Entscheidungsreif: Neubaustrecke Hamburg – Hannover

Die Bestands­stre­cke zwi­schen Ham­burg und Han­no­ver ist stark über­las­tet. Sie führt zu Ver­spä­tun­gen und Ein­schrän­kun­gen bei den Ange­bo­ten. Dies wirkt sich weit über die bei­den Groß­städ­te und die Stre­cke hin­aus nega­tiv aus. Die Pla­nun­gen für eine Neu­bau­stre­cke sind inzwi­schen so weit fort­ge­schrit­ten, dass sie vom Eisen­bahn­bun­des­amt geprüft und dem Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um sowie dem Bun­des­tag zur Befas­sung vor­ge­legt wur­den.

Nach­fol­gend gebe ich einen Über­blick über das Pro­jekt und das wei­te­re Ver­fah­ren. Alle Infor­ma­tio­nen ent­stam­men dem Bericht der Deut­schen Bahn, der dem Bun­des­tag durch die Bun­des­re­gie­rung zur Befas­sung zug­lei­tet wur­de: https://dserver.bundestag.de/btd/21/031/2103150.pdf Ent­stam­men die Infor­ma­tio­nen ande­ren Quel­len, so ist dies ent­spre­chend ver­merkt.

Auf­ga­ben­stel­lung

Die Aus-/Neu­bau­stre­cke (ABS/NBS) Han­no­ver – Ham­burg ist im Vor­dring­li­chen Bedarf des gel­ten­den Bedarfs­plans (Anla­ge zu § 1 des Bun­des­schie­nen­we­ge­aus­bau­ge­set­zes (BSWAG)) ent­hal­ten (Abschnitt Neue Vor­ha­ben, lfd. Nr 2). Das Pro­jekt beinhal­tet im Wesent­li­chen einen zwei­glei­si­gen elek­tri­fi­zier­ten Neu­bau zwi­schen Ham­burg und Han­no­ver und ist Bestand­teil des euro­päi­schen Ver­kehrs­kor­ri­dors „Skandinavien/Mittelmeer“. Die Pla­nung des Vor­ha­bens wur­de 2016 mit Bun­des­mit­teln auf­ge­nom­men.

Die Bericht­erstat­tung an die Bun­des­re­gie­rung und den Bun­des­tag beruht auf Infor­ma­tio­nen der DB Infra­GO AG und einer zuwen­dungs­recht­li­chen Ein­schät­zung des Eisen­bahn-Bun­des­am­tes (EBA) auf Basis des Vor­pla­nungs­er­geb­nis­ses. Die umfas­sen­de Abwä­gung zwi­schen allen berühr­ten öffent­li­chen und pri­va­ten Belan­gen erfolgt durch die unab­hän­gi­ge Plan­fest­stel­lungs­be­hör­de im plan­recht­li­chen Ver­fah­ren nach § 18 des All­ge­mei­nen Eisen­bahn­ge­set­zes (AEG). Eine Bewer­tung und Fest­le­gung zu kon­kre­ten, ent­schei­dungs­er­heb­li­chen recht­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen erfolgt mit dem Plan­fest­stel­lungs­be­schluss.

Mit der Aus-/Neu­bau­stre­cke Han­no­ver – Ham­burg wer­den fol­gen­de ver­kehr­li­chen Zie­le ver­folgt:

− Schaf­fung zusätz­li­cher Kapa­zi­tä­ten, ins­be­son­de­re für den See­ha­fen­hin­ter­land­ver­kehr, sowie unter Berück­sich­ti­gung der Ange­bots­kon­zep­te des Ziel­fahr­plans Deutsch­land­takt

− Fahr­zeit­ver­kür­zun­gen im Fern- und Nah­ver­kehr

− Erhö­hung der Rei­se­ge­schwin­dig­keit zur Erfül­lung der Fahr­zeit­an­for­de­run­gen des Deutsch­land­tak­tes (59 Minu­ten ohne Halt in Ham­burg-Har­burg und damit Ver­kür­zung um 18 Minu­ten)

− Auf­lö­sung des bestehen­den ver­kehr­li­chen Eng­pas­ses auf der Bestandstre­cke (Über­las­te­ter Schie­nen­weg Uel­zen – Stel­le).

