Weiter für den Wahlkreis aktiv – Bahn und Demokratie im Fokus

Was habe ich seit der letz­ten Bun­des­tags­wahl vor 16 Mona­ten geleis­tet, wel­che Schwer­punk­te habe ich gesetzt, wofür set­ze ich mich in mei­nem Wahl­kreis ein? Mit die­sem Bei­trag bie­te ich einen Über­blick.

Ich bin nach wie vor Mit­glied in den bei­den Aus­schüs­sen für Ver­kehr und Tou­ris­mus sowie Bericht­erstat­ter mei­ner Frak­ti­on für Bahn, Güterverkehr/Logistik und tou­ris­ti­sche Mobi­li­tät. Ich arbei­te in den Par­la­ments­grup­pen Bahn, Bus, Fahr­rad sowie der Deutsch-Schwei­zer Par­la­men­ta­ri­er­grup­pe mit und grün­de der­zeit zudem die Par­la­ments­grup­pe „Poli­ti­sche Bil­dung“.

Aus dem Auf­sichts­rat der DB Infra­GO (frü­her „DB Netz“) muss­te ich aus­schei­den, da dem Gre­mi­um Mit­glie­der der Regie­rungs­frak­tio­nen ange­hö­ren. Ich habe die Arbeit sehr ger­ne und enga­giert geleis­tet und ver­sucht, die Sanie­rung, den Aus­bau und die Digi­ta­li­sie­rung der Schie­ne vor­an­zu­brin­gen. Mein Auf­trag als „Ver­tre­ter des Bun­des“ war die Kon­trol­le des Unter­neh­mens dahin­ge­hend, dass Erwar­tun­gen des Bun­des­tags umge­setzt wer­den.

Ein biss­chen Sta­tis­tik (bezo­gen auf die letz­ten 16 Mona­te)

– 46 Besu­che in Unter­neh­men (ohne Gesprä­che auf Mes­sen usw.)

– 15 Besu­che in sozia­len Ein­rich­tun­gen

– 9 Besu­che in Schu­len (ohne schu­li­sche Besuchs­grup­pen in Ber­lin)

– 45 Sprech­stun­den für Bürger/innen (inkl. For­mat für jun­ge Leu­te „Poli­tik & Piz­za“)

– 10 Ter­mi­ne mit Blau­licht-Orga­ni­sa­tio­nen (Poli­zei, DRK, THW usw.)

Mei­ne The­men und Anlie­gen

Für eine bes­se­re Bahn set­ze ich mich auch zwi­schen Stutt­gart und Tübin­gen ein. Es ist gut, dass zwei Block­ab­stän­de ver­kürzt wur­den und die Züge in kür­ze­ren Abstän­den fah­ren kön­nen. Auch die über­schla­gen­de Wen­de[1] in Tübin­gen leis­tet Bei­trä­ge für mehr Pünkt­lich­keit. Hier ist aber mehr an Aus­bau erfor­der­lich. Dazu pla­ne ich gera­de eine wei­te­re Ver­an­stal­tung.

Die Inbe­trieb­nah­me der S‑Bahn nach Neu­hau­sen dürf­te sich wegen Ver­zö­ge­run­gen bei der Digi­ta­li­sie­rung des Bahn­kno­ten Stutt­gart ver­schie­ben. Um fer­tig­ge­stell­te Infra­struk­tur (Ende 2028) nicht unge­nutzt lie­gen las­sen zu müs­sen, set­ze ich mich für eine Inte­rims­lö­sung ein.

Wich­tig sind auch die Bus­se. Bei nächs­ter Gele­gen­heit soll­ten die bei­den Schnell­bus­li­ni­en X 4 und X 7 (Nürtingen/Filderstadt – Deger­loch) wie­der ein­ge­führt wer­den. Zudem sind die Anschlüs­se von leicht ver­spä­te­ten S‑Bahnen auf die Abbrin­ger­bus­se bei­spiels­wei­se in Kirch­heim unter Teck sicher­zu­stel­len. Es darf nicht sein, dass den Fahr­gäs­ten die Bus­se vor der Nase weg­fah­ren.

