Mit Brennstoffzelle zur Versorgungsssicherheit

09.06.2021

Unternehmensbesuch bei Bosch 

Wie soll die Ener­gie­wen­de im Strom­sek­tor gelin­gen, wenn nicht jeder­zeit aus­rei­chend Strom bereit steht und zu ande­ren Zei­ten ein Über­schuss die­ses Ener­gie­trä­gers vor­han­den ist? Bosch setzt auf sta­tio­nä­re Brennstoffzellen.

Gemein­sam mit mei­ner Frak­ti­ons­kol­le­gin Anna Christ­mann habe ich Bosch in Ber­lin besucht. Das Unter­neh­men koope­riert mit „Ceres Power“ aus Groß­bri­tan­ni­en und hat einen drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag in die Ent­wick­lung der Fest­oxid­brenn­stoff­zel­len-Tech­no­lo­gie inves­tiert. Die Ent­wick­lung erfolgt in Stutt­gart-Feu­er­bach und in Ren­nin­gen. Die Pro­duk­ti­on ist in Bam­berg (Zusam­men­bau der Stacks aus den in UK pro­du­zier­ten Brenn­stoff­zel­len; Kom­pen­sa­ti­on für die bis­he­ri­ge Stand­ort­ab­hän­gig­keit vom Die­sel)), Hom­burg und Wernau (Mon­ta­ge) vor­ge­se­hen. In Wernau befin­den sich bereits drei die­ser kühl­schrank­gro­ßen Gerä­te im Test­be­trieb. Jedes hat eine Leis­tung von 10 kW. Bis zum Jah­res­en­de sol­len sich 100 Anla­gen im Pro­be­be­trieb befin­den. Im Jahr 2024 soll die Seri­en­fer­ti­gung gestar­tet wer­den. 250 Bosch-Beschäf­tig­te arbei­ten bereits für das Projekt.

Betrie­ben wer­den kön­nen die sta­tio­nä­ren Brenn­stoff­zel­len mit Erd­gas, Bio­gas oder Was­ser­stoff. Wobei aus unse­rer Sicht eine Tech­no­lo­gie nur dann eine Zukunfts­tech­no­lo­gie ist, wenn sie mit erneu­er­ba­ren Ener­gien (grü­ner Was­ser­stoff) betrie­ben wird. Der elek­tri­sche Wir­kungs­grad wird von Bosch mit 60 Pro­zent ange­ge­ben. Wird die anfal­lend Wär­me voll­stän­dig genutzt, soll die­ser auf 85 Pro­zent stei­gen. Gesteu­ert wird die Anla­ge strom­sei­tig, also nach dem Strom­be­darf. Die Wär­me gilt als Neben­pro­dukt. Es han­delt sich jedoch nicht um ein Not­strom­ag­gre­gat, betont Bosch. Die Tech­no­lo­gie sei ein Bei­trag zur dezen­tra­len Strom­ver­sor­gung in Ergän­zung zur zen­tra­len Stromerzeugung.

Das Gas kann aus der Erd­gas­lei­tung kom­men (Bei­mi­schung von Bio­gas oder Was­ser­stoff mit einem Anteil von bis zu 20 Pro­zent mög­lich) oder aber aus Was­ser­stoff­tanks, die per Lkw Nach­schub bekom­men. Denk­bar ist auch eine Kom­bi­na­ti­on der Brenn­stoff­zel­len mit Elek­tro­ly­se-Anla­gen, die den Was­ser­stoff aus (über­schüs­si­gem) Öko­strom pro­du­zie­ren. Die Anla­gen wer­den sich noch in der Pra­xis bewei­sen müs­sen. Eine Fra­ge, die sich heu­te noch nicht sicher beant­wor­ten lässt, ist die nach der Lebens­dau­er der Brennstoffzellen.

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