Mit der durch­ge­führ­ten Eisen­bahn­be­triebs­wis­sen­schaft­li­chen Unter­su­chun­gen (EBWU) und wei­te­ren pla­ne­ri­schen Betrach­tun­gen wur­de fest­ge­stellt, dass die kapa­zi­ta­ti­ven Anfor­de­run­gen auf Basis der gel­ten­den Ver­kehrs­pro­gno­sen des Bun­des nur mit vier Glei­sen im Kor­ri­dor (Ham­burg) Meckel­feld – Cel­le eng­pass­frei und betrieb­lich opti­mal bewäl­tigt wer­den kön­nen. An die zusätz­li­che Infra­struk­tur wer­den die gän­gi­gen betrieb­li­chen Anfor­de­run­gen gestellt. Die­se beinhal­ten ins-

beson­de­re eine Stre­cken­ge­schwin­dig­keit, wel­che die Erfül­lung der Fahr­zeit­zie­le des Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plans (BVWP) bzw. Deutschladt­ak­tes gewähr­leis­tet, die Aus­rüs­tung der Stre­cke mit ETCS, durch­ge­hen­de Elek­tri­fi­zie­rung sowie aus­rei­chen­de Vor­hal­tung von Über­hol­bahn­hö­fen zur Schaf­fung betrieb­li­cher Fle­xi­bi­li­tät.

Vor­zugs­va­ri­an­te Ham­burg Han­no­ver

Durch die enge Bün­de­lung der Neu­bau­stre­cke mit der BAB 7 und der B 3 sowie die grund­sätz­lich gewähl­te Tras­sen­füh­rung konn­te die Lärm­be­las­tung für die Regi­on im Ver­gleich zu den alter­na­tiv geprüf­ten Tras­sen­ver­läu­fen nied­rig gehal­ten wer­den. Im Ergeb­nis kommt es zur ver­gleichs­wei­sen gerin­gen Men­ge von 14.611 Lärm­schutz­fäl­len, von wel­chen 91% durch akti­ven Lärm­schutz gelöst wer­den kön­nen. Durch die Bün­de­lung der NBS mit der BAB A 7 und der B 3 sowie der Nut­zung der bestehen­den Stre­cke im Bereich Cel­le – Han­no­ver kann die Flä­chen­zer­schnei­dung so gering wie mög­lich gehal­ten wer­den. Sied­lungs­be­zie­hun­gen ent­lang der Stre­cke kön­nen erhal­ten wer­den.

Fazit und Emp­feh­lung

Das Bedarfs­plan­vor­ha­ben ABS/NBS Han­no­ver – Ham­burg dient der Auf­lö­sung eines zen­tra­len Eng­pas­ses im deut­schen Schie­nen­netz sowie der Auf­nah­me der pro­gnos­ti­zier­ten Stei­ge­rung des See­ha­fen­hin­ter­land­ver­kehrs. Vor­ge­se­hen ist der zwei­glei­si­ge Neu­bau zwi­schen Han­no­ver-Vinn­horst und Ham­burg-Meckel­feld mit einer Stre­cken­län­ge von 109 km.

Laut Ein­schät­zung des Eisen­bahn-Bun­des­am­tes (EBA) wer­den mit der vor­lie­gen­den Vor­zugs­va­ri­an­te die gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen erfüllt. Das EBA kommt zu dem Ergeb­nis, dass mit der Vor­zugs­va­ri­an­te der DB Infra­GO AG der zuwen­dungs­recht­lich gefor­der­te Grund­satz der Wirt­schaft­lich­keit und Spar­sam­keit gewahrt wird.

 

Kern­for­de­run­gen aus dem Prüf­be­richt – Emp­feh­lung der par­la­men­ta­ri­schen Befas­sung

Beschrei­bung der Vor­zugs­va­ri­an­te Kern­for­de­rung 8: Drit­tes Gleis Lüne­burg – Uel­zen

Die DB hat öffent­lich und trans­pa­rent Vari­an­ten eines drei­glei­si­gen Aus­baus Lüne­burg – Uel­zen unter der Berück­sich­ti­gung alter­na­ti­ver Lauf­we­ge unter­sucht. Im Ergeb­nis zeigt sich, dass das Bedarfs­plan­ziel mit der Errich­tung eines drit­ten Glei­ses zwi­schen Lüne­burg und Uel­zen nicht erreicht wer­den kann. Eben­so wäre der Bau eines drit­ten Glei­ses nicht wirt­schaft­lich und hät­te umwelt­fach­li­che sowie raum­ord­ne­ri­sche Nach­tei­le.