Bei Wirt­schaft und Arbeit sehe ich besorg­nis­er­re­gen­de Ent­wick­lun­gen. Die Ursa­chen sind viel­fäl­tig. Wir haben es uns als Deutsch­land zu lan­ge mit hohen Export­quo­ten nach Chi­na gemüt­lich gemacht und sind davon aus­ge­gan­gen, dass sich „Made in Ger­ma­ny“ immer und zu jedem Preis gut ver­kau­fen lässt. Die­ses Modell funk­tio­niert aber nicht mehr. Die Wirt­schaft braucht ver­läss­li­che Rah­men­be­din­gun­gen (Bei­spiel CO2-Rege­lung) und weni­ger Büro­kra­tie sowie gerin­ge­re Kos­ten­be­las­tun­gen (Bei­spiel Sen­kung Strom­steu­er für alle, Lohn­ne­ben­kos­ten). Wir müs­sen schnel­ler auf sich ver­än­dern­de Märk­te reagie­ren, mehr auf Inno­va­tio­nen set­zen und ver­läss­li­che­re Märk­te noch bes­ser erschlie­ßen (bspw. Kana­da, Polen weist erstaun­lich posi­ti­ve Ent­wick­lun­gen als Han­dels­part­ner auf). Zudem soll­ten wir gezielt auf Wachs­tums­be­rei­che set­zen (Umwelt­tech­nik, Gesund­heit, Bau­ge­wer­be). Der bestim­mungs­ge­mä­ße Ein­satz des Son­der­ver­mö­gens für zusätz­li­che Inves­ti­tio­nen in die Infra­struk­tur wür­de Deutsch­lands Zukunfts­fä­hig­keit und dem Bau­ge­wer­be enorm hel­fen.

Enga­ge­ment für die Demo­kra­tie in Deutsch­land

Die AfD gefähr­det die Demo­kra­tie und Rechts­staat in Deutsch­land. Die engen Kon­tak­te der AfD zu Dik­ta­tu­ren (Russ­land, Chi­na) sowie Regie­rungs­chefs, die Frei­heits­rech­te ein­schrän­ken (USA, Ungarn unter Orban) zei­gen, dass die AfD von den Wer­ten unse­rer Ver­fas­sung wenig hält.

Ich tre­te ein für ein Prüf­ver­fah­ren gehen die AfD, sie­he https://www.matthias-gastel.de/werben-fuer-ueberpruefung-der-afd/. Wich­tig bleibt aber selbst­ver­ständ­lich, dass demo­kra­ti­sche Par­tei­en not­wen­di­ge Ent­schei­dun­gen tref­fen und Dia­lo­ge mit den Bürger/innen ver­stär­ken. Abge­ord­ne­te der demo­kra­ti­schen Par­tei­en müs­sen deut­li­cher zei­gen, wie sie an der Lösung von Pro­ble­men arbei­ten und wel­che Ideen sie dafür haben.

Par­la­ments­kreis „Poli­ti­sche Bil­dung“

Ich sehe erheb­li­chen Ver­bes­se­rungs­be­darf in der Kom­mu­ni­ka­ti­on von Poli­tik in die Gesell­schaft hin­ein. Es muss bes­ser erklärt wer­den, wie Poli­tik funk­tio­niert. Informations‑, Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Betei­li­gungs­for­ma­te müs­sen ver­bes­sert wer­den. Wir Abge­ord­ne­te müs­sen mehr raus zu den Men­schen. Aber wie kann das funk­tio­nie­ren? Wie kann die poli­ti­sche Bil­dung gestärkt wer­den? Wie kön­nen Popu­lis­mus und Extre­mis­mus zurück­ge­drängt wer­den? Ziel soll sein, Ver­trau­en in die demo­kra­ti­schen Insti­tu­tio­nen zurück­zu­ge­win­nen. Wir wol­len zudem mehr poli­ti­sches Inter­es­se wecken und Men­schen akti­vie­ren, sich ein­zu­brin­gen. Dafür bin ich auf dem Weg, im Bun­des­tag einen frak­ti­ons­über­grei­fen­den Par­la­ments­kreis „Poli­ti­sche Bil­dung“ zu grün­den. Wir wol­len Erfah­run­gen mit guten Ver­an­stal­tungs- und Gesprächs­for­ma­ten aus­tau­schen und mit Bil­dungs­trä­gern sowie der Wis­sen­schaft ins Gespräch kom­men.

