Besuch in der Filderklinik

Von rechts: Ober­arzt Boris Schöß­ler und Fil­der­kli­nik-Geschäfts­füh­rer Niko­lai Keller.

12.09.2021

Wie sich Lockdowns auf Kinder & Jugendliche auswirk(t)en

Was haben Schul­schlie­ßun­gen und Kon­takt­be­schrän­kun­gen bei Kin­dern und Jugend­li­chen aus­ge­löst? Wie haben sich die Pro­blem­la­gen bei jun­gen Men­schen ver­än­dert, die schon vor­her beson­ders belas­tet waren? Dar­um ging es in Gesprä­chen in der Filderklinik.

Bei mei­nem jüngs­ten Besuch sprach ich ins­be­son­de­re mit dem Lei­ter der Kin­der- und Jugend­psy­cho­so­ma­tik, dem Kin­der- und Jugend­psych­ia­ter Boris Schöß­ler sowie dem Geschäfts­füh­rer der Kli­nik. Im Mit­tel­punkt stand die Fra­ge, was die Coro­na-Beschrän­kun­gen bei Kin­dern und Jugend­li­chen aus­ge­löst oder wel­che schon zuvor vor­han­de­nen Auf­fäl­lig­kei­ten dadurch ver­stärkt wur­den. Ich erfuhr, dass von den sta­tio­när auf­ge­nom­me­nen jun­gen Men­schen vie­le, geschätzt viel­leicht die Hälf­te, unter Ver­ein­sa­mungs­pro­ble­men und Ver­bind­lich­keits­ver­lust lei­den. Coro­na habe die Lage derer, denen es schon vor­her nicht gut ging, wei­ter ver­schlech­tert. Denen, denen es vor­her gut ging, geht es auch jetzt meist gut. Bei eini­gen von den­je­ni­gen aus der ers­ten Grup­pe trat durch die Beschrän­kun­gen zunächst eine Ent­span­nung durch Ruhe und Rück­zugs­mög­lich­kei­ten ein. Es dro­he dann aber auf Dau­er ein Still­stand bei der Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung, da sozia­les Zusam­men­le­ben der Motor für psy­chi­sche Ent­wick­lung dar­stellt und Stim­mungs­sta­bi­li­sie­rend wirkt. Wenn Beein­träch­ti­gun­gen ein­ge­tre­ten sind, so wür­den sich die­se nicht von allei­ne durch eine Nor­ma­li­sie­rung der Umstän­de repa­rie­ren. Es brau­che hier­für Unterstützung.

Die Coro­na­zeit habe dazu geführt, dass die Anzahl der Hil­fe­an­fra­gen um geschätzt 20 bis 30 Pro­zent ange­stie­gen sei. Dies gel­te auch für den sta­tio­nä­ren Bereich. Die Schwie­rig­keits­gra­de der Belas­tun­gen sei­en eben­falls gestie­gen. Man habe allen ein adäqua­tes Hil­fe­an­ge­bot machen können.

Zu ver­gleich­ba­ren Fra­ge­stel­lun­gen hat­te ich seit Beginn der Pan­de­mie immer wie­der auch öffent­li­che Ver­an­stal­tun­gen durch­ge­führt. Sie­he bspw. hier: https://www.matthias-gastel.de/soziale-arbeit-in-der-pandemie/

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