Vor­zugs­va­ri­an­te – Pro­zess der Vari­an­ten­fin­dung

Inner­halb der drei Grund­va­ri­an­ten erga­ben sich jeweils eine Viel­zahl tech­nisch mög­li­cher Unter­va­ri­an­ten. Ins­ge­samt wur­den 29 ver­schie­de­ne Unter­va­ri­an­ten unter­sucht. Meh­re­re wur­den bereits in einem sehr frü­hen Sta­di­um ver­wor­fen, da sie die Pro­jekt­zie­le erkenn­bar nicht erfül­len. Die ver­blei­ben­den Vari­an­ten wur­den einem Fil­ter gesetz­li­cher Ziel­vor­ga­ben unter­zo­gen: opti­ma­le Betriebs­qua­li­tät, Eng­pass­frei­heit und Nut­zen-Kos­ten-Ver­hält­nis (NKV) ≥ 1.

Über­blick der frü­hen Öffent­lich­keits­be­tei­li­gung

Das Bahn­pro­jekt legt seit Anfang der Pla­nung einen star­ken Fokus auf die Infor­ma­ti­on und den Dia­log mit der Regi­on (sie­he https://www.hamburg-bremen-hannover.de/transparent-informieren.html).

In einer Kom­bi­na­ti­on aus all­ge­mein zugäng­li­chen For­ma­ten und fokus­sier­ten regio­na­len Fach­ge­sprä­chen bezieht die DB Infra­GO AG sowohl eine brei­te Öffent­lich­keit als auch die zu betei­li­gen­den Akteu­re auf kom­mu­na­ler Ebe­ne in die jeweils aktu­el­len Pla­nungs­schrit­te und die Rand­be­din­gun­gen des Pla­nungs­pro­zes­ses ein.

Die Pro­jekt­re­gi­on wur­de und wird in diver­sen Dia­log­for­ma­ten wie „Glä­ser­nen Werk­stät­ten“, (digi­ta­len) Info-Ver­an­stal­tun­gen, Pla­nungs­werk­stät­ten und regio­na­len Tref­fen mit Land­krei­sen, Kom­mu­nen, Ver­bän­den, Bür­ger­initia­ti­ven, Pro­jekt­bei­rat und Poli­tik ein­be­zo­gen. Ins­ge­samt hat die DB in den ver­gan­ge­nen Jah­ren weit mehr als 200 sol­cher Ter­mi­ne durch­ge­führt. Auch über die Pro­jekt­web­site wird infor­miert.

Dane­ben führ­te die DB Infra­GO AG „kom­mu­na­le Pla­nungs­werk­stät­ten“ auf Land­kreis­ebe­ne in den von den Pla­nun­gen berühr­ten Regio­nen durch. Die­ses For­mat bot Raum für kom­mu­na­le The­men und den ver­tief­ten Aus­tausch auf fach­li­cher Ebe­ne, es ermög­lich­te den durch die Pla­nun­gen berühr­ten Regio­nen, loka­le Hin­wei­se zu geben und es dien­te der Vor­be­rei­tung auf die par­la­men­ta­ri­sche Befas­sung.

Für die ver­schie­de­nen Inter­es­sen­grup­pen des Groß­pro­jek­tes ste­hen diver­se Dia­log­for­ma­te zur Ver­fü­gung:

  • Öffent­li­che zen­tra­le Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen
  • Dar­stel­lung von Pro­jekt­er­geb­nis­sen im Rah­men von kom­mu­na­len Ver­an­stal­tun­gen, bila­te­ra­len Gesprä­chen und kom­mu­na­len Pla­nungs­werk­stät­ten

Mei­ne Akti­vi­tä­ten rund um die The­ma­tik

Ich habe mit mei­ner Kol­le­gin Julia Ver­lin­den, stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de, Vertreter*innen der Grü­nen aus der Kom­mu­nal­po­li­tik nach Lüne­burg ein­ge­la­den, um mit einem Vor­stands­mit­glied von DB Infra­GO über das Pro­jekt zu spre­chen. Direkt im Anschluss tra­fen wir uns mit Vertreter*innen von Bür­ger­initia­ti­ven.

