Gedanken zum Tag der Arbeit

01. Mai 2021

Transformation als Chance für Arbeit

Auto­ma­ti­sie­rung, Digi­ta­li­sie­rung, Elek­tri­fi­zie­rung von Stra­ßen­fahr­zeu­gen – vie­les ändert sich und schlägt voll auf die Arbeits­welt durch. Mit poli­ti­scher und tarif­li­cher Gestal­tung von Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen, die nicht ver­sucht auf­zu­hal­ten, was nicht auf­zu­hal­ten ist, sonder01n Beschäf­tig­te früh­zei­tig mit­nimmt und sie qua­li­fi­ziert, Chan­cen erkennt und ver­stärkt sowie die Risi­ken mini­miert, wer­den wir gut wei­ter kommen.

Fünf The­sen zum Start in den fünf­ten Monat:

  1. Das Tarif­ein­heits­ge­setz ist prak­tisch kaum umsetz­bar und führt ins­be­son­de­re bei der Deut­schen Bahn und damit einer der größ­ten Arbeit­ge­be­rin zum befürch­te­ten Unfrie­den. Die Tarif­plu­ra­li­tät und die Koexis­tenz ver­schie­de­ner Gewerk­schaf­ten gehö­ren wie­der her­ge­stellt. Alle Beschäf­tig­ten müs­sen das Recht haben, sich unein­ge­schränkt in der Gewerk­schaft ihrer Wahl orga­ni­sie­ren zu können.
  2. Der sin­ken­den Tarif­bin­dung wol­len wir Ein­halt gebie­ten, indem bei der Ver­ga­be von öffent­li­chen Auf­trä­gen nur Unter­neh­men zum Zuge kom­men, die tarif­ge­bun­den sind oder ver­gleich­ba­re Arbeits­stan­dards bie­ten. Wir wol­len die All­ge­mein­ver­bind­lich­keit von Tarif­ver­trä­gen erleichtern.
  3. Die Ver­kehrs­wen­de ist für den Kli­ma- und Res­sour­cen­schutz unver­meid­lich. Für den Arbeits­markt stellt sie eine Chan­ce dar, da sie ins­be­son­de­re bei Bus und Bahn vie­le Arbeits­plät­ze schafft. Die­se las­sen sich dort – anders als bei der Pro­duk­ti­on des Mas­sen­gu­tes Auto – nicht weg­ra­tio­na­li­sie­ren. Beim Ver­kehrs­trä­ger Lkw müs­sen die Lenk- und Ruhe­zei­ten deut­lich häu­fi­ger kon­trol­liert und Ver­stö­ße stren­ger geahn­det wer­den. Es kann und darf nicht sein, dass Fahrer*innen aus Ost­eu­ro­pa und Asi­en mit nied­rigs­ten Löh­nen abge­speist wer­den und wochen­lang ohne freie Tage zuhau­se in der Fah­rer­ka­bi­ne arbei­ten und näch­ti­gen müssen.
  4. Die Umstel­lung auf bat­te­rie­elek­tri­sche Antrie­be beim Auto hat auch eine wirt­schafts- und arbeits­markt­po­li­ti­sche Kom­po­nen­te. Denn die glo­ba­le Nach­fra­ge, von der wir als export­ori­en­tier­te Nati­on abhän­gig sind, ver­än­dert sich. Inzwi­schen haben sich 17 Staa­ten auf den Abschied vom Ver­bren­nungs­mo­tor fest­ge­legt. Ich freue mich, dass in Deutsch­land immer mehr Pro­duk­ti­ons­stät­ten für Bat­te­rie­zel­len geplant werden.
  5. Mit einem guten Lie­fer­ket­ten­ge­setz wer­den Unter­neh­men ver­pflich­tet, ihre Sorg­falts­pflich­ten ent­lang ihrer Lie­fer­ket­ten ein­zu­hal­ten. Damit wer­den dann glo­bal die Rech­te und die Wür­de von Beschäf­tig­ten bei­spiels­wei­se in Minen und in Tex­til­fa­bri­ken gestärkt.

Nähe­re Infos zum The­ma „Trans­for­ma­ti­on der Auto­mo­bil­in­dus­trie und Arbeitsmarkt“:

https://www.matthias-gastel.de/transformation-der-autoindustrie-unvermeidlich/

Nicht ver­ges­sen möch­te ich, all denen herz­lich zu dan­ken, die in der Coro­na­kri­se beson­ders Her­aus­ra­gen­des geleis­tet haben. Hier­bei den­ke ich zuvor­derst an die­je­ni­gen, die oft bis an die Gren­zen der Belast­bar­keit – manch­mal auch dar­über hin­aus – ärzt­li­che und pfle­ge­ri­sche Leis­tun­gen erbracht zu haben, um die Gesund­heit von Men­schen zu schüt­zen und Leben zu bewah­ren. Ich weiß, dass auch Ange­hö­ri­ge ande­rer Berufs­grup­pen durch anstren­gen­de Schutz­maß­nah­men, Home­of­fice ohne geeig­ne­tes Arbeits­um­feld oder auch finan­zi­el­le Ein­bu­ßen durch Kurz­ar­beit star­ken Belas­tun­gen aus­ge­setzt waren und sind. Ihnen allen sage ich Dank für alle Geduld und Ihr Ver­ständ­nis, das sicher­lich immer wie­der neu­en Belas­tungs­pro­ben aus­ge­setzt war.

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