Endlich hat sich der Bundestag hinter die Neubaustrecke Hamburg – Hannover gestellt!

CDU/CSU, SPD, Grü­ne und Lin­ke haben sich gemein­sam für die Auf­lö­sung der erheb­li­chen Eng­päs­se auf der Bestands­stre­cke zwi­schen Ham­burg und Han­no­ver aus­ge­spro­chen. 76 Pro­zent der Abge­ord­ne­ten haben in nament­li­cher Abstim­mung für die Neu­bau­stre­cke votiert. Die­se kommt dem Regional‑, Fern- und Güter­ver­kehr in Nie­der­sach­sen und weit dar­über hin­aus zugu­te. Die Neu­bau­stre­cke ist 44 Kilo­me­ter kür­zer als die umwe­gig geführ­te Bestands­stre­cke. Ent­spre­chend län­ger wären zwei zusätz­li­che Glei­se, wür­den sie ent­lang der Bestands­stre­cke geführt wer­den. Dies redu­ziert den zusätz­li­chen Flä­chen­ver­brauch gegen­über einer Tras­sie­rung an der Bestands­stre­cke. Zur Auf­lö­sung der Über­las­tung sind durch­ge­hend zwei zusätz­li­che Glei­se erfor­der­lich. Damit ent­ste­hen dann auch Kapa­zi­tä­ten für zusätz­li­che Per­so­nen- und Güter­ver­keh­re auf dem Kor­ri­dor. An der Neu­bau­stre­cke kön­nen Hal­te für schnel­le Regio­nal­ver­kehrs­ver­bin­dun­gen ent­ste­hen. Damit ent­fal­tet die Neu­bau­stre­cke regio­na­len Nut­zen für die Bevöl­ke­rung – wenn das Land will. An der Bestands­stre­cke wer­den Kapa­zi­tä­ten frei für einen bes­se­ren Regio­nal­ver­kehr. Dort sol­len nach wie vor auch Fern­zü­ge ver­keh­ren.

Für eine Neu­bau­stre­cke spre­chen:
👍 Auf­lö­sung Eng­päs­se, Kapa­zi­tä­ten für Regional‑, Fern- und Güter­ver­kehr
👍 Chan­ce für Regio­nal­hal­te an Neu­bau­stre­cke
👍 Ver­bes­se­run­gen Regio­nal­ver­kehr auf Bestands­stre­cke
👍 Pas­sen­de Fahr­zei­ten für attrak­ti­ve Fahr­plä­ne (Deutsch­land­takt)
👍 Gerin­ge­re öko­lo­gi­sche Ein­grif­fe als bei Aus-/Neu­bau nahe dem Bestand
👍 Ein­zi­ge wirt­schaft­li­che und damit geneh­mi­gungs­fä­hi­ge Vari­an­te

Klar ist, dass auch der Bahn­kno­ten Ham­burg aus­ge­baut wer­den muss. Dazu lau­fen teil­wei­se schon Pla­nun­gen.

Der Bun­des­tag muss nun rasch für die Finan­zie­rung der Pla­nungs­kos­ten sor­gen. Wei­te­re Zeit­ver­zö­ge­run­gen kann sich unser Land bei der­art wich­ti­gen Infra­struk­tur-Vor­ha­ben nicht erlau­ben! Es ist schon erbärm­lich genug, dass die nun getrof­fe­ne Ent­schei­dung um neun Mona­te (!) ver­zö­gert wur­de. Vier­mal wur­de das The­ma mit den Stim­men einer zunächst unei­ni­gen Koali­ti­on von der Tages­ord­nung gestri­chen. Als Grü­ne hat­ten wir über Mona­te den Druck maxi­miert. Zuletzt hat­ten wir einen Bericht über die Ver­zö­ge­run­gen der Ent­schei­dung durch­ge­setzt. Sie­he https://lnkd.in/ekJzKtiw

Posi­tiv ist auch, dass es ein Bekennt­nis für kapa­zi­täts­er­wei­tern­de Maß­nah­men an der Bestands­stre­cke gibt. Bedau­er­li­cher­wei­se hat die Koali­ti­on nicht für eine recht­zei­ti­ge Pla­nung gesorgt, so dass nicht alle Maß­nah­men zeit­gleich mit der Gene­ral­sa­nie­rung im Jahr 2029 umge­setzt wer­den kön­nen.

An der Bestands­stre­cke sind vor­ge­se­hen (unvoll­stän­di­ge Über­sicht):

👉 Sanie­rung

👉 Zusätz­li­che Über­leit­stel­len (Wei­chen) u. a. in Bar­do­wick und Emmen­dorf

👉 Spur­pla­n­an­pas­sun­gen

👉 Geschwin­dig­keits­er­hö­hun­gen an Wei­chen

👉 Reak­ti­vie­rung Gleis 141 in Lüne­burg

👉 Zwei­glei­sig­keit Lüne­burg West­sei­te – Nord­kopf

👉 Aus­bau Bahn­stei­ge in Lüne­burg und Uel­zen

👉 Digi­ta­li­sie­rung (ETCS mit orts­fes­ten Signa­len)

Im grü­nen Ent­schlie­ßungs­an­trag hat­ten wir zudem gefor­dert, durch infra­struk­tu­rel­le Maß­nah­men Fahr­plan­re­ser­ven zu ermög­li­chen und das Modell des part­ner­schaft­li­chen Bau­ens (Beschleu­ni­gungs­maß­nah­me) zu prü­fen. Zudem woll­ten wir ETCS ohne orts­fes­te Signa­le, um die posi­ti­ven Effek­te voll aus­rei­zen zu kön­nen. Unser Antrag wur­de abge­lehnt. Statt­des­sen wur­de der Ent­schlie­ßungs­an­trag der bei­den Koali­ti­ons­frak­tio­nen beschlos­sen. Die­sem haben auch wir Grü­nen sowie die Lin­ken zuge­stimmt.

Das Votum des Bun­des­tags bedeu­tet einen Auf­trag ans Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um, mit der Deut­schen Bahn die Wei­ter­pla­nung zu klä­ren. Lei­der ist mit der Ent­schei­dung noch kei­ne Finan­zie­rung von Planungs‑, geschwei­ge denn Bau­kos­ten ver­bun­den. Wir erwar­ten von der Koali­ti­on, dass es eine ver­läss­li­che Finan­zie­rung und kei­ne wei­te­ren Ver­zö­ge­run­gen mehr gibt!

 

Wei­ter­füh­ren­de Infos

Sehr aus­führ­li­che Befas­sung mit dem Pro­jekt: https://www.matthias-gastel.de/ausbau-der-bahninfrastruktur-zwischen-hamburg-und-hannover/

Öffent­li­che Anhö­rung: https://www.matthias-gastel.de/zeit-fuer-entscheidung-neubaustrecke-hamburg-hannover/

Eben­falls aus­führ­li­che Befas­sung: https://www.matthias-gastel.de/entscheidungsreif-neubaustrecke-hamburg-hannover/

Gesprä­che in Lüne­burg: https://www.matthias-gastel.de/neubaustrecke-hamburg-hannover/

Ver­an­stal­tung: „Wel­che Infra­struk­tur brau­chen wir?“: https://www.matthias-gastel.de/veranstaltung-bericht-welche-infrastruktur-braucht-die-bahn/