Wo Metall auf ein zweites Leben vorbereitet wird

07.02.2018

Besuch bei Recycling-Unternehmen Kaatsch

Wer mit der Bahn durch Plochin­gen oder auf der B 10 an Plochin­gen vor­bei fährt kann die Ber­ge von Alt­me­tall und die gro­ßen Krä­ne nicht über­se­hen. Hier, bei der Fir­ma Schrott- und Metall­han­del M. Kaatsch GmbH, wer­den Wert­stof­fe sor­tiert und für die Wie­der­ver­wer­tung vor­be­rei­tet.

Kaatsch mit sei­nen 140 Beschäf­tig­ten ist ein nach In­dus­trie­stan­dards zer­ti­fi­zier­ter Ent­sor­gungs­fach­be­trieb, der – so heißt es auf der Home­page, „alle Nor­men und An­for­der­ungen des Umwelt­schutzes aus Über­zeugung und meist im Vor­griff auf ge­setz­liche Be­stim­mungen erfüllt. Als einer der ers­ten der Bran­che haben wir bereits seit 2005 ein zer­ti­fi­zier­tes Umwelt­management­system.“

Pro Jahr wer­den ins­ge­samt 650.000 Ton­nen Wert­stof­fe umge­schla­gen, dar­un­ter 230.000 Ton­nen Stahl­schrott, 100.000 Ton­nen Alt­holz und 35.000 Ton­nen NE-Metal­le, also Nicht-Eisen-Metal­le wie Alu­mi­ni­um und Zink. Die Mate­ria­li­en wer­den, meist „durch­ein­an­der“, per Lkw bei­spiels­wei­se von Bau­stel­len ange­lie­fert und vor­sor­tiert. In einem Labor wird die Rein­heit der Stof­fe fest­ge­stellt. Nach Wert­stoff­frak­tio­nen sor­tiert wer­den die­se auf­be­rei­tet und in opti­mal trans­port­fä­hi­ge Grö­ßen gebracht. So wird Stahl­schrott mit Sche­ren zer­klei­nert und dann gepresst und pake­tiert, um ihn an Stahl­wer­ke und Gie­ße­rei­en zu lie­fern. Alt­holz wird von Metal­len befreit. Je nach Grad der Belas­tung mit Schad­stof­fen wird es zu Hack­schnit­zeln für die stoff­li­che Ver­wer­tung ver­ar­bei­tet (wenn unbe­las­tet wie meist Trans­port­kis­ten und Palet­ten) oder zur ther­mi­schen Ver­wer­tung in dafür geneh­mig­ten Anla­gen ver­bracht (wenn belas­tet wie Fens­ter und Lei­tungs­mas­ten).

Das Unter­neh­men ist tri­mo­dal über den Hafen Plochin­gen an die Tief­see­hä­fen der Nord­see, an die A8, die B10 und den Schie­nen­ver­kehr ange­bun­den. Wäh­rend die Anlie­fe­rung meist per Lkw erfolgt, wer­den die auf­be­rei­te­ten Roh­stof­fe über­wie­gend per Schiff bei­spiels­wei­se ins Stahl­werk nach Kehl oder aber per Bahn abtrans­por­tiert.

Was mich als Bahn­po­li­ti­ker beson­ders inter­es­siert hat ist die Fra­ge, wie die Zusam­men­ar­beit mit Bahn­un­ter­neh­men funk­tio­niert. Das Unter­neh­men bemän­gelt die seit vie­len Jah­ren unzu­rei­chen­de Ver­füg­bar­keit von Wag­gons und Per­so­nal bei der Deut­schen Bahn (DB). Außer­dem wür­den die­se häu­fig Stun­den zu spät bereit­ge­stellt, wodurch die Betriebs­ab­läu­fe gestört wür­den.

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