Die­ser Bei­trag ent­stand im Nach­gang zu mei­nem Jah­res­pres­se­ge­spräch mit den Tages­zei­tun­gen in mei­nem Wahl­kreis. Er ent­hält in etwa die Aus­sa­gen, die ich dort getrof­fen hat­te.

 

Eini­ge wirt­schafts­po­li­ti­schen Hin­ter­grün­de, Schwer­punkt Auto­mo­bil­bau

Laut Berech­nun­gen des Insti­tuts der deut­schen Wirt­schaft hat Deutsch­land zwi­schen 2019 und 2025 allein wegen Chi­nas Han­dels­po­li­tik rund 400.000 Indus­trie­ar­beits­plät­ze ver­lo­ren. 60 Pro­zent der glo­ba­len Markt­an­teils­ge­win­ne chi­ne­si­scher Unter­neh­men in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren gehen laut OECD auf staat­li­che Sub­ven­tio­nen zurück.

Quel­le: Han­dels­blatt Abend­brie­fing vom 15.06.2025

Euro­pas rund 90 Auto­fa­bri­ken sind im Schnitt nur zu 59 Pro­zent aus­ge­las­tet, zeigt eine BCG-Stu­die. 35 Wer­ke wären damit über­flüs­sig – die Kapa­zi­tät von mehr als jedem drit­ten Stand­ort. „Es ist unver­meid­lich, dass es zu Schlie­ßun­gen kom­men wird“, sagt BCG-Part­ner Albert Waas. Rund ein Dut­zend Stand­or­te sieht er akut gefähr­det.
Und doch: Ganz aus­weg­los ist die Lage nicht. Man­che Fabrik lässt sich mit Ach­sen oder Bat­te­rien aus­las­ten, man­che über Koope­ra­tio­nen mit chi­ne­si­schen Her­stel­lern, die nach Euro­pa drän­gen. Und dann sind da die Rüs­tungs­kon­zer­ne: Mer­ce­des erwägt, sein Werk in Lud­wigs­fel­de an den Pan­zer­bau­er KNDS zu ver­kau­fen, zwi­schen VW und dem Her­stel­ler des Sys­tems Iron Dome soll es Gesprä­che über Osna­brück geben.

Quel­le: Han­dels­blatt Mor­ning Brie­fing vom 07.07.2026

40 Pro­zent der Por­sche-Beleg­schaft ver­dient mehr als 100.000 Euro jähr­lich, 201 mehr als 300.000 Euro, 28 mehr als 500.000 Euro und drei, die nicht dem Vor­stand ange­hö­ren, mehr als eine Mil­li­on Euro.

Quel­le: Han­dels­blatt Mor­ning Brie­fing v. 13. Juli 2026

Eine Umfra­ge unter 74 TOP-Füh­rungs­kräf­ten der Auto­mo­bil­wirt­schaft hat erge­ben: Drei Fünf­tel sehen eine Locke­rung der CO2-Flot­ten­grenz­wer­te skep­tisch. Hin­ter­grund ist, dass mehr als 20 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men bereits voll auf E‑Mobilität und wei­te­re knapp 40 Pro­zent weit­ge­hend auf E‑Mobilität set­zen.

Quel­le: Tages­spie­gel Back­ground vom 06.05.2026

[1] Bei der über­schla­gen­den Wen­de fährt nicht der zuletzt ange­kom­me­ne Zug gleich wie­der zurück, son­dern der Zug, der zuvor ange­kom­men war. So wer­den even­tu­el­le Ver­spä­tun­gen aus vor­an­ge­gan­ge­nen Fahr­ten nicht auf die neu­en Fahr­ten über­tra­gen. Der Zug kann nahe­zu immer pünkt­lich star­ten.