Voran mit Wasserstoff – In Salzgitter

08.09.2020

Besuch im Bosch-Wasserstoffcampus

In Salz­git­ter, auf dem Gelän­de von Bosch, ent­steht der­zeit ein Was­ser­stoff­zen­trum. Dar­an betei­li­gen sich vie­le Unter­neh­men und Kör­per­schaf­ten, so Bosch, Salz­git­ter AG, Als­tom, MAN, Fraun­ho­fer-Insti­tut und die Stadt. Nach einem Rund­gang durch die Pro­duk­ti­on von Steu­er­ge­rä­ten durch Bosch habe ich mir mit einer poli­ti­schen Besu­cher­grup­pe die Bau­stel­le vor Ort ange­schaut und das Kon­zept des Cam­pus erläu­tern las­sen.

Geplant sind vier Pilot­pro­jek­te, die alle noch im Jahr 2020 star­ten sol­len und auf drei bis sechs Jah­re ange­legt sind. Dabei geht es um die Sek­tor­kopp­lung, Was­ser­stoff­mo­bi­li­tät, Fabrik­trans­for­ma­ti­on und Was­ser­stoff­tanks. Letz­te­re sind, so die Ant­wort auf unse­re Nach­fra­ge, der­zeit noch sehr teu­er. Es sol­le deren Fes­tig­keit erhöht und das Gewicht redu­ziert wer­den. Die Idee für den Was­ser­stoff­cam­pus ist im Zusam­men­hang mit der Bewer­bung der Stadt um ein mit viel Bun­des­geld geför­der­tes Bat­te­rie­for­schungs­zen­trum zu sehen. Den Zuschlag hat­te die Regi­on um den Wahl­kreis der Bun­des­for­schungs­mi­nis­te­rin erhal­ten. Auch Ulm war damals weit­ge­hend leer aus­ge­gan­gen. In Salz­git­ter wer­den von Als­tom Was­ser­stoff-Züge ent­wi­ckelt und gebaut und der Stahl­kon­zern Salz­git­ter AG möch­te für die Stahl­pro­duk­ti­on Was­ser­stoff statt wie bis­her Koks ein­set­zen. Auf dem Bosch-Gelän­de sol­len eine Was­ser­stoff-Tank­stel­le, die For­schung für Was­ser­stoff­tanks sowie ein Schu­lungs- und Infor­ma­ti­ons­zen­trum ent­ste­hen. Auch ein Grün­dungs­zen­trum ist vor­ge­se­hen. Fir­men der Regi­on, so lau­tet ein Ziel, sol­len nach und nach auf grü­nen Was­ser­stoff als Ener­gie­trä­ger umsat­teln.

Wir haben als Grü­ne vor eini­ger Zeit ein Was­ser­stoff­kon­zept vor­ge­legt. Es freut mich, dass gro­ße Einig­keit mit den Wis­sen­schaft­lern des Fraun­ho­fer-Insti­tuts besteht: Wir brau­chen grü­nen Was­ser­stoff (her­ge­stellt aus zusätz­li­chem Öko­strom) für sau­be­re Indus­trie­pro­zes­se bei­spiels­wei­se in Hoch­öfen. Auch im Ver­kehrs­sek­tor muss Was­ser­stoff eine wich­ti­ge Rol­le spie­len. Aller­dings, hier sind wir uns mit Fraun­ho­fer einig, wird im Pkw-Bereich der bat­te­rie­elek­tri­sche Antrieb zu bevor­zu­gen sein. Hin­ge­gen kann Was­ser­stoff bei Last­wa­gen und Bin­nen­schif­fen eine gute Alter­na­ti­ve zu Die­sel­an­trie­ben dar­stel­len. Wir müs­sen raus aus fos­si­len Brenn­stof­fen, um Res­sour­cen zu scho­nen und das Kli­ma zu schüt­zen.

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