Elektrifzierungsprogramm lässt auf sich warten

Das Foto auf den Strom­mas­ten ent­stand am neu­en Bahn­hof in Lin­dau-Reu­tin, der gera­de im Ent­ste­hen ist.

03.04.2020

Vier Säulen geplant

Auf unse­re Anfra­ge erklärt die Bun­des­re­gie­rung, wie in Sachen „Elek­tri­fi­zie­rung von Bahn­stre­cken“ vor­an gehen soll. So viel vor­ab: Es wird dau­ern …

Die Bun­des­re­gie­rung spricht in ihrer Ant­wort von vier Säu­len: Dem Bedarfs­plan (umgangs­sprach­lich auch als „Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan“ bezeich­net), dem Bun­des­pro­gramm nach dem Gemein­de­ver­kehrs­fi­nan­zie­rungs­ge­setz (GVFG), dem Aus­bau­pro­gramm „Elek­tri­sche Güter­bahn“ sowie dem För­der­pro­gramm „Alter­na­ti­ve Antrie­be im Schie­nen­ver­kehr“.

Zu eini­gen Ein­zel­hei­ten: Der Bedarfs­plan ist das klas­si­sche Finan­zie­rungs­in­stru­ment für den Aus- und Neu­bau von Schie­nen­we­gen. Im lau­fen­den Jahr ste­hen im Bun­des­haus­halt 1,5 Mil­li­ar­den Euro für den Aus- und Neu­bau der Bun­des­schie­nen­we­ge zur Ver­fü­gung. Das ist – allen Lip­pen­be­kennt­nis­sen zum Trotz – eine leich­te Kür­zung gegen­über dem Vor­jahr. Im kom­men­den Jahr soll sich nur wenig ändern (1,56 Mil­li­ar­den Euro). Erst in den bei­den Fol­ge­jah­ren sind stär­ke­re Stei­ge­run­gen auf 1,9 bzw. 2 Mil­li­ar­den Euro ange­dacht. Die genann­ten Beträ­ge sind Gesamt­be­trä­ge, inner­halb derer nur klei­ne Antei­le für die Elek­tri­fi­zie­rung auf­ge­wen­det wer­den. Aus­bau­pro­gramm „Elek­tri­sche Güter­bahn“: Für die­ses neue För­der­instru­ment lie­gen noch kei­ner­lei nähe­re Infor­ma­tio­nen vor. Ursprüng­lich war das Pro­gramm für Ende 2019 ange­kün­digt. Jetzt soll es „vor­aus­sicht­lich im ers­ten Halb­jahr 2020“ ver­öf­fent­licht wer­den. Der ein­zi­ge Licht­blick ist das GVFG, des­sen Mit­tel der Bund für das lau­fen­de Jahr ver­dop­pelt hat und wei­te­re Erhö­hun­gen ange­kün­digt wur­den.

Fazit: In Deutsch­land sind erst rund 60 Pro­zent der Stre­cken­ki­lo­me­ter mit einer Ober­lei­tung ver­se­hen. Meist ist es so, dass es sich dabei um stark befah­re­ne Stre­cken, manch­mal sogar über­las­te­te Stre­cken, han­delt. Die Elek­trif­zie­rung wei­te­rer Stre­cken bräch­te vie­le Vor­tei­le: Die Kapa­zi­tät des Net­zes wür­de erhöht wer­den und die Emis­sio­nen könn­ten redu­ziert wer­den, da weni­ger „gedie­selt“ wer­den müss­te. Wenn der Bund es ernst meint mit die­sen Zie­len, dann muss er eine grö­ße­re Ent­schlos­sen­heit zei­gen.

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