Mit meiner Landtagskollegin Clara Schweizer hatte ich zu einer Exkursion in einen Wind- und Solarpark auf der Schwäbischen Alb eingeladen. Die knapp 40 Plätze waren schnell vergeben. Es hat sich gelohnt!
Die Anreise haben wir mit einem Elektro-Bus organisiert. Da es noch kaum E‑Reisebusse gibt, griffen wir auf einen Bus zurück, der normalerweise im Linienverkehr des öffentlichen Nahverkehrs zum Einsatz kommt. Mit der Firma Schlienz, die in unserem Auftrag fuhr, hatte ich schon häufiger Kontakt. Sie teilte mir im Vorfeld mit: Für den öffentlichen Nahverkehr stehen dem Unternehmen 137 Busse zur Verfügung. Acht davon sind batterieelektrisch, sechs weitere wurden bestellt. Das Unternehmen setzt auf Mercedes-Benz. Für die Schülerbeförderung stehen darüber hinaus 40 E‑Kleinbusse zur Verfügung, 20 weitere befinden sich „im Zulauf“. Die E‑Busse hätten sich bewährt, da sie wenig Lärm erzeugen, ruhig beschleunigen und weniger Emissionen verursachen. Geladen werden kann im Betriebshof in Kernen im Remstal und bald auch im Betriebshof in Neckartenzlingen.
Gestartet wurde in Echterdingen mit weiteren Zustiegsmöglichkeiten in Filderstadt, Nürtingen und Kirchheim unter Teck. Das Ziel war Berghülen, ein Ort im Alb-Donau-Kreis.
Technische Daten Windpark
Die drei Windräder drehen sich bereits seit Ende 2012. Sie haben eine Nabenhöhe von 138 Meter, stehen auf einem Fundament von 20 Metern Durchmesser und weisen eine Leistung von 2 Megawatt auf, was für heutige Verhältnisse sehr wenig ist. Moderne Windkraftanlagen an Land (Onshore) weisen heute Leistungen von fünf bis sieben MW auf. Jede der besichtigten Anlage erzeugt etwa 3,5 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Dies ist die Strommenge, die rund 1.000 Durchschnittshaushalte benötigen.
Technische Daten Solarpark und weitere Informationen
Auf einer Fläche von 3,2 Hektar befindet sich eine Freiflächen-Solaranlage, bestehend aus 9.900 Modulen mit einer Leistung von insgesamt 2,67 MWp. Der Jahresertrag liegt bei etwa drei Millionen Kilowattstunden. Damit können rund 850 Haushalte versorgt werden. Die Anlage ist etwa 10 Jahre alt. Damals wurde noch ohne Batteriespeicher gebaut. Die EnBW sagten uns vor Ort, heute würde es keinen Solarpark mehr ohne Speicher geben. Der Strom wird also direkt ins Netz eingespeist. Der Vergütungssatz nach EEG liegt bei 8,49 Cent/kWh. Das Gelände ist eingezäunt und wird immer wieder durch Schafe beweidet. Würde man heute die gleiche Fläche mit Modulen auf heutigem technischem Niveau installieren, so könnte die Stromausbeute wegen des verbesserten Wirkungsgrades knapp doppelt so hoch sein, erklärte uns die EnBW.
Weitere Informationen
Bei den EnBW können über 65 Prozent der erzeugten Strommengen den erneuerbaren Energien zugerechnet werden. Das Beispiel des Kohlekraftwerks in Altbach zeigt, wie weitere größere Schritte vorbereitet werden: Das Kraftwerk läuft seit einigen Jahren überwiegend nur noch nachts, wenn kein Solarstrom zur Verfügung steht. Es soll zu einem wasserstofffähigen Gaskraftwerk umgebaut werden, um Bedarfsspitzen in Zeiten ungenügend verfügbarer Strommengen aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse abdecken zu können.
Mit vielen interessanten Eindrücken vom EnBW-Vortrag und den Besichtigungen von Wind- und Solarpark fuhren wir wieder zurück. Der E‑Bus wies am Ende unserer Tour einen Akku-Stand von 59 Prozent auf. Nicht nur die Erneuerbaren wurden in den letzten Jahren also leistungsfähiger, sondern auch die Stromspeicher.
Hinweis auf meinen Besuch in einem Solarthermie-Kraftwerk: https://www.matthias-gastel.de/im-groessten-solarthermie-kraftwerk-der-republik/
