Unterwegs in der „E‑Mobility-Allee“

04.09.2018

Mustersiedlung für E‑Autos

Die Bel­chen­stra­ße in Ost­fil­dern-Ruit ist momen­tan die Mus­ter­sied­lung für E‑Mobilität auf der Stra­ße. 10 von ins­ge­samt 21 Haus­hal­te am Ende der von Eigen­hei­men gesäum­ten Sack­gas­se neh­men an einem Feld­ver­such teil. Ziel ist es her­aus­zu­fin­den, wie das Strom­netz auf die zuneh­men­de Nut­zung von E‑Autos reagiert.

Net­ze BW ist der Ver­teil­netz­be­trei­ber der Ener­gie­ver­sor­gung Baden-Würt­tem­berg (EnBW) und für den Modell­ver­such ver­ant­wort­lich. Die teil­neh­men­den Haus­hal­te bekom­men dafür ein E‑Fahrzeug gestellt. Vom Renault Zoe über den E‑Golf bis hin zum BMW i3 und zum Tes­la sind ver­schie­de­ne Model­le dar­un­ter. Es soll das Lade­ver­hal­ten der Nut­zer und die Reak­ti­on des Strom­net­zes dar­auf erforscht wer­den. Den Modell­ver­such habe ich mir heu­te vor Ort vom Ener­gie­ver­sor­ger erläu­tern las­sen.

Ruit wur­de aus­ge­wählt, weil der Ort im Bal­lungs­raum liegt und sich dort die E‑Mobilität auf der Stra­ße am schnells­ten durch­set­zen wird. Für den Stra­ßen­ab­schnitt spricht, dass er an einem (mit 250 A abge­si­cher­ten) Strom­kreis hängt und von Ein­fa­mi­li­en­häu­sern mit aus­rei­chend pri­va­ten Stell­plät­zen geprägt ist. Zwei öffent­li­che Stell­plät­ze wur­den von der Stadt, die das Modell unter­stützt, mit „Par­ken nur für E‑Fahrzeuge“ aus­ge­schil­dert. Dane­ben brach­te Net­ze BW auf pri­va­ten Grund zwei Wall­bo­xen mit Lade­leis­tun­gen von 22 kVA an – wie auch bei allen ande­ren Gebäu­den der Teil­neh­men­den. Es lädt also nie­mand an nor­ma­len Haus­halts­steck­do­sen, aber auch nie­mand an Schnell­la­de­sys­te­men. Ein Kun­de ver­fügt über einen Strom­spei­cher im Haus, um die Spit­zen abzu­fe­dern. In ver­schie­de­nen Test­pha­sen wird der Spei­cher mal genutzt und bleibt mal unge­nutzt. Es geht dar­um, den Netz­zu­stand zu ana­ly­sie­ren und zu über­wa­chen, intel­li­gen­tes Lade­ma­nage­ment zu erpro­ben sowie das Kun­den­ver­hal­ten und deren Akzep­tanz zu unter­su­chen. Das Pro­jekt wird beglei­tet von TU Dres­den, dem Karls­ru­her Insti­tut für Tech­no­lo­gie und der RWTH Aachen.

An Zwi­schen­er­geb­nis­sen kann fest­ge­hal­ten wer­den: Bis­lang haben maxi­mal vier Nut­zer das ihnen zur Ver­fü­gung gestell­te Fahr­zeug gleich­zei­tig gela­den. Man­che hän­gen ihr Fahr­zeug immer, wenn es zuhau­se parkt, an die Steck­do­se, wäh­rend ande­re „stra­te­gi­scher“, also bei­spiels­wei­se immer beim Unter­schrei­ten eines bestimm­ten Lade­zu­stan­des, laden. Wie­der­um ande­re laden immer nur am Wochen­en­de. Kla­re Peaks zei­gen sich in den Abend­stun­den. Als reprä­sen­ta­tiv kann die­ses Nut­zer­ver­hal­ten ange­sichts von nur zehn Stu­di­en­teil­neh­men­den nicht gel­ten. Für das Netz gab es kei­ne Stress­si­tua­tio­nen.

Das Modell­pro­jekt ist der­zeit noch bis Novem­ber befris­tet. Ver­mut­lich wird es aber bis April 2019 ver­län­gert, um auch in den Win­ter­mo­na­ten Erfah­run­gen sam­meln zu kön­nen.

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