Wirt­schaft­lich und öko­lo­gisch sei daher ein Sofort­pro­gramm für eine bes­se­re Aus­las­tung in den Neben­ver­kehrs­zei­ten gebo­ten, mit dem schnel­le und spür­ba­re Erfol­ge mög­lich wären. Wich­tig sei hier­für, eine Preis­dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen Haupt- und Neben­ver­kehrs­zei­ten zu ermög­li­chen. Ein kon­kre­ter Vor­schlag lau­tet, Mit­fah­rern von Zeit­kar­ten­in­ha­bern an Sonn­ta­gen die Frei­fahrt anzu­bie­ten. In den über­las­te­ten Haupt­ver­kehrs­zei­ten brau­che es ein Sofort­pro­gramm für Kapa­zi­täts­re­ser­ven. An kon­kre­ten Maß­nah­men wer­den bei­spiels­wei­se der Ein­satz von Alt­fahr­zeu­gen und bei Fah­rer­man­gel auch der Werk­statt­fah­rer sowie die Beauf­tra­gung von Sub­un­ter­neh­men vor­ge­schla­gen.

Zur Ver­bes­se­rung der Ange­bots­qua­li­tät schla­gen die Gut­ach­ter die Bus­be­schleu­ni­gung an Licht­si­gnal­an­la­gen, ver­kehr­lich getrenn­te Lini­en­füh­run­gen, betrieb­li­che Anpas­sun­gen wie die Ein­pla­nung von Zeit­puf­fern und Umstei­ge­zei­ten, mehr umstei­ge­freie Direkt­ver­bin­dun­gen, mehr Per­so­nal­aus­stat­tung und eine höhe­re Poli­zei­prä­senz an Bahn­hö­fen und in Ver­kehrs­mit­teln vor.

Zur Finan­zie­rung von Mehr­kos­ten, die ins­be­son­de­re für die Kapa­zi­täts­aus­wei­tung anfal­len, wer­den Instru­men­te wie die City­maut oder eine Nah­ver­kehrs­ab­ga­be vor­ge­schla­gen.

Hier lässt sich die Stu­die voll­um­fäng­lich nach­le­sen: End­be­richt Stu­die Wei­chen­stel­lun­gen ÖPNV

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