Mein Fach­bü­ro hat eine hohe Anzahl teils sehr aus­führ­li­cher Brie­fe mit vie­len Fra­ge­stel­lun­gen beant­wor­tet.

Im Sep­tem­ber 2025 war ich in Han­no­ver, um an einem von vier Regio­nal­kon­fe­ren­zen teil­zu­neh­men. Zu mei­ner Über­ra­schung haben sich zumin­dest wäh­rend mei­ner Anwe­sen­heit kei­ne Kri­ti­ker einer Neu­bau­stre­cke ein­ge­fun­den. Es kamen Gespräch mit Befür­wor­tern und Per­so­nen mit offe­nen Fra­gen sowie mit Pla­nungs­kräf­ten der Deut­schen Bahn zustan­de.

In den sozia­len Medi­en und auch auf mei­ner Home­page habe ich mich sehr häu­fig mit dem Pro­jekt und jeweils aktu­el­len Dis­kus­sio­nen aus­ein­an­der­ge­setzt. Sie­he Link zu Bei­trag: https://www.matthias-gastel.de/ausbau-der-bahninfrastruktur-zwischen-hamburg-und-hannover/

Sach­stand und wei­te­res Vor­ge­hen (Info Büro Gastel)

Die Unter­la­gen zur par­la­men­ta­ri­schen Befas­sung lie­gen dem Deut­schen Bun­des­tag inzwi­schen offi­zi­ell vor (sie­he https://dserver.bundestag.de/btd/21/031/2103150.pdf). Der nächs­te Schritt ist, dass der Aus­schuss sich in den nächs­ten Wochen mit dem Pro­jekt beschäf­tigt. Wir Grü­ne wer­den dazu unse­re Ideen und For­de­run­gen ein­brin­gen, letzt­end­lich muss jedoch die Koali­ti­on ent­schei­den, wie sie mit dem Pro­jekt umge­hen will und wie sie sich zu den For­de­run­gen der Regi­on ver­hält. Sie wird auch den Zeit­plan vor­ge­ben, wann sich der Aus­schuss mit dem Pro­jekt beschäf­tigt.

Für uns Grü­ne ist klar: Wir wer­den uns kon­struk­tiv ein­brin­gen und die Umset­zung des Vor­ha­bens mit mög­lichst vie­len Vor­tei­len für die Regi­on ver­bin­den. Dazu gehört vor allem die Umset­zung der Regio­nal­hal­te, die kon­kre­te Effek­te brin­gen. Bis­her ist der öffent­li­che Ver­kehr in der Regi­on meist kon­kur­renz­los schlecht. Mit der direk­ten Anbin­dung der Regi­on nach Ham­burg und Han­no­ver wer­den bis­her unge­ahn­te Poten­tia­le erschlos­sen. Wir wol­len in allen drei Land­krei­sen jeweils einen Regio­nal­halt haben.

Dar­über hin­aus kann auch im Bereich Umwelt­schutz noch ein wenig nach­ge­bes­sert wer­den, bei­spiels­wei­se kön­nen mehr Grün­brü­cken errich­tet wer­den. Beson­ders betrof­fe­ne Berei­che möch­ten wir Grü­ne eben­falls in Blick neh­men, bei­spiels­wei­se das mit zahl­rei­chen Auto­bah­nen durch­quer­te See­ve­tal.

Die par­la­men­ta­ri­sche Befas­sung ist der Zeit­punkt, an dem das Par­la­ment auch gesetz­lich nicht not­wen­dig Maß­nah­men für die wei­te­re Pla­nung beauf­tra­gen kann. Dadurch kön­nen nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen der Neu­bau­stre­cke redu­ziert und wei­te­re Vor­tei­le ermög­licht wer­den. Es geht jetzt um die kon­struk­ti­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit dem wich­tigs­ten Bahn­pro­jekt in Nord­deutsch­land.

Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen

Im Juli 2025 wur­de durch DB Infra­GO die Bewer­tungs­ma­trix ver­öf­fent­licht. Ver­gli­chen wur­den die bestands­fer­ne und die bestands­na­he Vari­an­te. Die bestands­fer­ne Vari­an­te ist die klas­si­sche Neu­bau­stre­cke. Die­se schnei­det in den meis­ten Kate­go­rien bes­ser ab. Dies gilt für alle vier Haupt­kri­te­ri­en Raum­ord­nung, Umwelt, Betrieb und Kos­ten. Hier­zu eini­ge Bei­spie­le, bei denen der Neu­bau im Vor­teil ist: Zur „Raum­ord­nung“ zäh­len die Unter­su­chungs­aspek­te Land­wirt­schaft und Was­ser­wirt­schaft. Zur „Umwelt“ zäh­len das Schutz­gut Mensch und Natu­ra 2000-Gebie­te. Unter „Betrieb“ fal­len Fahr­zeit­ge­winn, Kapa­zi­tät, Gesamt­bau­zeit sowie Ein­schrän­kun­gen des Bahn­be­triebs wäh­rend der Bau­zeit. Es gibt aber auch ein­zel­ne Unter­su­chungs­aspek­te, bei denen die bestands­na­he Vari­an­te bes­ser abschnei­det. Dies trifft unter ande­rem auf „Natur und Land­schaft“ und Tou­ris­mus zu. Die bestands­fer­ne Vari­an­te schnei­det aber bei allen Haupt­ka­te­go­rien unter dem Strich bes­ser ab – auch bei den Kos­ten. Für die Neu­bau­va­ri­an­te ergibt sich ein posi­ti­ves Nut­zen-Kos­ten-Ver­hält­nis von 1,5. Die Nut­zen sind also höher als die Kos­ten. Bei der bestands­na­hen Vari­an­te ist dies umge­kehrt.

Mein Büro hat sich mal näher mit dem Aspekt des Flä­chen­ver­brauchs befasst. Die­ser liegt bei der Neu­bau­stre­cke bei rund 1,5 Qua­drat­ki­lo­me­ter. Seit dem Jahr 2000 erfolg­te Stra­ßen­aus­bau­ten im Raum zwi­schen Ham­burg und Han­no­ver haben hin­ge­gen über sie­ben Qua­drat­ki­lo­me­ter ver­schlun­gen. Wür­de der Bedarfs­plan Stra­ße (Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan) voll­stän­dig umge­setzt wer­den, kämen wei­te­re 5,5 Qua­drat­ki­lo­me­ter hin­zu. Wir wun­dern uns, was bei der Schie­ne the­ma­ti­siert, manch­mal gar skan­da­li­siert wird, aber für neue und brei­te­re Stra­ßen ein­fach so hin­ge­nom­men wird.

War­um sich Neu­bau schnel­ler umset­zen lässt (Text: Mat­thi­as Gastel)

Ich len­ke den Blick in mei­ne Hei­mat, nach Baden-Würt­tem­berg: Wäh­rend die Neu­bau­stre­cke Wend­lin­gen – Ulm längst in Betrieb ist, bleibt der Inbe­trieb­nah­me­zeit­punkt für Stutt­gart 21(Tiefbahnhof mit Zulauf­stre­cken) wei­ter­hin offen. Die Neu­bau­stre­cke konn­te mit ver­hält­nis­mä­ßig gerin­gen Raum­wi­der­stän­den und viel Platz für Bau­stel­len­ein­rich­tun­gen sowie ohne Rück­sicht­nah­me auf den lau­fen­den Bahn­be­trieb gebaut wer­den. Der Tief­bahn­hof hin­ge­gen wird inmit­ten von Bebau­ung errich­tet und die Anpas­sun­gen an den Bestands­stre­cken grei­fen mas­siv in lau­fen­den Ver­kehr ein. Wei­te­re Bei­spie­le wie die­se, so der Aus- und Neu­bau an der Rhein­tal­bahn, lie­ßen sich eben­falls auf­grei­fen. Neu­bau lässt sich in der Regel durch gerin­ge­re Kom­ple­xi­tät in der Pla­nung und in der bau­li­chen Umset­zung schnel­ler rea­li­sie­ren.

 Die The­ma­tik beschäf­ti­gen mein Team und mich schon lan­ge. Sie­he dazu auch https://www.matthias-gastel.de/ausbau-der-bahninfrastruktur-zwischen-hamburg-und-hannover/