Bundestag mit Bekenntnis zu drei Aus- und Neubaustrecken der Bahn

Der Bun­des­tag hat nach umfang­rei­chen Befas­sun­gen im Ver­kehrs­aus­schuss die Wei­ter­pla­nung von drei Aus- und Neu­bau­vor­ha­ben der Deut­schen Bahn gefor­dert:

Augs­burg – Ulm

Damit soll eine Lücke im Hoch­ge­schwin­dig­keits­ver­kehr geschlos­sen wer­den. Dabei ist die Geschwin­dig­keit kein Selbst­zweck. Viel­mehr geht es dar­um, mit einer Fahr­zeit von 26 Minu­ten die Anschlüs­se in bei­den Städ­ten zu sichern (inte­gra­ler Takt­fahr­plan, Deutsch­land­takt). Die Tras­sie­rung ent­lang der Auto­bahn ist gelun­gen. Ein Regio­nal­halt in Zus­mar­shau­sen wird mög­lich, womit die Men­schen in einem länd­lich gepräg­ten Raum von der Neu­bau­stre­cke pro­fi­tie­ren wür­den. Als Grü­ne haben wir bean­tragt, dass die Leis­tungs­fä­hig­keit der bei­den Bahn­kno­ten über­prüft wird, um rei­bungs­lo­se und pünkt­li­che Ver­keh­re zu ermög­li­chen.

Dres­den – Prag

Die Bestands­stre­cke ist über­las­tet und die Züge sind zu lan­ge unter­wegs und mit zu lan­gen Rei­se­zei­ten nicht wett­be­werbs­fä­hig gegen­über dem Auto. Der Neu­bau durchs Erz­ge­bir­ge schafft Kapa­zi­tä­ten im grenz­über­schrei­ten­den Ost-West-Ver­kehr. Die Men­schen an der Bestands­stre­cke wer­den vom Lärm des Güter­ver­kehrs ent­las­tet. Wich­tig ist uns Grü­nen, dass der Neu­bau einen Abbau even­tu­el­ler Ver­spä­tun­gen der Züge ermög­licht. Das sieht die Koali­ti­on genau­so und war in deren Ent­schlie­ßungs­an­trag ent­hal­ten, dem wir bereits im Aus­schuss zuge­stimmt haben.

Marsch­bahn nach Sylt

Die­se Ver­bin­dung ist wich­tig für Men­chen, die pen­deln sowie für den Tou­ris­mus. Vor­ge­se­hen ist ein fast durch­ge­hen­der zwei­glei­si­ger Aus­bau sowie die Erhö­hung der Stre­cken­ge­schwin­dig­keit. Damit ver­schwin­den Über­las­tun­gen auf die­ser Stre­cke und es wer­den bes­se­re, zuver­läs­si­ge­re Ange­bo­te mög­lich. Wir Grü­nen haben beant­tragt, dass die Elek­tri­fi­zie­rung der Stre­cke (erfolgt durch das Land) und er zwei­glei­si­ge Aus­bau zeit­gleich erfol­gen, um wei­te­re Sper­run­gen zu ver­mei­den.

Wir freu­en uns über die hohe Akpez­tanz aller drei Maß­nah­men in der Bevöl­ke­rung.

Lei­der wird die Freu­de über die gest­ri­ge Ent­schei­dung erheb­lich ein­ge­trübt, denn es feh­len wich­ti­ge Grund­la­gen:

Alle drei Pro­jek­te sind NICHT finan­ziert – trotz Son­der­ver­mö­gens in Höhe von 400 Mil­li­ar­den Euro für zusätz­li­che Inves­ti­tio­nen in Infra­struk­tur!

Es feh­len Ent­schei­dun­gen für die Beschleu­ni­gung bei Pla­nung und im Bau. Kon­kret bean­tragt hat­ten wir für Augs­burg – Ulm und für die Marsch­bahn, das sog. „Part­ner­schafts­mo­dell“ zur Anwen­dung zu brin­gen, bei dem Pla­nungs­be­tei­lig­te und das Eisen­bahn­bun­des­amt eng zusam­men­ar­bei­ten, um par­al­lel ver­lau­fen­de Pro­zes­se mög­lich zu machen.

Wei­te­re Kri­tik: Die SPD blo­ckiert wei­ter­hin eine Ent­schei­dung über die drin­gend benö­tig­te Neu­bau­stre­cke zwi­schen Ham­burg und Han­no­ver.

Wir for­dern, die Pro­jek­te zügig wei­ter zu pla­nen und zum Bau zu brin­gen. Dafür ist die Finan­zie­rung schnells­tens sicher­zu­stel­len.

Hin­ter­grün­de und Kom­men­tie­rung

Wir Grü­nen unter­stüt­zen alle Bahn­pro­jek­te des Bedarfs­plans des Bun­des. So haben wir uns auch sehr für die Neu­bau­stre­cke Ulm – Augs­burg sowie den Aus­bau der Marsch­bahn nach Sylt ein­ge­setzt. Zu bei­den Pro­jek­ten hat­ten wir Anträ­ge in den Ver­kehrs­aus­schuss ein­ge­bracht, um die­se zu ver­bes­sern und beschleu­nigt umzu­set­zen. Im Zusam­men­hang mit der Neu­bau­stre­cke zwi­schen Ulm und Augs­burg wol­len wir die Leis­tungs­fä­hig­keit der bei­den Bahn­kno­ten unter­sucht haben, um einen rei­bungs­lo­sen und zuver­läs­si­gen Bahn­ver­kehr gewähr­leis­ten zu kön­nen. Dazu ist der Lärm­schutz der Bevöl­ke­rung ent­lang der Auto­bahn bis­lang nicht aus­rei­chend gesi­chert. Die vom Land Schles­wig-Hol­stein vor­ge­se­he­ne Elek­tri­fi­zie­rung der Marsch­bahn soll­te zeit­gleich mit dem zwei­glei­si­gen Aus­bau umge­setzt wer­den, um eine wei­te­re Stre­cken­sper­rung zu ver­mei­den. Zudem woll­ten wir die Finan­zie­rung sicher­ge­stellt und Beschleu­ni­gungs­maß­nah­men für die Pla­nun­gen und den Bau beschlos­sen haben. Die Koali­ti­on hat der Inbe­trieb­nah­me 2038 zuge­stimmt, wir Grü­ne haben eine Fer­tig­stel­lung deut­lich vor 2035 gefor­dert. Bei­de Anträ­ge wur­den von der Koali­ti­ons­mehr­heit abge­lehnt. Wir ste­hen unein­ge­schränkt zu bei­den Pro­jek­ten – eben­so zu allen wei­te­ren Pro­jek­ten des Bedarfs­plans. Die Koali­ti­on muss hin­ge­gen ihre Hal­tung zu wich­ti­gen Pro­jek­ten, wozu übri­gens auch der Bren­ner­nord­zu­lauf sowie der Neu­bau­stre­cke Ham­burg – Han­no­ver gehö­ren, erst noch klä­ren. Der grü­nen Frak­ti­on fehl­te und fehlt die Ent­schlos­sen­heit bei die­ser Koali­ti­on. Daher haben wir uns ent­hal­ten.

Hier geht es zu unse­ren Ent­schlie­ßungs­an­trä­gen: