Zu Besuch bei Bombardier in Mannheim

04.04.2017

Foto: Beim Rund­gang durch die Werks­hal­le; mit MdL Elke Zim­mer

In Mann­heim Umstruk­tu­rie­rung, aber kein Stel­len­ab­bau

Der kana­di­sche Her­stel­ler von Flug­zeu­gen Tech­nik für den Bahn­ver­kehr hat zahl­rei­che Stand­or­te in Deutsch­land, einen davon in Mann­heim. Der Kon­zern befin­det ich welt­weit in einer Umstruk­tu­rie­rungs­pha­se, die mit Stel­len­ab­bau ein­her­geht.

Welt­weit arbei­ten bei Bom­bar­dier 39.000 Men­schen im Bahn­be­reich, knapp 1.000 davon sind im Mann­hei­mer Werk von Bom­bar­dier beschäf­tigt. Da die sie­ben deut­schen Stand­or­te Ver­lus­te schrei­ben und sich der welt­wei­te Wett­be­werb auf dem Eisen­bahn­markt ver­schärft, wer­den in den meis­ten Wer­ken Pro­zes­se gestrafft und Stel­len abge­baut. Im Mann­hei­mer Stand­ort wird mit kon­stan­ter Beschäf­tig­ten­zahl gerech­net, obwohl der Groß­teil der Stra­ßen­bahn-Ent­wick­lung nach Wien ver­la­gert wird. Es sind sogar 60 Stel­len, über­wie­gend für Elek­tro-Inge­nieu­re, unbe­setzt. Bom­bar­dier bezahlt nach IG-Metall-Tarif­ver­trag.

In Mann­heim wer­den Loko­mo­ti­ven, Stra­ßen­bah­nen sowie Bahn­steue­rungs­sys­te­me ent­wi­ckelt. Außer­dem wur­de eine spe­zi­ell für Bus­se geeig­ne­te Bat­te­rie mit­samt induk­ti­vem Lade­sys­tem sowie dem Antrieb und der Steue­rung ent­wi­ckelt. Die Bus­se wer­den unter dem Namen „Pri­mo­ve“ ver­trie­ben.

Was bie­tet Bom­bar­dier an inno­va­ti­ven Antriebs­sys­te­men für Loks an? Der­zeit wer­den Hybrid-Loko­mo­ti­ven ent­wi­ckelt. Die Reku­pera­ti­on, so Bom­bar­dier, bie­te sich bei Los in beson­de­rer Wei­se zur Erhö­hung der Ener­gie­ef­fi­zi­ent an. Rein bat­te­rie­elek­trisch betrie­be­ne Loks sei­en noch nicht so schnell auf dem Markt zu sehen, da die Spei­cher­tech­nik noch icht weit genug ent­wi­ckelt sei.

Bom­bar­dier bie­tet auch die Leit- und Steue­rungs­tech­nik ETCS an, die für den Hoch­ge­schwin­dig­keits­ver­kehr ent­wi­ckelt wur­de und als euro­päi­scher Stan­dard vor­ge­se­hen war und ist. Doch mit der Umset­zung ist Bom­bar­dier nicht zufrie­den. Denn wäh­rend die Schweiz und Däne­mark kon­se­quent ETCS ein­set­zen und auch die Nie­der­lan­den und Spa­ni­en ganz gut dabei sind, hakt die Umset­zung in Deutsch­land und Frank­reich. Für die Ver­dich­tung der Zug­fol­ge­zeit kann ETCS, so die Ein­schät­zung in der Gesprächs­run­de, auch für S‑Bahnen inter­es­sant sein. In Isra­el sei dies bei einem mit unse­ren S‑Bahnen ver­gleich­ba­ren Sys­tem kon­kret geplant.

An das Gespräch mit Füh­rungs­kräf­ten schlos­sen wir einen Rund­gang durch eine Werks­hal­le an.

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