Stuttgart 21: Enge Fußgängeranlagen

Enger Bahnsteig 1 ErfurtEng­stel­len an Bahn­hö­fen (wie hier in Erfurt) gibt es vie­le. Bei Neu­bau­ten soll­ten sie ver­mie­den wer­den.

 

Pres­se­er­klä­rung vom 28.07.2015

Anfrage zu Stuttgart 21 macht deutlich: Fußgängeranlagen zu klein –Für sichere Verhältnisse im Bahnhof muss umgehend Klarheit geschaffen werden!

 

Stutt­gart 21 ist bei Wei­tem nicht „das am bes­ten geplan­te Pro­jekt Deutsch­lands”, wie die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge des Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Mat­thi­as Gast­el erneut ein­drück­lich vor Augen führt. In der Klei­nen Anfra­ge wur­den ver­schie­de­ne Fra­gen zu den Fuß­gän­ger­an­la­gen im Durch­gangs­bahn­hof gestellt, die zahl­rei­che Exper­ten als zu klein kri­ti­sie­ren. Die Ant­wort von der Bun­des­re­gie­rung fällt dabei ver­hee­rend aus und bestä­tigt noch ein­mal deut­lich, dass die Pla­nun­gen des Pro­jekts für heu­ti­ge Maß­stä­be schlicht­weg unge-nügend sind und der Bund alle unlieb­sa­men Fak­ten igno­riert.

So muss­te die Bun­des­re­gie­rung auf Nach­fra­ge ein­räu­men, dass die Fuß­gän­ger­an­la­gen selbst mit auf frag­wür­di­ge Wei­se erleich-ter­ten Para­me­tern bes­ten­falls Mini­mal­stan­dards errei­chen. Für einen neu­en Bahn­hof ist dies erbärm­lich. Sol­chen Fuß­gän­ger­an­la­gen wei­ter­hin eine „inter­na­tio­na­le Vor­bild­funk­ti­on” zu beschei­ni­gen ist ange­sichts der geschil­der­ten Umstän­de gera­de­zu aben­teu­er­lich! Hier wird ein­mal mehr das grot­ten­schlech­te Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis von Stutt­gart 21 deut­lich!

Kon­kret wur­den die Hür­den für die soge­nann­te Bahn­steig­räum­zeit für den neu­en Tief­bahn­hof so lan­ge gesenkt, bis S21 end­lich dar­über hin­weg kam. Die maxi­ma­le Bahn­steig­räum­zeit im Not­fall wur­de auf inzwi­schen vier Minu­ten ange­passt. Es wur­den also nicht die Pla­nun­gen des Bahn­hofs an die Sicher­heits­er­for­der­nis­se ange­passt, son­dern die Räum­zei­ten an den geplan­ten Bahn­hof.

Die Bun­des­re­gie­rung zeigt sich trotz aller Warn­ru­fe unein­sich­tig. Sie hat weder eine Ahnung von den zu erwar­ten­den Fahr­gast­zah­len in Stutt­gart noch über die Anzahl der Per­so­nen, die vor­aus­sicht­lich Bahn­stei­ge, Auf­zug- und Trep­pen­an­la­gen nut­zen wer­den.

Und selbst wenn aus Rei­hen des DB-Vor­stan­des brei­te­re Bahn­stei­ge gefor­dert wer­den, dann wird die­se von der Regie­rung als eine “Aus­sa­ge von Drit­ten” abge­tan. Dass die Regie­rung zahl­rei­che Fra­gen nicht oder aus­wei­chend beant­wor­tet und not­wen­di­ge Erkun­dun­gen bei der DB unter­las­sen hat macht deut­lich: Der Bahn­hof ist unter­di­men­sio­niert und Fra­gen danach sind der Bun­des­re­gie­rung unan­ge­nehm. Die DB ist aber Bau­herr und der Bund ist Eigen­tü­mer der DB. So leicht darf sich die Bun­des­re­gie­rung also nicht aus der Mit­ver­ant­wor­tung für das Pro­jekt aus der Ver­ant­wor­tung steh­len.

Was wir jetzt brau­chen ist ein trans­pa­ren­ter Fak­ten­check zu den Per­so­nen­strö­men, den gesenk­ten Hür­den und den unge­prüf­ten Eng­päs­sen. Die Bun­des­re­gie­rung muss die offen­kun­di­gen Wider­sprü­che auf­klä­ren. Es geht um die Sicher­heit der Rei­sen­den und den Nut­zen einer Mil­li­ar­den­in­ves­ti­ti­on! Der Bund ver­ant­wor­tet als Eigen­tü­me­rin der DB die­sen Bahn­hofs­neu­bau mit! Erst bau­en, dann schau­en, das ist Blind­flug!

 

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